Bismillahi Rahman Rahim
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.
Umar Ibn Al-Khattab
(Vortrag im Internet von Abu Jamal)

In Makkah, einer Stadt mit windigem, trockenen Wüstenklima, wurde
Umar Ibn Al-Khattab Ibnu Nufail Ibnu Abul-Izza Bnu Riyah Ibnu
Abdullah Ibnu Qura Ibnu Rizah Ibnu Addi al-Qurashi geboren. Sein
Vater hieß Al-Khattab Bin Nufail al-Adawi. Seine Mutter war Hatima
Bint Hashim Bin Mughira Bin Abdullah Bin Umar Bin Makhzum Bint
Amm Abi Jahl.
Er war der Angesehenste bei den Quraish, und er war der Botschafter in
der Zeit der Jahiliyah. Besonders, wenn die Quraish mit einem der
Nebenstämme in Konflikt gerieten, wurde er als Botschafter geschickt.
Auch bei Konflikten und Streitigkeiten unter den Quraish wurde er als
Schlichter und Vermittler eingesetzt. Dies war Umar Ibn Al-Khattab in
der Zeit der Jahiliyah: Ein Mann von starker Statur, mit großer innerlicher
Ruhe, er kannte kein Zurück und war sehr gradlinig.
Gleich, wo immer Umar war, seine Persönlichkeit, sein Wille und seine
Gradlinigkeit waren immer gegenwärtig, als wäre er eine Armee, die sich
zielstrebig in eine Richtung bewegt. Seine Persönlichkeit war einzigartig.
Anas Ibn Malik, radiyallahu anhu, berichtete über den Grund der
Annahme des Islam durch Umar Ibn Al-Khattab:
Eines Tages ging Umar, bewaffnet mit seinem Schwert, als ihm ein Mann
der Bani Zahra begegnete, dieser sprach: „Wohin begibst du dich, o
Umar?“ Er sagte: „Ich will Muhammad töten.“ Der Mann sagte: „Wie
kannst du vor den Banu Hashim und den Banu Zahra sicher sein, wenn du
Muhammad getötet hast.“ Umar sagte: „Ich glaube, du bist ein Überläufer
und hast deine alte Religion aufgegeben.“ Er sagte: „Soll ich dich nicht
auf etwas Erstaunliches hinweisen, o Umar? Denn dein Schwager und
deine Schwester sind übergelaufen und haben deine Religion, in der du
dich befindest, aufgegeben.“ Umar ging verärgert weg, bis er bei ihnen
ankam. Bei ihnen war ein Mann von den Muhajirin. Sie sagten zu ihm
Khibab. Als Khibab Umar kommen hörte, versteckte er sich im Haus.
Umar trat ein und sagte: „Was war das für ein Geflüster, das ich eben bei
euch hörte?“ In der Zeit haben sie Surah Taha gelesen. Der Schwager und
die Schwester sagte: „Wir haben uns nur unterhalten.“ Umar sagte: „Ihr
seid wohl übergelaufen?“ Der Schwager antwortete ihm: „Was glaubst
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du, o Umar, wenn die Wahrheit in einer anderen Religion wäre als in der
deinen?“ Daraufhin stürzte Umar sich auf seinen Schwager und schlug
und trat auf ihn ein.“ Seine Schwester eilte herbei und stieß ihn von ihrem
Gatten weg. Da schlug Umar sie mit seiner Hand, bis sie im Gesicht
blutete. Sie war sehr verärgert und sprach: „Wenn aber nun mal die
Wahrheit in einer anderen als in deiner Religion ist! Ich bezeuge, dass es
keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad sein Gesandter ist.“
Als Umar merkte, dass nichts zu machen war, sagte er: „Gebt mir das
Buch, in dem ihr gelesen habt.“ Umar konnte Lesen und Schreiben. Seine
Schwester sprach zu ihm: „Du bist unrein, und niemand darf es berühren,
nur diejenigen, die rein sind. So erhebe dich und wasche dich oder mache
Wudu’. Umar stand auf und machte Wudu’. Nun nahm er das Buch und
las Surah Taha bis zu dem Vers:
„Ich bin Allah, es gibt keinen Gott außer Mir, also diene Mir
und richte das Gebet ein zu Meinem Gedenken.“
(Surah Taha (20): 14)
Daraufhin sagte Umar: „Bringt mich zu Muhammad!“ Als Khibab hörte,
was Umar sagte, ging er aus dem Haus und sagte: „Freu dich, ja Umar,
ich hoffe, dass das Gebet, das der Prophet, , in der Donnerstagnacht
für dich gesprochen hat, wahr wird. Er hatte gesagt: „O Allah, ehre den
Islam mit Umar Ibn Al-Khattab oder Amr Ibn Hisham.“
Der Prophet, , befand sich in einem Haus am Fuße des Berges Safa.
Umar machte sich auf den Weg dorthin. An der Tür des Hauses stand
Hamza und einige Gefährten des Propheten, . Als Hamza bemerkte,
dass die Gefährten Angst vor Umar bekamen, sprach er: „Ja, dies ist
Umar, wenn Allah Gutes für ihn will, so wird er Muslim, und dem
Propheten, , folgen. Will er etwas anderes, so wird es uns nicht schwer
fallen, ihn zu erschlagen (ihn zu töten).“
Er sagte: Der Prophet, , war im Haus und hatte gerade eine
Offenbarung bekommen. Daraufhin ging der Prophet, , hinaus und trat
auf Umar zu und fasste ihn an der Naht seines Gewandes und an seinem
Schwerthalter und sagte: „Willst du nicht aufhören, bevor Allah die
Strafen und die Schande auf dich herabschickt, so wie bei Walid Ibn Al-
Mughira? O Allah, ehre den Islam mit Umar Ibn Al-Khattab.“ Darauf
sagte Umar: „Ich bezeuge, dass du der Gesandte Allahs bist.“ So ist Umar
Muslim geworden und sagte: „Komm raus, o Gesandter Allahs.“
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Dieses Hadith ist im Tabaqat-ul-Qubra von Ibnu Sa’ad.
Der Übertritt Umars zum Islam brachte für den Islam eine Wende. Bis
dahin lebten die Muslime in ständiger Furcht vor den Götzendienern. Sie
konnten ihre Gebete nicht in der Öffentlichkeit verrichten. Dies änderte
sich alles, nachdem Umar Muslim geworden war. Er verrichtete die
religiösen Pflichten eng mit den Gläubigen zusammen und unterstützte
den Propheten, , beim Da’wa (Ruf zum Islam). Mit seiner lauten
Stimme ließ er die Quraish bewusst die Worte der Einzigkeit Allahs
hören, bis der Prophet, , ihnen erlaubt hat, nach Madinah
auszuwandern. Die Mehrheit der Muslime verließ Makkah unauffällig,
doch nicht Umar. Er betete erst noch vor den Augen der Quraish an der
Ka’bah. Als er fertig war, sagte er mit seiner lauten Stimme: „Ich gehe
jetzt nach Madinah, wer mich daran hindern will, kann mich hinter dem
Tal treffen.“ Darüber sagte Ali, radiyallahu anhu: „Keiner wagte sich,
ihm zu folgen, bis auf einige Schwache, die mit ihm zusammen gingen.“
Er kam in Madinah al-Munawwarah mit zwanzig Reitern an. Vor ihm
waren schon Mus’ab Ibn Amir und Ibn Maktum dort angekommen. Eine
Gruppe der Muhajirin hatte es übernommen, in Madinah die Verträge für
die Ankunft des Propheten, , auszuhandeln. Anschließend hat der
Prophet, , mit der Gründung eines Staates mit festen Fundamenten
begonnen.
Es gab eine Reihe Auseinandersetzungen und Schlachten zwischen
Gläubigen und Ungläubigen. Bei jeder Schlacht und jeder
Auseinandersetzung hat Umar ein Mitspracherecht gehabt. Er nahm unter
anderem an den Schlachten von Badr, Uhud, Khandaq, Khaibar,
Hunainan und Ta’if teil, um nur einige zu nennen.
Der Prophet, , hatte drei Träume über Umar Ibn Al-Khattab gehabt,
die klar waren wie die Sonne, und alle waren wahr:
1) Der Gesandte Allahs, , sagte: „Während ich schlief, wurden mir
die Menschen, in Hemden bekleidet, vorgeführt. Einige trugen sie
bis zur Brust, andere kürzer, und mir wurde auch Umar Ibn Al-
Khattab in einem Hemd gezeigt, dessen Ende er hinter sich
herschleifte…“ Die Leute fragten: „Und wie hast du dies gedeutet,
o Gesandter Allahs?“ Er sagte: „Die Religion.“
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2) Der Gesandte Allahs, , sagte: „Während ich schlief, wurde mir
ein Becher Milch gebracht, von dem ich trank, bis ich sah, dass die
Flüssigkeit durch meine Gliedmaßen hinausströmte. Ich gab
meinen Rest an Umar Ibn Al-Khattab weiter.“ Die Leute, die um
ihn herum saßen fragten: „Und wie hast du dies gedeutet, o
Gesandter Allahs?“ Er sagte: „Es ist das Wissen!“
3) Der Gesandte Allahs, , sagte: „Während ich schlief, sah ich
mich im Paradies, wo ich eine Frau erblickte, die neben einem
Palast den Wudu’ vornahm. Ich fragte: ‚Wem gehört das?’ Dort
wurde mir gesagt: ‚Dieser gehört Umar.’ Als ich mich an seine
Eifersucht erinnerte, lief ich schnell davon!“ Da weinte Umar und
sagte darauf: „Dir gegenüber soll ich eifersüchtig sein, o
Gesandter Allahs?“
(Diese drei Hadithe sind alle von Al-Bukhari berichtet worden.)
Als bei Abu Bakr die Stunde kam, und er im Sterben lag, schrieb er
Umar:
„Bismillahi Rahmani Rahim. Von Abu Bakr an Umar Ibn Al-Kattab.
Ich befinde mich am ersten Tag im Jenseits und am letzten Tag des
Diesseits.
So dann:
O Umar, ich ernenne dich zum Nachfolger über die Gemeinde
Muhammads, , wenn du gütig und gerecht bist. So denke ich von
dir. Folgst du deiner Zuneigung, so ist Allah der Überwacher der
Geheimnisse. Mein Bestreben ist nicht von Freundschaft ausgegangen.
O Umar fürchte Allah.“
So ist Umar die Nachfolgerschaft eingetreten. Er hat eine großartige
Rede gehalten, in der er seine Politik darlegte und seinen Weg klar
demonstrierte. Sehr viele Rechtsgelehrte haben über ihn gesprochen,
und seine Biographie wird in sehr vielen Schulen gelehrt.
In der Zeit seines Khalifats haben die Menschen geschlafen und er hat
kaum geschlafen. Die Menschen waren satt und er hat kaum gegessen
und sich kaum ausgeruht.
Wenn die Menschen schliefen und die Sterne strahlten, nahm er,
radiyallahu anhu, seinen Stock und ging durch die Straßen von
Madinah, um nach dem Rechten zu sehen. Traf er einen Schwachen,
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hat er ihm geholfen, traf er einen Armen, hat er ihn gespeist und traf er
einen Verbrecher, hat er ihn zu Recht gewiesen.
Eines Nachts war Umar unterwegs und hörte mitten in der Nacht in
einem Haus, wie eine Frau und ihre Kinder weinten. Ein Topf war auf
das Feuer gestellt. Umar schaute zur Tür rein und sagte: „O Dienerin
Allahs, warum weinen deine Kinder?“ Sie sagte: „Sie weinen vor
Hunger.“ Darauf sagte Umar: „Was ist in diesem Topf auf dem
Feuer?“ Darauf sagte sie: „Nur um sie zu täuschen, damit sie glauben,
es ist etwas darin.“ Er fing an zu weinen. Er kehrte zurück und brachte
ihr Mehl, Fett, Zucker, Butter, Datteln, Stoff und einiges an Geld. Sein
Bediensteter sagte: „Gib es mir, o Führer der Gläubigen, ich trage
alles.“ Umar lehnte dies ab und sagte: „Ich bin am Tag der
Auferstehung für sie verantwortlich, ich trage es selbst.“ So trug er
alles zu dem Haus und hat sich hingestellt und für sie das Essen
gekocht. Er hat sich auf den Boden gelegt und immer ins Feuer
geblasen, damit es nicht ausging. Der Bedienstete sagte: „Ich
beobachtete, wie der Rauch aus seinem Bart herauskam.“
So hat er ihnen das Essen gekocht, sie bedient und gefüttert bis sie satt
waren.
Während seines Khalifats hat Umar Ibn Al-Khattab Persien,
Damaskus und Jerusalem erobert, um nur einige zu nennen.
Eines Morgens, im Jahre 23 nach der Hijrah, war Umar gerade auf
dem Weg zum Gebet, als Abu Lu’lu’ , ein christlicher Sklave aus
Persien, ihn mit mehreren Messerstichen im Gebet niederstach.
Danach tötete er sich selbst. Als der schwer verletzte Umar fragte, wer
sein Mörder sei, antworteten ihm die Leute: „Abu Lu’lu’.“ Er war
erleichtert: „Alhamdulillah war es kein Muslim.“ Er wusste, dass er
kurz vor dem Tod war, sagte er zu seinem Sohn Abdullah: „Drücke
meine Stirn beim Gebet auf den Boden.“ Und er betete: „O Allah,
vergib mir. Tust du es nicht, dann wehe mir und meiner Mutter, die
mich geboren hat.“
Kurz darauf starb er im Alter von 63 Jahren. 
 
Quelle: www.altamhid.net