Ein Leben für den Islam – Sa’d Ibn Abi Waqqas
 
Einleitung
Sa’d bin Abi Waqqas wurde im Jahre 32 vor der Hidjra geboren und starb im Jahr 54 danach.
Sein vollständiger Name war Sa’d bin Malik bin Wahiib bin Abi Munaf bin Zahra. Sa’d war ein
naher Verwandter von Amina bint Wahiib, der Mutter des Propheten. Aminas Vater war ein
Bruder von Sa’ds Großvater, also sein "Großonkel". Der Prophet – Allahs Heil und Segen auf
ihm – sagte über Sa’d: "Hier ist mein Onkel, so lasst jeder von euch mir seinen Onkel zeigen." Sa’ds
Vater Malik hatte den Spitznamen "Waqqas", deshalb war Sa’d als bin Waqqas bekannt.
Sa’ds Islam
Sa’d nahm den Islam früher als die meisten Prophetengefährten an. Eines Tages sagte er: "In
einem Traum sah ich, dass ich an einem sehr dunklen Ort war. Ich konnte alles nur aus großer Entfernung
sehen, ich sah einen leuchtenden Mond, so ging ich auf ihn zu, um mich aus der Dunkelheit zu befreien.
Während ich darauf zuging, sah ich, dass ‚Ali bin Abi Talib und Abu Bakr vor mir dort angelangten."
Sa’d sagte, dass er über diesen Traum nachdachte, als er aufwachte. Dann fragte er Abu Bakr
nach der Interpretation dieses Traumes. Abu Bakr erzählte ihm, dass Muhammad bin
‚Abdullah, der ehrliche Mann, zu einer neuen Religion aufrief. Diese neue Religion lehnte den
Götzendienst ab. Sa’d sagte sofort, dass er an den Propheten – Allahs Heil und Segen auf ihm –
glaubte und ging zum Hause des Propheten – Allahs Heil und Segen auf ihm -, um seinen Islam
kundzugeben.
Sa’ds Mutter und ihre feindliche Einstellung dem Islam gegenüber
Sa’ds Mutter wurde Hamnah genannt und gehörte zum Stamm der Bani Umayyah. Sie hatte
eine sehr starke Persönlichkeit. Hamnah sah, wie ihr Sohn mit leiser Stimme den Qu’ran
rezitierte und wie er Gebete verrichtete, die ihr fremd waren. Sie forderte ihn auf, das zu
erklären. Sa’d sagte ihr, dass er der Religion Muhammads folgte. Er lud sie auch ein, an den
Islam zu glauben, obwohl es noch ein geheimer Glaube war. Seine Mutter war verärgert und
forderte, dass er mit diesem Unsinn aufhören und wieder zur Religion seines Vaters
zurückkehren sollte.
Sa’d war gutmütig zu seinen Eltern, aber er fand, dass es etwas anderes war, ob er rechtschaffen
mit seiner Mutter umging oder an etwas glaubte, was ihr gefiel. Er blieb dabei, dass nichts ihn
dazu bringen könnte, Götzenbilder anzubeten, nachdem er die Gnade des Islam gefunden
hatte. Als seine Mutter merkte, dass sie ihn nicht davon überzeugen konnte, seine Meinung zu
ändern, drohte sie ihm damit, dass sie weder essen noch trinken würde, bis er die neue
Religion aufgäbe. Ansonsten würde sie sterben. Die Leute fingen an, ihm Lieblosigkeit seiner
Mutter gegenüber vorzuwerfen. Sa’d war es egal, was seine Mutter sagte, und er gab ihr zu
verstehen, dass er den Götzenbildern nicht wieder dienen würde, aus welchem Grund auch
immer. Hamnah versuchte ernsthaft, ihr Versprechen in die Tat umzusetzen. Sie hörte auf zu
essen und zu trinken bis sie ihre Kräfte verlor und dem Tod nahe war. Einige seiner
Angehörigen brachten Sa’d zu ihr, sie hofften, dass sie ihm leid täte und er nun tun würde, was
sie wollte. Sa’d ging und sah, dass seine Mutter wirklich schwach war, aber sein Glaube an Allah

war stärker als alles andere, und so kümmerte ihn seine Mutter nicht. Er rief aus: "Ich schwöre bei
Allah, Mutter, wenn du sieben Seelen hast und sie eine nach der anderen verlieren wirst, ich werde meine
Meinung nicht ändern. Deshalb, ob du isst oder nicht, es geht mich nichts an."
Hamnah sah, dass ihr Sohn darauf beharrte, an diese Religion zu glauben, und weil ihre
Drohung dies nicht änderte, aß und trank sie wieder wie gewöhnlich. Allah sagt im Qur’an (in
ungefährer Bedeutung):
"Und wir haben dem Menschen anbefohlen, seinen Eltern Gutes zu tun. Doch wenn sie dich
zwingen wollen, Mir das (in Anbetung) zur Seite zu stellen, von dem du keine Kenntnis hast,
so gehorche ihnen nicht. Zu Mir werdet ihr heimkehren, (und) dann will Ich euch
verkünden, was ihr getan habt." [Sura Al-‚Ankabuut (29), Vers 8]
Hamnah aß zwar wieder wie gewöhnlich, aber das bedeutete keineswegs, dass sie den Versuch,
die Einstellung ihres Sohnes zu ändern aufgegeben hatte. Sie wollte nur ihre Gesundheit
wiedererlangen, um ihrem Sohn erneut gegenüberstehen zu können.
Sa’d berichtete einmal, dass er nach Hause zurückkehrte und sah, wie seine Mutter vor ihrem
Haus um Hilfe rief. Sie wollte ihn einsperren, bis er entweder sterben oder seiner neuen
Religion abschwören würde. Als er dies erkannte, beschloss Sa’d, dahin zurückzukehren von wo
er gekommen war, um seiner Mutter aus dem Weg zu gehen. Sie drängte ihn, zu tun was sie
wollte, sowohl auf friedliche als auch auf aggressive Art und Weise. Sa’d hatte all dies von seiner
nächsten Verwandten ertragen.
Sa’ds Kinder und sein Alter
In seinen jungen Jahren hatte Sa’d nicht viele Kinder. Im Jahr der Eroberung wurde Sa’d krank
und war dem Tode nahe. Der Prophet – Allahs Heil und Segen auf ihm – besuchte ihn. Sa’d
fragte den Propheten: "Ich habe keine Kinder außer meiner Tochter und ich besitze ein großes
Vermögen. Soll ich zwei Drittel davon spenden?" "Nein!" antwortete der Prophet – Allahs Heil und
Segen auf ihm-.
Dann bat Sa’d ihn um Erlaubnis, die Hälfte davon zu spenden. Der Prophet – Allahs Heil und
Segen auf ihm – erlaubte auch dies nicht. Sa’d fragte ein drittes Mal, nun bat er darum, ein
Drittel seines Besitzes spenden zu dürfen. Der Prophet – Allahs Heil und Segen auf ihm – war
einverstanden, aber er sagte, dass selbst ein Drittel noch zu viel sei. Allah schenkte Sa’d später
auch noch Söhne. Sa’d bat Allah darum, dass Er ihn lange leben lassen möge, weil seine Kinder
noch jung waren. Hiernach lebte er noch 20 Jahre und starb im Jahre 54 nach der Hidjra. Er
starb als letzter derer, die gemeinsam mit dem Propheten nach Medina ausgewandert waren.
Seine Beschreibungen
Sa’d war ein guter Überlieferer, auf ihn gehen ungefähr 271 Ahadith zurück. Seine Kinder
überlieferten Ahadith von ‚Aischa, ‚Abdullah bin ‚Abbas, Sa’d bin al Musaeb, Al-Ahnaf bin

Qaes und anderen. Er war sehr genau in seiner Berichterstattung. ‚Abdullah bin ‚Umar hörte
z.B. einmal, dass Sa’d erzählte, wie der Prophet – Allahs Heil und Segen auf ihm – bei der
Gebetswaschung mit der feuchten Hand über seinen Schuh wischte. Er fragte seinen Vater
‚Umar bin Al-Chattab, ob dies stimmte. ‚Umar sagte ihm, wenn er einen Hadith von Sa’d höre,
müsse er an ihn glauben und danach nicht überprüfen.
Sa’d war sehr empfindsam und weinte oft aus Furcht und Demut vor Allah. Oft wurde er mit
Tränen in den Augen gesehen, wenn er dem Propheten – Allahs Heil und Segen auf ihm – dabei
zuhörte, wie er zu den Muslimen sprach. Es wurde berichtet, dass Sa’d einmal zu Lebzeiten des
Propheten – Allahs Heil und Segen auf ihm – die Moschee betrat, wo sich auch Salman Al-Farsi,
Bilal bin Rabah und Suhayb Rumi befanden. Sa’d machte sich direkt daran, sein Gebet zu
verrichten. Während er betete, hörte er jemand sagen, die Fremden hätten sich mit den
Arabern vermischt, als ob sie zu den Aus oder den Chazradj gehörten. Sa’d wurde dadurch bei
seinem Gebet irritiert und wollte es schnell zu Ende bringen. Als er fertig war, ging er zu dem
Mann, der dies gesagt hatte, drohte, ihm den Kopf abzuschlagen und fuhr ihn verärgert an:
"Wie kannst du es wagen, so etwas zu den Gefährten des Propheten zu sagen? Weißt du nicht, dass der
Islam die Menschen gleichwertig gemacht hat?" Er brachte ihn dann zum Propheten – Allahs Heil
und Segen auf ihm -, um sich zu beschweren.
Der Prophet – Allahs Heil und Segen auf ihm – war sehr traurig, als er hörte, was geschehen war.
Aus diesem Grund versammelte er die Muslime und wies sie an: "O ihr Menschen, Allah ist der
Eine, und unsere Religion (Islam) ist eine, und der Vater aller Menschen ist einer (Adam). Wer geradeaus
ins Paradies gehen wird, wird dies nur durch seine guten Taten und nicht durch den Namen seiner Familie
tun. Und wer durch seine schlechten Taten daran gehindert wird, das Paradies zu betreten, so wird ihm der
Name seiner Familie nicht helfen."
Der Prophet – Allahs Heil und Segen auf ihm – sagte über Sa’d, dass er den gleichen Wert habe
wie 1000 Krieger. Es wurde berichtet, dass es in manchen Schlachten Sa’d und Talha waren, die
hinter dem Propheten – Allahs Heil und Segen auf ihm – standen, um ihn zu schützen. Eines
Tages saß der Prophet – Allahs Heil und Segen auf ihm – mit seinen Gefährten beisammen, und
blickte dann auf einen weit entfernten Ort. Plötzlich hörte er auf, zu ihnen zu sprechen, als ob
er gerade eine Offenbarung bekäme und sich darauf konzentrierte. Dann sah der Prophet –
Allahs Heil und Segen auf ihm – wieder in die Gesichter seiner Gefährten und sprach: "Schaut,
der erste, der nun kommen wird, wird einer von den Leuten des Paradieses sein." Die Gefährten sahen
sich um, um zu wissen, um wen es sich handelte. Unerwartet erschien Sa’d bin Abi Waqqas.
‚Abdullah bin Amr bin Al-As fragte Sa’d einmal, was er tun müsse, um Allah näher zu sein. Sa’d
antwortete, dass er nichts weiter tun müsse, als die üblichen islamischen Pflichten einzuhalten
und keinen Hass oder Abneigung gegen andere Muslime zu empfinden. Wie bereits schon
früher über den Konflikt zwischen Sa’d und seiner Mutter erwähnt wurde, sagte Allah im
Qur’an (in ungefährer Bedeutung), um Sa’d zu ehren:
"Und wir haben dem Menschen im Hinblick auf seine Eltern anbefohlen – seine Mutter trug
ihn in Schwäche über Schwäche, und seine Entwöhnung fordert zwei Jahre – :"Sei Mir und
deinen Eltern dankbar. Zu Mir ist die Heimkehr.

Doch wenn sie dich auffordern, Mir das (in Anbetung) zur Seite zu setzen, wovon du keine
Kenntnis hast, dann gehorche ihnen nicht. In weltlichen Dingen aber verkehre mit ihnen
auf gütige Weise. …" [Sura Luqmaan (31), Verse 14, 15]
In der Schlacht von Badr tötete Sa’d den Saed bin Al-As und nahm dessen Schwert an sich. Als
der Prophet – Allahs Heil und Segen auf ihm – davon erfuhr, verlangte er, dass Sa’d das Schwert
zum Rest der Kriegsbeute zurücklegt. Sa’d reagierte schnell auf den Befehl des Propheten. Nach
kurzer Zeit brachte der Engel Gabriel die Sure Al-Anfal ( herab, in der Allah dem Propheten –
Allahs Heil und Segen auf ihm – mitteilte, dass er den Muslimen den Gebrauch des Erbeuteten
erlauben sollte. Der Prophet -Allahs Heil und Segen auf ihm -sagte dann zu Sa’d, er solle gehen
und das Schwert wieder an sich nehmen. ‚Umar bin Al-Chattab fragte einmal Amr bin Mu’adh
bin Yakreb, einen Weisen unter den Arabern, nach seiner Meinung über Sa’d bin Abi Waqqas.
Amr sagte, Sa’d sei ein bescheidener, demütiger Mensch. Von seiner Kleidung her wirkte er wie
ein Araber, aber in seinem Innern war er ein Löwe. Er pflegte gerecht zwischen den Muslimen
zu richten. Er teilte Dinge gleich unter ihnen auf, und war ein gutherziger Mann.
Als später zu ‚Uthmans Zeit die Tumulte aufkamen und letztlich seine Ermordung geschah, trat
Sa’d zurück und hielt sich von den Feindseligkeiten fern. Einmal kam sein Sohn ‚Umar, um
seinen Vater zu besuchen. Sa’d sah ihn von weitem und sagte: "Ich suche Zuflucht bei Allah vor
dem, der da kommt." Als ‚Umar eintrat, sprach er zu seinem Vater: "O Vater, du bist hier, während
die Muslime sich gegenseitig bekämpfen." Sa’d antwortete: "Halt den Mund, ich hörte den Propheten,
Allahs Segen und Friede auf ihm, sagen, dass Allah den Muslim gern hat, der rechtschaffen war und sich
von Streit fernhielt."
Sa’d lebte lange Zeit und begleitete alle vier rechtgeleiteten Kalifen. Er überlebte sie auch alle.
Es macht mehr Sinn, über sein Leben zu jeder Epoche zu reden.
Sa’d mit dem Propheten
Sa’d hatte eine großartige Stellung im Islam. Er bewies seine Tapferkeit in vielen Schlachten, an
denen er noch zu Lebzeiten des Propheten – Allahs Heil und Segen auf ihm – teilnahm. Sa’d war
der erste Muslim, der das Vergießen von Blut für den Islam verursachte. Einmal war Sa’d in
Begleitung von ‚Ammar bin Yaser, Saed bin Zaid und ‚Abdullah bin Mas’ud unterwegs. Auf
ihrem Weg nach Mekka machten sie halt, um zu beten. Eine Gruppe von Ungläubigen, unter
ihnen Abu Sufyan, Akannas bin Scharnaq und ‚Abdullah bin Aqtal, wusste, dass die Muslime
am Beten waren. Sie fingen an, sich über sie lustig zu machen und riefen sie beim Namen.
‚Abdullah bin Aqtal zeigte seine Feidseligkeit den Muslimen gegenüber deutlicher als die
anderen. Er stürmte los, um einen der Muslime zu verletzen. Sa’d konnte es nicht ertragen,
solch eine widerliche Behandlung mit anzusehen. Er ergriff einen Knochen, der neben ihm lag
und schlug ‚Abdullah damit. Sa’d verwundete ihn, und so wahr er der erste Muslim, der die
Ehre hatte, das Blut der Ungläubigen zu vergießen. Sa’d ging als erster mit ‚Ubaida bin Al-
Hariths Gruppe, um die Neuigkeiten von den Ungläubigen dem Propheten zu bringen. Auch
diese Gruppe von Muslimen sah sich einer anderen Gruppe von Ungläubigen gegenüber, die
sich ihnen ebenfalls feindselig zeigte. Sa’d weigerte sich, den Rückzug anzutreten. Er bereitete

seine Pfeile vor und schoss sie auf die aggressiven Ungläubigen. Aus diesem Grund wurde Sa’d
als der erste Muslim betrachtet, der seine Pfeile gegen die Feinde Allahs sandte.
Sa’d unterstützt den Propheten
‚Aischa berichtete, dass der Prophet – Allahs Heil und Segen auf ihm – in der ersten Nacht,
nachdem er Medina erreicht hatte, nicht schlafen konnte, als wenn er fühlte, dass eine große
Gefahr auf ihn zukomme. Der Prophet – Allahs Heil und Segen auf ihm – sagte: "Ich wünschte,
einer meiner Gefährten wäre hier, um mich heute abend zu bewachen." ‚Aischa berichtete weiter, dass
sie, sobald der Prophet – Allahs Heil und Segen auf ihm – dies gesagt hatte, das Geräusch von
Waffen vernahmen. Der Prophet – Allahs Heil und Segen auf ihm – fragte: "Wer ist da?" Eine
Stimme antwortete: "Ich bin Sa’d bin Abi Waqqas."
"Was in aller Welt führt dich nun hierher?" fragte der Prophet. "Ich hatte das Gefühl, dass sich dir eine
Gefahr nähert, also bin ich gekommen, um dich zu unterstützen", sagte Sa’d.
Der Prophet – Allahs Heil und Segen auf ihm -betete für ihn und schlief in aller Ruhe.
Sa’d in der Schlacht von Badr
Sa’d zeigte eine Menge Tapferkeit in der Schlacht von Badr. ‚Abdullah bin Mas’ud sagte über
ihn: "Ich sah Sa’d tapfer kämpfen" Er fügte hinzu: "Ich nahm zusammen mit Sa’d und ‚Ammar bin
Yaser an der Schlacht von Badr teil. Wir vereinbarten, die von uns eingesammelte Beute zwischen uns
aufzuteilen. Sa’d brachte zwei Gefangene, während ‚Ammar und ich keinen einzigen brachten."
Sa’d in der Schlacht von Uhud
In der Schlacht von Uhud blieb Sa’d beim Propheten – Allahs Heil und Segen auf ihm – und
stand vor ihm, um ihn zu schützen. Er kämpfte gegen den Feind. An jenem Tag betete Sa’d zu
Allah um Hilfe und darum, seine Pfeile gegen die Feinde Allahs und Seines Gesandten zu
senden. Der Prophet – Allahs Heil und Segen auf ihm – stimmte in Sa’ds Gebet mit ein und bat
Allah darum, Sa’ds Bitte anzunehmen. Als die Lage schlechter wurde, sagte der Prophet: "Schieß
deinen Pfeil, Sa’d, mein Liebling. Meine Mutter und mein Vater seien Dir geopfert."
‚Ali erzählte, dass der Prophet – Allahs Heil und Segen auf ihm – diese Worte zu niemandem
außer Sa’d sagte. In der Schlacht von Uhud sah Sa’d einen der Ungläubigen, Malik bin Zuhayr,
die Muslime wild töten. Sa’d beobachtete ihn sorgfältig, ergriff die Gelegenheit und tötete ihn
mit einem Pfeil.
Sa’d in der Schlacht von Banu Quraidha
Sa’d war einer der tapfersten Kämpfer unter den Muslimen in dieser Schlacht. Mut und
Weisheit waren seine deutlichsten Eigenschaften. In der Schlacht von Hunayn trug Sa’d die
Fahne der Muhadjiruun. Er blieb auch beim Propheten, als einige der Muslime in Panik

gerieten und vom Schlachtfeld flohen. Sa’d begleitete den Propheten von der frühen Phase des
Islam bis der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, starb.
Sa’d neben Abu Bakr
Zusätzlich zu seinem Mut war Sa’d auch ein guter Verwalter. Aus diesem Grund erwählte Abu
Bakr ihn zum Befehlshaber von Hawazin. Die Leute von Hawazin hattenden Islam erst kürzlich
angenommen, und ihr Islam war noch nicht fest. Sie hatten zusammen mit den Leuten von
Ta’if in den Schlachten von Hunain und Ta’if gegen den Propheten gestanden. Die Wahl zum
Anführer in der Schlacht von Hawazin war auf Sa’d gefallen, weil Abu Bakr meinte, eine so
schwierige Schlacht erfordere eine Person, die sowohl militärische als auch administrative
Fähigkeiten verkörperte. Sa’d konnte mit beiden Eigenschaften aufwarten.

Sa’d neben ‚Umar bin Al-Chattab
Die Rolle Sa’ds während des Kalifats von ‚Umar bin Al-Chattab währte lang und war sehr
wichtig. Zur Anfangszeit von ‚Umars Kalifat besiegten die Muslime das Byzantinische Reich. Zu
dieser Zeit nahm die Macht des Persischen Reiches zu und begann, eine Bedrohung für die
Muslime darzustellen. Die Muslime erkannten, dass ein Krieg gegen die Perser die einzige
Lösung war, um deren Aggressivität einzudämmen.
‚Umar bin Al-Chattab wollte das Heer selbst anführen. Er schickte Gesandte an die
Befehlshaber aller muslimischen Städte, um Männer und Waffen anzufordern. Die Truppen
kamen binnen kurzer Zeit mit all ihrer Ausrüstung in Medina an. ‚Umar war drauf und dran,
die Armee selbst zu führen, aber die Gefährten baten ihn, in Medina zu bleiben. Sie glaubten,
dass der Kalif einen ihrer tapfersten Kämpfer schicken sollte, um den Kampf zu leiten. Der
Grund für diese Bitte war, dass er so andere wichtige Aufgaben übernehmen konnte: wenn der
Kalif in Medina blieb, konnte er den Anführer des Heeres mit Geld, Männern und Waffen
versorgen, sobald dieser welche brauchte. Würde er getötet, könnte ‚Umar einen anderen
Krieger schicken.
‚Umar nahm diesen Ratschlag an, denn der Krieg konnte lange dauern und viel Nachschub
und Führung aus einer Zentrale erfordern. ‚Umar und der Rest der Gefährten fingen also an,
sich darüber Gedanken zu machen, wer am besten für die Zuständigkeit der Leitung des Heeres
geeignet war.
Eines Tages las ‚Umar einen Brief von Sa’d bin Abi Waqqas, in dem dieser ihm mitteilte, dass
er eine Gruppe guter Krieger geschickt hatte, wie der Kalif ‚Umar befohlen hatte. Während
‚Umar noch den Brief las, riefen die Prophetengefährten, dass sie den Anführer gefunden
hätten, der gesucht wurde. ‚Umar fragte: "Wer ist dieser Mann?" Sie sagten ihm, dass es Sa’d bin
Abi Waqqas war. Zusammen entschieden sie, dass Sa’d für diese Mission ausgewählt wurde.
‚Umar rief Sa’d nach Medina zurück, und befahl ihm dann, das Heer in den Irak und den Iran
zu führen.
‚Umar vergaß nicht, Sa’d davon abzuraten, auf sich selbst stolz zu sein. Er sprach zu ihm: "Sa’d,
sei nicht hochmütig, weil du der Onkel des Propheten und sein Gefährte bist, denn Allah hat keinen
Verwandten und nichts wird einem Mann helfen, außer seinen guten Taten. Die Menschen sind gleich vor
Allah, egal ob sie aus einer höheren oder einer niedrigeren Schicht sind. Es gibt keinen Unterschied
zwischen den Menschen bis auf ihre Taten. Schreibe mir alles über die Lage der Muslime und deiner im
Kampf, und auch über die Lage der Feinde. Lass mich deine Briefe lesen, als sei ich bei dir." Er wies ihn
an, gut zu den Muslimen zu sein und einige von ihnen im Geheimen zu entsenden, um ihm
Nachrichten über die Feinde zu überbringen. Zuletzt sagte er ihm, er solle seinen Assistent
unter den tapfersten Männern aussuchen. Sa’d machte den ersten Schritt auf die schwierigste
Schlacht zu. Er blieb in ‚Umars Nähe, indem er ihm Briefe schrieb und ebenso welche von ihm
empfing. ‚Umar pflegte sich mit seinen Gefährten zu beraten und sie nach ihrer Meinung zu
fragen; dann schickte er seine Anordnung an Sa’d, nachdem sie entschieden hatten, welche die
beste war.

Muthannah sendet einen Brief an Sa’d
Muthannah bin Harithah war vor Sa’d ein Befehlshaber der muslimischen Streitkräfte und
hatte dort eine sehr beachtliche und großartige Stellung. Als er erkrankte und das Herannahen
des Todes fühlte, schrieb er einen Brief, indem er Sa’d einen Ratschlag gab. Er empfahl ihm in
diesem Brief, wie er den Kampf am besten leiten und welche Vorgehensweisen er anwenden
sollte, um den Sieg zu erreichen. Muthannah bat Sa’d, seine Frau Salmah zu heiraten, falls er
starb, er sagte, sie habe bemerkenswerte Fähigkeiten im Kampf. Al-Muthannah verstarb bald
darauf und Sa’d folgte seinem Rat und ernannte seinen Bruder zu seinem Assistenten.
Die Schlacht von Qadisiyah
Die Schlacht von Al-Qadisiyah war die erste und zugleich auch die schwierigste, die Sa’d
anführte. Sa’d vergab mehrere Posten vor der Schlacht, aber seine Absicht war lediglich, den
Sieg für die Muslime zu erringen. Er ernannte Salman Al-Farsi zum Sprecher für diese Mission.
Er bat Zaid bin Abi h, Schreiber für Briefe an ‚Umar zu sein. Außerdem wählte er einige der
Gefährten aus, um verschiedene Einheiten der Armee anzuführen.
Sa’d pflegte dann den Wettbewerb unter ihnen für die Sache des Islams anzutreiben. Er tat
dies, indem er ihnen sagte, dass Stärke in diesem Leben eine der Säulen des Lebens sei, dass der
Sieg durch Ausdauer erreicht werden solle, und dass die Muslime und der Islam wahrhaftig
seien und nicht besiegt werden würden. Er forderte sie auf, die Verse des Qur’ans zu rezitieren,
die ihr Verlangen nach Djihad und Martyrium um Allahs willen steigerten. Sa’d sandte einen
Boten an Rustum, den Befehlshaber der persischen Armee, der ihn und seine Leute dazu
aufforderte, vor dem Kampf in den Islam einzutreten. Er sagte ihm auch, dass er, falls er
Muslim würde, alle Rechte der Muslime genießen würde, wenn er alle Pflichten einhielt. Der
Bote war Rabiah bin Amr, der von einigen seiner Anhänger begleitet wurde. Diese Gruppe von
Muslimen erklärte Rustum, dass Islam bedeutete, die Leute vor der Hölle zu retten und sie aus
der Dunkelheit ins Licht der Wahrheit zu führen. Sie fügten hinzu, dass der Islam sie vom
Dienst an vielen Götzenbildern weg dazu geführt hatte, nur einem Gott, Allah zu dienen.
Rabiah sprach zu Rustum: "Diese Botschaft war für Euch und für uns. Wenn Ihr sie annehmt, werden
wir zurückkehren, ohne Eurem Land irgendeinen Schaden zuzufügen. Euer Land wird unter Eurer
Herrschaft bleiben. Wir werden Euch auch gegen jeden Angriff Eurer Feinde beistehen. Wenn Ihr dieses
Angebot nicht annehmt, müsst Ihr Al-Djizya bezahlen. Wenn Ihr keine der beiden Wahlen annehmt, wird
Krieg zwischen uns sein."
Rustum fragte neugierig: "Was wird Eure Belohnung dafür sein?"
"Das Paradies für jeden unserer Getöteten und Freude für die Lebenden nach dem erreichten Sieg",
antwortere Rabiah.
Rustum wies die Botschaft ab. Er war stolz auf seine Streitkräfte, die etwa einhunderttausend
Kämpfer ausmachten.

Die Schlacht der Fesseln
Weil es für die Muslime keine Option außer dem Krieg gab, standen sich die beiden Heere
gegenüber. Die Persische Armee mit ihrer großen Anzahl an Kämpfern, Waffen und ihrer
gewaltigen Vergangenheit, und die Muslime mit ihrem großen Glauben an Allah. Die
Sichtweise der Muslime hatte sich nach dem Islam geändert. Sie wollten getötet werden oder
den Sieg um Allahs willen erreichen. Die Schlacht von Al-Qadisiya dauerte vier Tage, und jeder
Tag hatte seinen eigenen Namen und seine eigenen Schwierigkeiten. Zu Anfang des Kampfes
wurde Sa’d krank. Seine Erkrankung hielt ihn davon ab, am Kampfgeschehen teilzunehmen. Er
konnte weder sein Heer unterstützen noch mit Ratschlägen zur Seite stehen. Er saß auf dem
Dach eines Hauses, beobachtete und sandte Befehle an die Armee. Am ersten Tag siegten die
Perser. Dies geschah, weil die Elefanten, die sie benutzten, zwischen die Muslime vordrangen.
Die Folge war, dass die Pferde der Kämpfer erschreckt wurden.
Am zweiten Tag der Schlacht begannen die Anzeichen des Sieges der Muslime sich
abzuzeichnen. Die Muslime lenkten ihre Pfeile in die Augen und Rüssel der Elefanten. Sie
durchtrennten die Stränge, mit denen die Kästen auf den Rücken der Tiere befestigt waren, in
denen sich die persischen Kämpfer befanden. Die verborgenen Bogenschützen schossen ihre
Pfeile auf die Muslime, während sie selbst im Innern der Kästen geschützt waren.
Ein weiterer Grund für diesen großen Sieg war, dass guter Nachschub und Verstärkung Sa’d
vom Kalifen ‚Umar erreichten. Die neue Gruppe von Kämpfern wurde von Haschim bin Utbah
bin Abi Waqqas, Sa’ds Neffe angeführt. Ein weiterer Anführer war Al-Ka’ka’h bin Amr, einer
der tapfersten Männer. Abu Bakr sagte einmal über Al-Ka’ka’h, dass eine Armee, in der Al-
Ka’ka’h sei, nicht besiegt werden würde. Er fing an, mit einem der persischen Befehlshaber,
Harith bin Thabian zu kämpfen. Es war ein klarer Sieg für Al-Ka’ka’h und seine Gefährten.
Am dritten Tag der Schlacht gab es schwere Gefechte zwischen den beiden Armeen. Und wie
schon zuvor wirkten sich Mut und gute Planung auf das Kampfgeschehen aus. Al-Ka’ka’h, Amru
bin Madi Charab, Qais bin Makschun und Ahsam bin Amr kämpften tapfer. Die Kämpfe
dauerten die ganze Nacht des vierten Tages der Schlacht an.
Am letzten Tag war es sehr windig. Rustum, der auf einem Elefanten ritt und von dort aus
seine Befehle gab, stürzte hinab, als einer der Muslime die Augen des Tieres traf. Hilal bin Al-
Qamah verwundete Rustum daraufhin, und er starb auf der Stelle.
Mit Rustums Tod begann der großartige Sieg. Die Armee des Schahenschah, die bis auf
viertausend Kämpfer reduziert worden war, die Rustum bewachten, bat um Frieden. Sie stellten
für ihre Kapitulation zwei Bedingungen: erstens verlangten sie, dass ihnen von den Muslimen
erlaubt würde, sich mit wem auch immer zu verbünden. Zweitens sollten die Muslime sie
großzügig entlohnen. Sa’d stimmte zu. Mit ihrem Eintritt in den Islam bildeten sie eine starkes
Heer, dass ihren Feind besiegen konnte. Außerdem ergab sich auch eine weitere Gruppe von
Rustums Armee, die mit Ketten gefesselt war, um ihre Flucht zu unterbinden, den Muslimen.
Die Persische Armee war so auf Gefangene und Mörder reduziert worden. Die Muslime hatten
etwa 7000 Kämpfer verloren, kleine Verluste im Vergleich mit denen des persischen Heeres.

Dies machte die nächste Unterwerfung sehr viel einfacher. Der Großteil der persischen
Streitkräfte bestand aus Christen, und sie hatten sich oft über die Muslime lustig gemacht, aber
zu guter Letzt nahmen sie den Islam an.
Die Neuigkeiten vom Sieg erreichen ‚Umar
Als die Muslime in der Schlacht von Al-Qadisiyah den Sieg über die Perser erkämpf hatten,
schrieb Sa’d an ‚Umar bin Al-Chattab. Die Nachricht las sich wie folgt:
"Allah hat uns geholfen, den Sieg über unseren Feind zu erringen. Sie bekamen, was sie verdienten, obwohl
sie ein großes Heer und eine Menge Waffen hatten. Die Muslime beherrschten sie auf dem Schlachtfeld
und folgten ihnen in die Wüste. Am Ende erreichten sie den großartigen Sieg. Die Muslime haben einige
ihrer besten Krieger verloren. Sie rezitierten den Qur’an in der Nacht und kämpften tagsüber. Diejenigen,
die aus diesem Leben gegangen sind, waren nicht besser als diejenigen, die noch leben, abgesehen von der
Ehre des Martyriums."
Al-Numan bin Al-Munthers Tochter
Als die Schlacht von Al-Qadisiya vorrüber war, kam die Tochter Al-Numan bin Al-Munthers zu
Sa’d. Ihr Vater war der König von Al-Hiirah und ein Verbündeter der Perser. Als sie eintrat, um
Sa’d zu sehen, war sie von Armut und Depression gezeichnet. Sie war reich gewesen, umgeben
von Silber, Gold und Seide. Als sie eintrat und sich vorstellte, erinnerte sich Sa’d, wozu der
Prophet – Allahs Heil und Segen auf ihm – den Muslimen geraten hatte, wenn sie eine Person
sahen, die ehrbar unter ihrem Volk gewesen war und daraufhin arm und bescheiden wurde.
Der Rat des Propheten – Allahs Heil und Segen auf ihm – war gewesen, gütig zu diesen
Menschen zu sein, und so hieß Sa’d sie willkommen und gab ihr großzügig, worum sie bat. Als
sie später gefragt wurde, wie Sa’d sie behandelt hätte, sagte sie, er sei gütig zu ihr gewesen.
Sa’d rückt nach Al-Madd’en vor
Sa’d wollte die Wunden der Muslime heilen lassen, und er forderte sie auf, dort zu verbleiben,
wo sie waren, nachdem die überlebenden Perser geflohen waren. Die Perser gruppierten sich an
den Ufern des Tigris neu. Ein Perser sammelte eine große Armee um sich. Er plante einen
letzten Kampf in Al-Madd’en. Die Vorbereitungen hierfür dauerten zwei Jahre für beide Seiten.
Die Muslime nannten den Ort Al-Madd’en, weil es dort sieben nahe bei einander liegende
Städte gab, nicht eine einzige, wie sie gedacht hatten. Als er mit den Vorbereitungen fertig war,
wartete Sa’d auf den Auftrag des Kalifen. Sa’d brach sofort auf, als er den Befehl von ‚Umar
erhielt. Er marschierte zum Westufer des Flusses und eroberte es. Als die persische Armee floh,
zerstörte sie die Brücke, die zum anderen Ufer führte. Die Muslime hatten nun keine
Möglichkeit, sie zu erreichen. Sa’d dachte eine Weile nach und entschied sich, nach einer
seichten Stelle im Fluss zu suchen. Wenn sie eine solche Stelle fanden, konnten Sa’d und seine
Kämpfer den Fluss auf dem Rücken ihrer Pferde überqueren. Bevor es losging, bildete Sa’d zwei
Gruppen, die bereit waren, schwierige Aufgaben durchzuführen und ihr Leben zu opfern, falls
dies zum Wohle anderer nötig sein würde.

Er bestimmte Assume bin Amr zum Anführer der ersten Gruppe und Al-Ka’ka’h zum Anführer
der zweiten. Diese beiden Gruppen hatten den Tigris durchquert und die Muslime folgten
ihnen auf dem Rücken ihrer Pferde. Die Pferde überquerten den Fluss, als ob sie über Land
liefen. Die Armee der Perser war verängstigt, die Muslime näherkommen zu sehen. Yazdeger
der Perser entkam mit seinen Soldaten, nachdem sie ihre Kostbarkeiten entfernt hatten und
überließ die Städte den Muslimen.
Die Beute, die die Muslime in Al-Qadisiya und Al-Madd’en machten
Die Muslime nahmen riesige Beute in Al-Qadisiya und Al-Madd’en. Sa’d betrat den weißen
Palast wo Kisrahs Bogen war. Schnell las er den Qur’anvers:
"Wie zahlreich waren die Gärten und die Quellen, die sie zurückließen! Und die Kornfelder
und ehrenvollen Stätten!" [Sura Ad-Duchan (44), Verse 25,26]
Sa’d bemerkte, dass die Muslime Unmengen von Schätzen und Schmuck fanden, aber niemand
wollte etwas für sich selbst nehmen. Stattdessen beeilten sie sich, alles ihrem Anführer zu
übergeben. Als ‚Ali bin Abi Talib dies hörte, sagte er, dass er dies von einer ehrlichen Armee
und deren Anführer erwarte. Ali wies alle Muslime an, es ihnen gleichzutun.
Sa’d plant die Stadt Kufa
Sa’d bin Abi Waqqas war nicht nur ein Mann des Krieges, sondern auch ein Mann des
Aufbaus. Es wird überliefert, dass er die Stadt Kufa geplant und gegründet hat. Er tat dies, weil
die Muslime nicht damit zufrieden waren, in den Häusern der Perser zu wohnen, denn sie
waren nicht für die Muslime geeignet. Die Stadt Kufa wurde nach islamischem System und
Grundsätzen gebaut. Eine Moschee wurde in der Mitte der Stadt errichtet. Das Haus des
Anführers wurde direkt daneben gebaut und rundherum waren die Behausungen der Muslime.
Die Straßen waren breit, und ein großer Platz wurde freigelassen, damit auf ihm die Kinder
spielen und die Krieger trainieren konnten.
‚Umar ruft Sa’d
‚Umar war interessiert daran, den Anführer einer jeden erfolgreichen Schlacht nach Medina
zurückzurufen. Der Grund dafür war, dass er sich Sorgen machte, der Anführer könne nach
dem Sieg auf sich selbst stolz sein. Er forderte Chalid bin Al-Waliid, Al-Muthannah bin Harith
und nun auch Sa’d auf, sein Entlassungsgesuch einzureichen. Ein weiterer Grund war, die
Leute davor zu schützen, diese zu vergöttern und sie religiös zu verehren. Es war nicht so, weil
‚Umar an Sa’d zweifelte, im Gegenteil, weil er ihn respektierte. Zum Beweis seines Respekts war
Sa’d unter den sechs Prophetengefährten, die ‚Umar für das Amt des Kalifen nach sich
empfohlen hatte. ‚Umar sagte: "Wenn ihr Sa’d wählt, so hat er es verdient."

In ‚Uthmans Zeit erkannte der Kalif, dass Sa’d bin Abi Waqqas der beste Befehlshaber für den
Irak war, denn Sa’d kannte das Volk des Irak schon sehr gut. Er ernannte ihn zum Anführer
der Stadt Kufa im Irak. Als im letzten Jahr der Amtszeit ‚Uthmans der Konflikt zwischen den
Muslimen begann, hielt Sa’d sich davon fern. Als ‚Uthman getötet wurde und der Konflikt
zwischen ‚Ali und Mu’awiyah entbrannte, lehnte Sa’d es ab, mit einer der beiden
Splitterparteien teilzunehmen. Er schrieb an ‚Ali und entschuldigte sich dafür, nicht in der
Schlacht von Al-Jamel zu kämpfen. Er schrieb: "Gib mir ein Schwert, wodurch, wenn ich damit
kämpfe, die Muslime auf den rechten Weg zurückkehren. Wenn Du mir so ein Schwert geben könntest,
würde ich sofort zusammen mit Dir kämpfen."
Sein Neffe Haschim bin Utbah bin Abi Waqqas drängte ihn, sich an dem Streit zu beteiligen,
indem er sagte: "Onkel, es gibt ungefähr einhundert Muslime, die glauben, dass Du das Recht hast, der
nächste Kalif zu sein."
"Ich brauche nichts, dass auf dem Vergießen des Blutes der Muslime gebaut ist", antwortete er.
Sa’ds Tod
Sa’d starb im Jahre 54 nach der Hidjra. Vor seinem Tod wies er seine Kinder an, eine Kiste zu
öffnen, die seit Jahren verschlossen gewesen war. Als sie die Kiste öffneten, forderte er sie auf,
sein altes Gewand herauszunehmen. Er bat sie darum, ihn nach seinem Tode darin
einzuwickeln, und er sagte, es sei das Gewand, dass er in einer der Schlachten gegen die
Ungläubigen getragen hätte.
Sa’ds Ratschläge
Es gibt viele Ratschläge, dievon Sa’d bin Abi Waqqas überliefert wurden. So zum Beispiel:
Er sprach zu seinen Söhnen: "O Söhne, wenn ihr um etwas bittet, so sollte es angemessen sein, wer dies
nicht tut, so wird Allah niemals mit ihm zufrieden sein."
Er sagte ihnen auch: O Söhne, seid nicht stolz auf Euch selbst und erinnert Euch, wie Ihr dieses Leben
begonnen habt und wohin Ihr nach dem Tod gehen werdet. Wer arrogant ist, demgegenüber wird Allah auf
seinem Recht bestehen."
Schließlich sagte er ihnen auch: "O Söhne, vermeidet Gier, denn sie ist nur eine Armut in diesem
Leben."
Eine Moschee mit Sa’ds Namen
In Qantuun in China gibt es eine Moschee und ein Grab, von dem geglaubt wird, dass es Sa’d
bin Abi Waqqas gehört. Es ist zweifelhaft, ob Sa’d nach China ging, um zum Islam aufzurufen
und dort starb. Dennoch haben die Leute ein Grab eingerichtet und eine Moschee, die seinen
Namen tragen. Die Wahrheit ist aber, dass Sa’d niemals in seinem Leben nach China kam, er
starb in Medina und wurde in Al-Baqeah begraben. Später geschah es, dass ein anderer Mann,
der auch Al-Waqqas genannt wurde, dorthin ging. Weil Sa’d so berühmt war, dachten die
Leute bald, dass er derjenige war, der nach China ging.