Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(r)
 
 
Seine Geschichte
Der Name unseres heutigen Sahabis ist Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(r).
Seine Geschichte und seine Erlebnisse beginnen schon in seinen jungen Lebensjahren. Sie beginnt damit, dass er und hunderte andere Mekkaner zu einem Ort außerhalb der Stadt gerufen wurden, um etwas Einmaliges zu erleben. Und zwar dies, dass Khubaib Ibn ³Udayyin(r), ein großer Sahabi, der unter die Gefangenschaft der Mekkaner geraten war, hingerichtet werden sollte. Die Masse sollte zur Abschreckung genaustens sehen, wie die Rache an den Propheten(s) in der Person von Khubaib Ibn ³Udayyin sich auswirkt.

Unser Sahabi war ein großer, starker junger Mann, der durch diese seine Gaben die Möglichkeit hatte, sich durch die Menschenmasse durchzukämpfen, um ganz vorn das Geschehnis zu erleben. Dadurch, dass er nun ganz vorn stand, konnte er auch genau sehen, was die Quraischiten mit dem Gefangenen machten und er konnte auch deutlich hören, was Khubaib Ibn ³Udayyin(r) als Antwort auf ihren grausamen Umgang sagte.
Schon auf dem Weg zum geplanten Ort schlugen und misshandelten sie ihn. Sie hatten einen solchen Hass auf ihn, weil der Prophet(s) den Quraischiten in der Schlacht von Badr eine erniedrigende Lektion erteilt hatte.
Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(r) berichtet, dass, als sie am beabsichtigen Platz ankamen, Khubaib Ibn ³Udayyin(r) total erschöpft die Quraischiten um einen letzten Wunsch vor seinem Tod bat. Er drehte sich in Richtung der Kaaba und wollte noch zwei letzte Raka’ah verrichten, bevor er diese Welt verlässt. Nach dem Beenden des Gebetes wandte er sich gegen die Quraischiten und sprach: "Bei Allah, wäre es nicht so, dass ihr denkt, ich hätte Angst vor dem Tod, so hätte ich viel länger gebetet."
Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(r) berichtet weiter: "Die Quraischiten haben diesen großartigen Sahabi auf eine grausame Art und Weise getötet: Sie haben von seinem Körper Stück für Stück abgeschlagen, ein Teil nach dem anderen, während er noch lebte." Und jedes Mal, bevor es dazu kam, stellten sie immer und immer wieder die gleiche Frage, welche übrigens den gesamten Inhalt der Geschichte von unserem Sahabi prägt: "Wäre es dir nicht lieber, dass Muhammad(s) an deiner Stelle wäre, während du selbst bei deiner Frau und den Kindern bist?" Und die Antwort, die Khubaib Ibn ³Udayyin(r) gab, die übrigens jeder Muslim, der sich in einer solch ähnlichen Situation befindet sagen muss und das Unterlassen dieser eine großen Sünde ist, war diejenige: "Bei Allah, mir wäre es nicht einmal lieber, dass ich zu Hause mit meiner Familie zusammensitze, während Muhammad(s) mit einem Nägelchen gestochen wird."
Sobald er diese Antwort gab, waren die Menschen mehr als nur aufgebracht und sie schrieen: "Tötet ihn, tötet ihn!" Dies geschah dann auch so., nachdem Khubaib Ibn ³Udayyin(r) seine Hände zum Himmel erhob und Allah(t) bat: "Allahumma ahsihim ‚adada – waqtulhum badada – wa la tughadir minhum ahada – Oh Allah, verringere ihre Anzahl und töte sie allesamt und verschone keinen von ihnen."

Nachdem dieses Ereignis geschah, gingen alle Quraischiten zurück in ihre Häuser und vergaßen schnell, was zuvor geschehen war. Einer jedoch, der junge Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(r), konnte es einfach nicht vergessen; er konnte keinen Augenblick mehr Ruhe finden und hatte sogar in seinen Träumen kein Glück. Auch tagsüber plagte ihn das ständige Denken an Khubaib Ibn ³Udayyin(r) und sein Verhalten und er bekam es mit der Angst zu tun, das Allah(t) ihn dafür bestraft.
Außerdem hatte er von Khubaib Ibn ³Udayyin(r) einige Lektionen gelernt: Die erste war, dass das wahre Leben eine richtige Aqida voraussetzt und einen Jihad, eine Anstrengung, die diese Aqida schützt. Die zweite Lektion war, dass ein richtiger Iman, wenn man von ihm vollkommen überzeugt ist, unglaubliche Sachen bewirken kann. Und er lernte auch, dass ein Mann wie der Prophet(s), der von den Sahaba(r) dermaßen geliebt wird, nur ein Prophet sein kann, der die Wahrheit spricht.
So hat Allah(t) es so gewollt, dass Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(r) Muslim wird. Daraufhin ist er zu den Quraischiten gegangen und hat sich von ihren Machenschaften los gesprochen und ist anschließend zum Propheten(s) ausgewandert. In Medina ist Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(r) lange Zeit beim Propheten(s) geblieben und unternahm mit ihm die Schlacht von Khaibar und auch alles, was danach kam. Als der Propheten(s) verstarb, blieb Sa³id Ibn Amir Al-Jumahie(r) immer im Dienste der Kalifen(r). Er war ein Vorbild für die Gläubigen in ganz Medina, da er Al-Akhira mit Ad-Dunya gekauft hatte und die Liebe zu Allah(t) bei allen Dingen vorzog. Die Kalifen(r), die ihn bestens kannten, wussten nur zu gut bei ihm Rat zu suchen und auch er hielt seinen guten Rat nie zurück und war eine große Hilfe für sie.

 
Quelle: www.da3wa.net