14. Was darf der Fastende tun und was darf er unterlassen 

 

  1. Der Fastende darf beim Waschen den Mund und die Nase spülen ohne dabei zu  übertreiben, weil der Prophet (a.s.) im Hadīth, erzählt von den Überlieferern und Ibn Māğeh, von Letzterem als sahīh bezeichnet, sagte:

    " Spüle deine Nase und deinen Mund intensiv, außer wenn du fastest. "

Es wurde über den Propheten (a.s.) erzählt, dass ‘Umar ihn nach dem Kuss beim Fasten  fragte. Die Antwort des Propheten (a.s.) darauf lautete: „Was denkst du über die Mundspülung beim Fasten?“ ‘Umar sagte: „Sie ist erlaubt.“ Der Prophet (a.s.)  erwiderte darauf: „Warum staunst du dann?“ D.h. es ist erlaubt.

Da das Wasser außerhalb des Körpers ist, macht es das Fasten nicht ungültig, auch wenn es in Nase und Augen eindringt. Auch wenn man bei der Mund- und Nasenspülung etwas Wasser ohne Absicht und ohne Übertreibung schluckt, wird das Fasten dadurch nicht gebrochen, da dabei keine Absicht und kein Wille vorliegt. Das ist so, als wäre einem eine Fliege in den Mund geflogen. Dasselbe gilt auch für Straßenstaub, Fabrik- und Feuerrauch und alle Dämpfe, vor denen man sich nicht schützen kann. 

  1. Es ist auch gestattet, dass man sich das Wasser über den Kopf gießt insbesondere, wenn es warm ist oder wenn man starken Durst hat. Gefährten des Propheten (a.s) berichten über ihn: „Ich habe den Gesandten Allahs (a.s.) in al-‘Arğ (Name eines Orts) gesehen, als er sich beim Fasten wegen der Hitze oder vor Durst Wasser über den Kopf goss.“ (Überliefert von Abū Dawūd.)

  1. Dem Fastenden ist es erlaubt, sich zu waschen. ‘Ā’ischa und Umm Salamah sagten: „Wir bezeugen, dass der Gesandte (a.s.) nach dem Beischlaf aufstand und sich dann wusch und fastete.“ (Überliefert von al-Bukharī und Muslim.)

Dieser Hadīth weist auf eine sehr wichtige Angelegenheit hin, nämlich dass demjenigen, der vor dem Gebetsruf zum Morgengebet ehelichen Verkehr hat, erlaubt ist, das Waschen bis nach dem Morgengebet zu verschieben. Auch die Frauen nach der Monatsblutung und dem Wochenbett können das Waschen bis nach dem Morgengebet verschieben, wenn sie bereits vorher rein sind. Weder die Ğanābah (<!–[if !supportFootnotes]–><!–[endif]–>Unreinheit nach sexuellem Verkehr und ähnlichem<!–[if !supportFootnotes]–>) <!–[endif]–>oder die Menstruation noch das Wochenbett schaden dem Fasten.

4.      Dem Fastenden ist es erlaubt, zu schwimmen und zu tauchen. Aber es wird befürchtet, dass dabei Wasser in den Rachen gelangt, deshalb ist es verhasst. Dies beruht auf der Aussage des Propheten (a.s.) in dem Hadīth: „Spüle deine Nase intensiv, außer wenn du fastest.

5.      Wenn man isst und trinkt im Zweifel, ob die Zeit der Morgendämmerung bereits angebrochen ist, darf  man weiter essen und trinken, bis man sich sicher wird. Das beruht auf der Aussage Allahs im Quran:

Esst und trinkt, bis sich der weiße Faden vom schwarzen Faden in der Morgendämmerung deutlich hervorhebt.“ (Sūrat al-baqara, 187.) Also darf man essen, bis man sicher ist und keinen Zweifel mehr hat. Der Prophet (a.s.) sagte:

Esst und trinkt bis der Gebetsruf (von Ibn Maktūm) ausgesprochen wird.

Ibn Maktūm war ein Blinder und pflegte den Gebetsruf erst auszusprechen, wenn man ihm sagte: der Morgen ist angebrochen.

Die Regel ist folgende: Solange man nicht sicher ist, dass der Tag angebrochen ist, befindet man sich im Zweifel. In dieser Zeit darf man essen. Anders verhält es sich, wenn man meint, die Sonne sei untergegangen und man sein Fasten bricht, obwohl sie noch gar nicht untergegangen ist, dann muss man diesen Fasttag nachholen; das ist die Meinung der meisten Gelehrten.

Die Tatsache wird nicht durch Zweifel aufgehoben. Ibn Taymiyah vertritt die Meinung, dass man den Tag nicht wiederholen muss. Wenn der Tag anbrach und in seinem Mund noch Essen war, so waren sich die Gelehrten einig, dass er es ausspuckte, und sein Fasten war gültig. Gleiches gilt, wenn man aus Vergesslichkeit gegessen oder getrunken hat, so ist das Fasten gültig, wenn man im Moment der Erinnerung das Essen ausspuckt.

 

  1. Es ist dem Fastenden erlaubt, Essen für ein kleines Kind vorzukauen, wenn es nötig ist. Al-Hassan hat seinem Enkel Wahlnüsse vorgekaut. Es wird aber nicht erlaubt, wenn es nicht unbedingt nötig ist, weil man befürchtet, dass etwas in den Rachen kommt.  

  2. Es ist genauso erlaubt, Essen abzuschmecken, wenn es keinen in der Nähe gibt, der essen darf, wie z.B. ein Kind oder ein Erwachsener, der an dem Tag eine Entschuldigung hat. Ibn Abbas hat gesagt: „Es ist nicht verboten, das Essen oder auch Essig abzuschmecken. Aber wenn etwas in den Rachen gelangt, dann ist das Fasten beendet.

  3. Es ist dem Fastenden erlaubt, sich zu parfümieren, sich mit Weihrauch zu behandeln oder sich einzucremen. Es wurde kein eindeutiges Verbot nachgewiesen. Wenn diese Sachen dem Fasten schaden würden, hätte der Prophet (a.s.) dies auch verboten, aber die Gelehrten haben in dieser Hinsicht kein Verbot festgestellt. 

  4. Wer sich übergeben muss, braucht sein Fasten nicht zu wiederholen:
    Der Gesandte (a.s.) hat gesagt:

„Wer brechen muss, braucht nicht zu wiederholen; aber wer das Erbrechen herbeigeführt hat, muss wiederholen.“

Das heißt, wer sich unabsichtlich übergibt, dessen Fasten ist gültig, aber wer es provoziert hat, indem er sich die Hand in den Hals steckte oder mitirgendeinem Brechmittel, muss den Tag wiederholen. Diesen Hadith überlieferten die fünf, Ahmed erklärte ihn für schwach, Dārqutnī für schwach.

  1. Blutende Wunden. Zur Zeit des Gesandten Muhammad (a.s.) waren die Muslime im Ğihād. Manchmal wurden sie verwundet, doch sie haben weiter gefastet. Das gilt für Kopfverletzungen, da die Kopfwunde das Gehirn erreichen und die Medikamente dagegen keinen Nährwert haben, Bauchverletzungen o.ä. Wären dies Ursachen für das Beenden des Fastens, hätte es der Prophet (a.s.) erklärt. Der Scheich des Islam Ibn Taymiyah erwähnte dies in dem 25. Band der Al-Fatāwa, in dem Buch über das Fasten.

  2. Das Zäpfchen, das man in den After einführt, hat ebenfalls keinen Nährwert, sondern dient als Abführmittel. Gleiches gilt für Abführmittel, die gerochen werden

  3. Es ist erlaubt, Zähne zu ziehen, Wunden zu behandeln und Augen- bzw. Ohrentropfen zu verwenden. Dies alles schadet dem Fasten nicht, auch wenn man das Medikament im Rachen schmeckt. Besser ist es aber, dies auf die Zeit nach dem Fastbrechen zu verlegen.

  4. Es ist dem Asthmatiker und dem Herzkranken erlaubt, sich seinen Spray in den Rachen zu sprühen.

  5. Die Spritzen, die keinen Ernährungseffekt haben und den Durst nicht stillen, wie z.B. Penicillin, Insulin oder eine Impfung. Diese alle schaden dem Fasten nicht, auch wenn sie in den Muskel oder die Vene gegeben werden. (Fatāwa des Ibn Ibrahim 4/ 189). Sicherer ist es jedoch, wenn dies alles nachts durchgeführt wird. 
    Die Dialyse, als Methode das Blut zu reinigen und mit Zucker- und Salzlösungen zu versehen, werden als Fastbrechen erachtet. (Rechtsgutachten des Dauerausschusses 10/ 190)). 
    Es überwiegt, dass Zäpfchen, Augen- und Ohrentropfen, Zahnziehen und Wunde behandeln dem Fasten nicht schaden. (Gesammelte Rechtsgutachten des Ibn Taymiyah 25/ 233, 25/ 245). 
    Asthmatiker Sprays schaden dem Fasten nicht, weil es sich um Gas und nicht um Essen handelt und weil der Patient es sowohl im Ramadan, als auch in den übrigen Monaten braucht. Blutentnahme schadet dem Fasten nicht, weil es notwendig ist. (Fatāwa al-Da‘wa des Ibn Bāz, 979). 
    Gurgeln schadet dem Fasten nicht, sofern die Gurgellösung nicht geschluckt wird. Wer eine Zahnfüllung bekommt und den Geschmack im Hals verspürt, dessen Fasten ist gültig. (Fatwa des Scheich Ibn Bāz, in: 70 Fragen über das Fasten von Scheich Muhammad al-Munğid)

  6. Alle folgenden Taten schaden dem Fasten nicht:
    1. Ohren spülen, Nasentropfen und Nasensprühen, wenn das Schlucken vermieden wird.
    2. Lutschtabletten zur Behandlung von Gefäßverengung, Infarktgefahr, wenn man vermeidet, das Gelöste zu schlucken.
    3. Alles, was in die Vagina gelangt, z.B. Zäpfchen, Seife, Endoskop oder Finger des Arztes zur Untersuchung.
    4. Endoskopie o. ä. der Gebärmutter.
    5. Alles, was in die Harnröhre gelangt, wie z.B. Endoskop, Katheter, Kontrastmittel oder Spülmittel der Blase.
    6. Zahnbohren, Zahnentfernung, Zahnspülen, siwāk und Zahnbürste, solange man vermeidet, etwas zu schlucken.
    7. Mundspülen, Gurgeln und Mundsprays, solange man vermeidet, etwas zu schlucken.
    8. Medikamentöse Spritzen in Haut, Muskeln und Venen mit Ausnahme von Flüssigkeits- und Nährwertspritzen.
    9. Sauerstoff.
    10. Inhalationsnarkose, solange dem Patienten keine Flüssigkeitszusätze dazu gegeben werden.
    11. Alles, was über die Haut vom Körper aufgenommen wird, wie Fette, Cremes oder auch medikamentöse oder chemische Substanzen enthaltende Pflaster.
    12. Herz- oder andere Gefäßkatheter zur Diagnosestellung oder Behandlung.
    13. Bauchendoskopie.
    14. Leber- oder andere Abstriche, solange keine Flüssigkeit dazu gegeben wird.
    15. Magenendoskopien, wenn dabei keine Flüssigkeit oder andere Stoffe in den Magen gelangen.
    16. Punktieren des Gehirns und des Spiralkanals.

  7. quelle:

  8.  http://www.as-sunnah.de/modules.php?name=Sections&sop=viewarticle&artid=34

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