15. Was das Fasten ungültig macht:

 

1. Wenn man absichtlich isst oder trinkt.

 

Wer versehentlich gegessen oder getrunken hat, muss nicht wiederholen und keine Buße tun. Die Gruppe der Überlieferer haben von Abū Hurayrah berichtet, dass der Prophet (a.s.) sagte:

"Wer versehentlich während des Fastens gegessen oder getrunken hat, soll sein Fasten weiterführen. Allah hat ihn gespeist und getränkt. "

 Al-Tirmidhī sagte: „Die meisten Gelehrten sind sich darüber einig, darunter Sufyān al-Thawrī, al-Schāfi‘ī und Ahmad. Dārqutnī, al-Bayhaqī und al-Hākim überlieferten von Abū Hurayrah, dass der Prophet (a.s.) sagte:

" Wer sein Fasten im Ramadan versehentlich gebrochen hat, muss weder den Tag wiederholen noch eine Sühne leisten. " [Nach den Kriterien von Muslim ein Hadīth sahīh.]

Al-Hāfiz Ibn Hağar sagte: Dieser Hadīth hat eine Überliefererkette, die sahīh ist.

Allah sagte:

"…außer wenn einer gezwungen wird, während sein Herz im Glauben Ruhe gefunden hat…" [Sūrat al-nahl, 106]

 

"Und es ist keine Sünde für euch, wenn ihr etwas versehentlich tut, sondern nur, wenn ihr es vorsätzlich tut. " [Sūrat al-ahzāb, 5].

Ibn Māğeh, al-Tabarāni und al-Hākim berichten über Ibn ‘Abbās, dass der Prophet (a.s.) sagte:

" Allah vergibt meiner Ummah ihre Fehler, das Vergessen und die Taten, die sie unter Zwang ausführen. "

 

2. Absichtliches Erbrechen:

 

Wer erbricht, ohne dies durch eigenes Zutun hervorgerufen zu haben, braucht weder das Fasten nachzuholen noch eine Sühne zu leisten. Abū Hurayrah berichtet, dass der Prophet (a.s.) gesagt hat:

" Den Fasttag nicht nachzuholen braucht, wen das Erbrechen überkommt. Doch wer das Erbrechen absichtlich herbeiführt, ist dazu verpflichtet.“ [Überliefert von Ahmad, Abū Dawūd, al-Tirmidhī, Ibn Māğeh, Ibn Habbān, Dārqutnī und al-Hākim, wobei Letzterer ihn überdies als sahīh erklärt.]

Mit absichtlichem Erbrechen ist hier das Erbrechen gemeint, das hervorgerufen wird, indem man an etwas Ekelerregendem riecht oder seine Finger in den Hals steckt.

Al-Khattābī schreibt, die Gelehrten seien sich darüber einig, dass den Fasttag nicht nachzuholen braucht, wen das Erbrechen überkommt, doch wer absichtlich erbricht, ist dazu verpflichtet.

 

3. Kindbett und Menstruation

 

Sogar kurz vor Sonnenuntergang muss eine Frau ihr Fasten brechen, wenn bei ihr die Monatsblutung einsetzt. Den dadurch versäumten Tag muss sie später nachholen. ‘Ā’ischa sagte dazu:

"Wenn wir unsere Monatsblutung hatten, wurde uns befohlen, das Fasten nachzuholen, jedoch nicht die dadurch versäumten Gebete." [Alle Überlieferer stimmen darin überein.]

Der Prophet ordnete dies an und sagte (zu den Frauen):

 " Ist es nicht so, dass ihr, wenn ihr eure Monatsblutung habt, nicht betet und nicht fastet? Das ist mit ‚Mangel an Religion’ gemeint. " [Überliefert von al-Bukhārī.]

Dies gilt für die Menstruierende gleichermaßen wie für die Wöchnerin, weil die Blutung der Wöchnerin wie das Menstruationsblut und das Verfahren somit dasselbe ist.

 

4. Samenerguss

 

Egal ob durch das Intimsein mit der Ehefrau oder mit der Hand (durch Masturbation) verursacht, macht der Samenerguss das Fasten zunichte und erfordert Nachholen.

 

5. Verlust der Absicht

 

Derjenige, der die Absicht fasst, das Fasten zu brechen, hat dies dadurch schon getan, sogar wenn er noch nicht gegessen oder getrunken hat, weil er die niyah dazu nicht mehr hat.

 

6. Die Abkehr vom Islam (riddah)

 

Die riddah macht alle Taten zunichte. Dazu sagt der Erhabene:

"Wenn du Mir etwas beigesellen solltest, wären deine Taten wertlos, und du würdest zu den Verlierern gehören." [Sūrat az-zumar, 65.]

 

7. Verschlucken von Ungenießbarem, wie Textilien, Juwel

 

Ibn ‘Abbās (Allah schenke ihm Sein Wohlgefallen) überliefert:

 " Das Fasten betrifft, was eintritt (in den Mund), nicht was herauskommt; wie das Blut (einer Wunde und unabsichtliches) Erbrechen ."

 

8. Fastbrechen zu einem ungewissen Zeitpunkt

 

Wer isst, obschon der Verdacht besteht, dass die Sonne noch nicht untergegangen sein könnte, muss den Fasttag nachholen, weil der Sinn darin besteht, am Tage zu fasten, und erst zu essen, wenn man sicher ist, dass die Sonne untergegangen ist.

 

 

All diese Taten, durch die das Fasten zunichte gemacht wird, erfordern nur, die entsprechende Anzahl an Tagen nachzuholen, nicht aber eine Sühne (kaffārah) zu leisten, außer folgende:

 

 

a) Der wissentliche Beischlaf: Abū Hurayrah (Allah schenke ihm Sein Wohlgefallen) berichtet,

 

"dass ein Mann zum Propheten (a.s.) kam und sagte: „Vernichtet bin ich, oh Gesandter Allahs!“ Der Prophet (a.s.) entgegnete ihm: „Was hat dich vernichtet?“ Da antwortete er ihm: „Ich habe meiner Frau im Ramadan (am Tage) beigewohnt.“ Daraufhin fragte ihn der Gesandte (a.s.): „Bist du in der Lage, einen Sklaven zu befreien?“ Er verneinte. „Schaffst du es, zwei Monate ohne Unterbrechung zu fasten?“ – „Nein.“ – „Bist du in der Lage, 60 Arme zu speisen?“ Auch diese Frage musste er verneinen, bis der Prophet (a.s.) mit einem Korb Datteln zurückkam kam und sagte: „Nimm diese und spende sie.“ – „Anderen Leuten, die ärmer sind als wir?“ Da lachte der Prophet (a.s.) bis seine Zähne sichtbar wurden und sagte: „Geh’ und ernähre deine Familie davon." [Überliefert von Al-Bucharie und Muslim]

 

b) Das ungestattete Essen und Trinken

 

Laut Abū Hanīfa und Mālik (Allah sei ihnen gnädig). Sie führen folgenden Beweis dafür an:

" Der Prophet (a.s.) befahl einem Mann, der im Ramadan am Tage das Fasten gebrochen hatte, Sühne zu leisten.“ [Die Gelehrten stimmen darin überein.]

 

Und ein Hadīth von Abū Hurayrah (Allah schenke ihm Sein Wohlgefallen) besagt, dass ein Mann zum Propheten (a.s.) kam und sagte:

" Ich habe an einem Tage im Ramadan das Fasten absichtlich (frühzeitig) gebrochen.“ Woraufhin der Gesandte Allahs (a.s.) antwortete: „Befreie einen Sklaven oder faste zwei Monate ohne Unterbrechung oder speise 60 Arme.“ [

Quelle: http://www.as-sunnah.de/modules.php?name=Sections&sop=viewarticle&artid=36 

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