3. Der Verdienst des Fastens:

Der Verdienst des Fastens ist enorm, wie einige Hadīthe, die sahīh (authentisch) sind, bestätigen: dass Allah das Fasten speziell für sich selbst in Anspruch genommen hat und dass Er den Fastenden belohnt und seinen Lohn unbegrenzt vervielfacht, nach einem Hadīth:

"Bis auf das Fasten, denn das ist für Mich und Ich werde es entsprechend belohnen." [Al-Bukhārī, gemäß der Zählung des Fath al-Bārī, Nr. 1904]

"Es gibt nichts, was dem Fasten entspricht." [Überliefert von al-Nisā’ī]

"Das Bittgebet des Fastenden wird nicht zurückgewiesen." [Überliefert von al-Bayhaqī mit einer Überliefererkette, die sahīh ist.]

"Der Fastende hat zwei Freuden, wenn er das Fasten bricht, freut er sich über das Fastbrechen, und wenn er seinem Herrn begegnet, freut er sich über sein Fasten." [Überliefert von Muslim.]

"Das Fasten wird am jüngsten Tag Fürbitte für den Diener halten und wird sagen: ‚Oh Herr, ich habe ihm tagsüber das Speisen und die Begierde versagt, so gewähre mir Fürbitte für ihn." [Überliefert von Ahmad und Hassan al-Haithamī.]

"Der Mundgeruch des Fastenden ist schöner bei Allah als der Duft von Moschus." [Überliefert von Muslim.]

"Das Fasten ist ein Schutz und eine unzugängliche Festung vor dem Feuer." [Überliefert von Ahmad.]

"Wer einen Tag um Allahs Willen fastet, dessen Gesicht wird Allah für diesen einen Tag siebzig Herbste vom Feuer fernhalten." [Überliefert von Muslim.]

"Wer einen Tag fastet, weil er Allahs Gesicht (Wohlwollen) begehrt, und an dem Tag stirbt, an dem wird der Eintritt ins Paradies gewährt." [Überliefert von Ahmad.]

"Im Paradies gibt es ein Tor, das ar-Rayyān heißt. Durch dieses Tor werden die Fastenden eingehen und keiner sonst. Wenn sie eingetreten sind, wird es verschlossen und danach wird niemand mehr das Paradies hierdurch betreten." [Überliefert von al-Bukhārī.]

" Es wurde euch ein gesegneter Monat geschenkt, in dem euch vorgeschrieben ist zu fasten. In ihm werden die Tore des Himmels geöffnet, die Tore der Hölle verschlossen und die Teufel gefesselt. In ihm gibt es eine Nacht, die besser ist als tausend Monate."

Das Fasten in Ramadan ist ein Pfeiler des Islam, in ihm wurde der Quran herabgesandt und in ihm ist eine Nacht, die besser als tausend Monate ist:

"Und wenn Ramadan beginnt, werden die Tore des Paradieses geöffnet und die Tore der Hölle verschlossen und die Teufel in Ketten gelegt." [Überliefert von al-Bukhārī.]

"Das Fasten in ihm kommt dem Fasten von zehn Monaten gleich." [Siehe im musnad von Ahmad]

"Wer im Ramadan gläubig und in Erwartung der Belohnung fastet, dem werden alle begangenen Sünden vergeben." [Überliefert von al-Bukhārī.]

"Allah rettet bei jedem Fastbrechen Menschen vor dem Feuer." [Überliefert von Ahmad.]

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4. Die Vorteile des Fastens

Im Fasten sind Weisheiten und viele Vorteile, deren Dreh- und Angelpunkt die Gottesfurcht ist, die Allah in Seinem Wort erwähnt:

" Vielleicht werdet ihr gottesfürchtig. " [Sūrat al-baqara, 183.]

Das bedeutet, dass, wenn der Mensch sich mit dem Wunsch nach Allahs Wohlgefallen und aus Angst vor Seiner Strafe des Erlaubten enthält, dann wird er auch eher dazu gebracht, sich von dem Verbotenen fernzuhalten. Wenn der Mensch Hunger hat, dann sind viele Sinne davon betroffen. Doch wenn der Mensch satt ist, dann haben seine Zunge, seine Augen, seine Hände und sein Geschlechtsteil Hunger. Auf diese Weise führt das Fasten zu einer Überwältigung des Teufels, zu einem Bruch mit den Begierden und zum Schutz der Gliedmaßen.

Hinzu kommt, dass der Fastende, wenn er den Schmerz des Hungers verspürt, sich besser in die Lage der Armen hineinversetzen kann und sich somit freundlich ihnen gegenüber verhält und ihnen zu essen gibt, denn es ist schließlich nicht das Gleiche, nur vom Hunger zu hören oder ihn am eigenen Leib zu erfahren. Der Reitende kennt nicht die Mühsal des Wandernden, bis er selbst wandern muss.

Weiterhin nährt das Fasten den Wunsch, die Gelüste zu vermeiden und sich von Ungehorsam fernzuhalten, da ja im Fasten eine Überwindung der Charakter und eine Entwöhnung der Nefs (Seele) von ihren Gewohnheiten liegt. Gleichsam ist hier eine Gewöhnung an eine bestimmte Ordnung und die Einhaltung gewisser Zeiten enthalten, was das Chaos vieler Menschen beseitigen würde, wenn sie es begreifen.

Im Fasten manifestiert sich die Einheit der Muslime, denn die gesamte Ummah beginnt und beendet das Fasten im selben Monat.

Es ist auch eine große Gelegenheit, um zu Allah zu rufen, denn die Herzen der Menschen drängen zu den Moscheen: einige betreten sie zum ersten Mal, andere wiederum haben sie schon sehr lange nicht mehr betreten und befinden sich in einem Zustand seltener Liebenswürdigkeit. Man muss diese Gelegenheit beim Schopfe packen, um freundliche Empfehlungen, angemessene Erklärungen und nützliche Worte auszusprechen, die sich auf Gottesfurcht und Frömmigkeit gründen. Doch der Da‘wah-Betreibende sollte über all der Beschäftigung mit anderen nicht sich selbst vergessen, so dass er gleich einem Docht ist, der sich selbst verbrennt, um den Menschen zu leuchten. 

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