Die Wichtigkeit des Gebets‏ 1

Bismillah

Salam

Alles Lob gebührt Allah(t), Ihn lobpreisen wir, Ihn bitten wir um Hilfe und Vergebung.
Wir suchen Zuflucht bei ihm vor dem Schlechten in uns und dem Schlechten unserer
Taten. Und ich bezeuge, dass es keine ilâh (arabisch: Gottheit) gibt, außer Allah(subhanahu ua Ta’ala)
und das Muhammad Sas(sall – Allahu alayhi was sallam) sein Diener und Gesandter ist.

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.

Während der Nacht, als Abu Lu´lu Al Madschusi sich in den Schatten versteckte,
bereitete er sich für das Fadschr Gebet vor, bei dem er seine satanische Mission
ausführen würde: Den Führer der Gläubigen, Umar Ibn Al Khattab ®(radhiallahu anhu),
zu töten.

Umar ® führte das Fadschr Gebet mit einer langen Surah, um der Gemeinschaft die
nötige Zeit zu geben, das Gemeinschaftsgebet zu erreichen. Während er das Gebet
leitete, trat Abu Lu`lu mit einem vergifteten Dolch, welchen er in seinem Ärmel
versteckt hatte, hinter einer dunklen Säule hervor. Er sprang vor Umar ®
(radhiallahu anhu) und riss dessen Bauch mit dem Dolch auf. Abu Lu`lu versuchte
darauf hin durch die betende Gemeinschaft zu entkommen, während er nach links
und rechts stach und dabei auf seinem Weg viele andere ermordete.

Einer der Gefährten warf ein Kleidungsstück über ihn und Abu Lu`lu tötete sich selbst,
als ihm klar wurde, dass er gefangen war. Umar vollendete das Fadschr Gebet und
schied später in seinem Bett davon. Möge Allah zufrieden mit ihm sein.

Die Wichtigkeit des Gebets im Islam darf nicht unterschätzt werden. Es ist der erste
Grundpfeiler des Islam, welchen der ProphetSas (sallallahu aleyhi wa sallam) nach dem
Glaubensbekenntnis erwähnte, durch welches man erst zum Muslim wird. Es wurde
allen Propheten und allen Menschen als Pflicht auferlegt. Allah hat dessen
obligatorischen Status stets unter erhabenen Umständen verkündet.

Zum Beispiel sagte Allah, als Er direkt zu Musa sprach: „Und Ich habe dich erwählt;
so höre denn auf das, was offenbart wird. Wahrlich, Ich bin Allah. Es ist kein illah außer
Mir; darum diene Mir und verrichte das Gebet zu Meinem Gedenken.“ [QS. 20 :13-14]

Genauso wurde das Gebet dem Propheten Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam)
während seiner Nachtreise in die Himmel zur Pflicht gemacht. Darüber hinaus ist eines
der ersten Beschreibungen, mit denen Allah die Gläubigen am Anfang der Surah
Al Mu`minun lobt, ihr Festhalten am Gebet:
„Wahrlich, erfolgreich sind die Gläubigen,
die in ihren Gebeten voller Demut sind.“ [QS. 23:1-2]

Die Wichtigkeit des Gebets, wird durch viele Aussagen des Propheten demonstriert.
Als Beispiel sagte der ProphetSas (sallallahu aleyhi wa sallam): „Die erste Sache, über
die der Diener am Tage der Auferstehung Rechenschaft abgeben wird, ist das Gebet.
Wenn es gut ist, so werden die restlichen Taten ebenfalls gut sein. Und wenn es schlecht
ist, so werden die restlichen Taten schlecht sein.
[Berichtet von At Tabarani. Nach Al
Albani ist dieser Hadith authentisch. Al Albani in Sahih Al Dschami Band 1 S. 503]

In Wirklichkeit wird das Gebet, wenn es richtig verrichtet wurde – mit wahrer Erinnerung
an Allah und Vergebung suchender Hingabe – eine nachhaltige Auswirkung auf die
Person haben. Nachdem er das Gebet beendet hat, wird sein Herz von der Erinnerung
an Allah erfüllt sein. Er wird Allah sowohl fürchten, als auch auf Ihn hoffen. Nach diesem
Erlebnis wird er es nicht wollen, diesen erhabenen Zustand zu verlassen, um
abzurutschen in den Ungehorsam gegenüber Allah. Allah erwähnt diesen Gesichtspunkt
des Gebets:
„Verlies, was dir von dem Buche offenbart wurde, und verrichte das Gebet.
Wahrlich, das Gebet hält von schändlichen und abscheulichen Dingen ab; und Allahs zu
gedenken, ist gewiss das Höchste. Und Allah weiß, was ihr begeht.“ [QS. 29:45]

Jedoch sehen wir in unserer Gemeinschaft der Musallin (Betenden) einige unangemessene
Handlungen, auf die wir unser Augenmerk richten sollten.

Einige konzentrieren sich nicht auf das, was sie gerade sagen.
Einige beeilen sich im Gebet.
Einige wandern während dem Gebet mit ihren Blicken umher.
Die Anzahl der verrichteten Rak`at wird ständig vergessen.
Bei einigen beherrscht die Dunya ihre Herzen während dem Gebet und verhüllt ihre Gedanken.
Auch gibt es Welche, die beim Gemeinschaftsgebet schon die nächste Niederwerfung ausführen,
bevor der Imam Allahu Akbar sagt.

Vergleiche dies mit jenen, die vor uns lebten: Einige Leute hielten Ar Rabi bin Khaytham für blind,
da er ständig seinen Blick und seinen Kopf im Gebet senkte. Er lebte zwanzig Jahre lang hinter
dem Haus von Abdullah Ibn Mas’ud, und wenn dessen Dienstmädchen ihn (Ar Rabi) sah, pflegte
sie zu sagen: Dein blinder Freund kommt und Abdullah pflegte über ihre Worte zu lachen.

Von Buchary und Muslim wird von Abu Hurayrah ® (radhiallahu anhu) berichtet, dass der Gesandte
Allahs Sas(sallallahu aleyhi wa sallam) die Moschee betrat und nach ihm kam ein Mann herein und betete.
Danach grüßte dieser den Propheten Sas(sallallahu aleyhi wa sallam) mit dem Salam; der Prophet erwiderte
den Salam und sagte zu ihm: „Gehe zurück und bete, denn du hast nicht gebetet!" Der Mann ging zurück
und betete genauso, wie er zuvor gebetet hatte.

Anschließend kam er zum Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) und grüßte ihn mit dem Salam;
der Prophet erwiderte den Salam und sagte zu ihm: „Gehe zurück und bete, denn du hast nicht gebetet!"
(Und der Prophet wiederholte es dreimal).Der Mann sagte: „Bei Dem, Der dich mit der Wahrheit entsandt
hat: ich weiß nicht, wie ich es Besseres tun kann als dies. Belehre mich also!"

Darauf sagte der ProphetSas: "Wenn du dich zum Gebet hinstellst, eröffne das Gebet mit dem Takbir, dann
rezitiere einige Verse aus dem Qur’an, die du auswendig gelernt hast, dann verbeuge dich in der Weise,
dass du dies ruhig bis zum Ende ausführst, dann erhebe deinen Oberkörper in der Weise, dass dieser
aufrecht wird, dann werfe dich in der Weise nieder, dass du die Niederwerfung bis zum Ende ruhig ausführst,
dann richte deinen Oberkörper in der Weise auf, dass du die Sitzlage ruhig einnimmst und dies machst du
im ganzen Gebet weiter!" – Buchary.
Lasst uns zurückgehen und unser Gebet noch einmal verrichten. Dies ist unser Thema heute.

Wieso kommen wir zur Moschee, wieso beten wir? Wir tun es aufgrund des Befehls unseres Schöpfers
– Subhana wa ta`ala. Wieso sollten wir, aufgrund eines wandernden Herzens und einer juckenden Hand,
die Segnungen und Belohnungen verlieren? Die Konzentration ist die Seele unseres Gebets. Konzentration
ist die Frucht des Iman. Trotz dieses Verständnises, verlassen einige Leute ihr Gebet und aufgrund der
Unvollständigkeit wird ihnen nur ein kleiner Anteil davon gutgeschrieben.

Der Prophet (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte: „Wahrlich ein Mann wird es (das Gebet) verlassen
und nur ein Zehntel seines Gebets wird ihm gutgeschrieben, ein Neuntel, ein Achtel, ein Siebentel,
ein Sechstel, ein Fünftel, ein Viertel, die Hälfte.“ [Berichtet von Abu Dawud und Tirmidhi]

Uthman Ibn Abi Dahschah® sagte: „Ich habe nie ein Gebet verrichtet, indem ich Allah subhana
wa ta`ala nicht darum gebeten habe, mir meine Fehltritte im Gebet zu vergeben.“

Jemand, der sein Gebet abkürzt, ist ein Dieb. Der ProphetSas (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte: „Der
übelste Dieb ist derjenige, welcher von seinem Gebet stiehlt.“ Sie fragten: „Oh Gesandter Allahs,
ie stiehlt er von seinem Gebet?“ Er (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte: „Indem er seine Verbeugung
und Niederwerfung nicht vollständig ausführt.“ Der Hadith ist authentisch.

Aufgrund der Hast, welche einige in ihrem Gebet haben, ist es, als ob sie wie ein Vogel auf und
abpicken würden. Es wird von Ahmad, Abu Dawud und anderen berichtet, dass der Prophet
(sallallahu aleyhi wa sallam) es untersagte, dass man (im Gebet) wie eine Krähe pickt…“

Umar ® (radhiallahu anhu) stand einmal auf dem Mimbar und sprach mit einer lauten und kräftigen
Stimme: „Ein Mann kann im Islam alt werden, jedoch kein einziges Gebet für Allah vervollständigt
haben.“ Sie fragten: „Wie kann das sein?“ Er sagte: „Indem er weder seine Konzentration, noch
seine Demut, noch seine Aufmerksamkeit an Allah – Azza wa dschall – vervollständigt.“

Einmal stand Ma`ruf Al Karkhi (rahimahullah) zwischen einigen seiner Schüler und einer sagte
um anderen: „Bitte leite das Ischa Gebet.“ Der erste Schüler akzeptierte die Bitte, sagte jedoch:
„Ich leite das Ischa Gebet unter der Voraussetzung, dass du das Fadschr Gebet leitest und nicht ich.“
Ma`ruf Al Karkhi war über diese Aussage erschrocken und kommentierte es mit: „Bei Allah,
wenn du glaubst, dass du zum Fadschr noch leben wirst – bei Allah – so hast du dein Gebet
immer noch nicht vervollständigt.“

 Wasalam