Die Arten der Rede, derer wir uns enthalten müssen

(Übersetzt von Umm Djumâna – Muslima.de.ms)

Frage:

Ich weiß, dass es bestimmte Arten der Rede gibt, derer wir uns enthalten müssen, wie
jene, derer sich der Prophet (salAllâhu ‘alayhi wa sallam) enthielt. Könnten Sie mir diese
Infos bitte zukommen lassen?

Antwort:

Alles Lob gebührt Allâh.

Der Muslim muss seine Zunge unter Kontrolle halten und darf nicht sprechen, außer wenn er etwas Gutes zu sagen hat.

Al-Bukhâri (6018) und Muslim (47) berichteten von Abu Hurairah, dass der Gesandte Allâhs (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) sagte:
„Wer an Allâh und den Jüngsten
Tag glaubt, der soll Gutes sprechen oder schweigen…“

Al-Nawawi (möge Allâh barmherzig mit ihm sein) sagte:
„Wenn er sprechen will, dann wenn das, was er sagen will, gut ist und er davon überzeugt ist, dass er dafür belohnt wird – ganz gleich, ob (diese Art der Rede) verpflichtend oder lobenswert ist – dann darf
er sprechen. Aber wenn es ihm scheint, dass es nicht gut ist und er dafür nicht belohnt wird, dann soll er sich der Rede enthalten, ganz gleich, ob er denkt, dass es harâm oder makrûh oder zulässig ist. Darauf basierend ist es empfehlenswert, sich dessen zu
enthalten, lediglich zulässige Dinge zu sagen, und wir sind dazu verpflichtet, dies zu vermeiden, damit es uns nicht zu etwas verleitet, was harâm oder makrûh ist, was in vielen Fällen oder zumindest in den meisten Fällen geschieht.

Allâh sagt (ungefähre Bedeutung):

„Kein Wort äußert er (oder sie), ohne dass bei ihm ein Beobachter bereit wäre
(um es aufzuzeichnen).“ [Qâf 50:18]

Imam al-Shâfa’i verstand den Hadîth so, dass er bedeutet, dass, wenn jemand etwas sagen möchte, er vorerst darüber nachdenken sollte: "Wenn es ihm scheint, dass es keinen Schaden anrichten wird, dann darf er sprechen, aber wenn er denkt, dass es Schaden anrichten wird oder dass dies sehr wahrscheinlich ist, dann sollte er sich der Rede enthalten.“

Der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) befahl uns in mehr als einem Hadîth, unsere Zungen zu hüten,..
wie der von al-Tirmidhi (2406) von ‘Uqbah ibn ‘Âmir,
welcher sagte:

„Ich sprach: ‚O Gesandter Allâhs, was ist das Heil?’ Er sagte: ‚Zügle deine Zunge, begnüge dich mit deinem Haus als Zufluchtsort (vor der Versuchung) und sei reumütig wegen deiner Sünde!" Von al-Albâni in Sahîh al-Targhîb (3331) als sahîh eingestuft.

Al-Tirmidhi (2616) berichtete außerdem, dass der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) zu Mu’âdh sagte, nachdem er ihn einige der Gesetze des Islams lehrte:

„Soll ich dir nicht sagen, was das Fundament all dessen ist?“ Ich [Mu’âdh] sagte: „Natürlich, oh Gesandter Allâhs.“ Er ergriff seine Zunge und sagte: „Halte dies unter Kontrolle.“ Ich sagte: „O Gesandter Allâhs, werden wir für das, was wir damit sagen, zur
Rechenschaft gezogen?“ Er sagte: „Möge dir deine Mutter beraubt werden, oh Mu’âdh! Werden denn die Leute für etwas anderes mit ihren Gesichtern – oder er sagte Nasen – in die Hölle gestürzt werden, als die Ernte ihrer Zungen?“
(Von al-Albâni in Sahîh al-Tirmidhi (2110) als sahîh eingestuft.)

Der Hadîth befiehlt uns die Unterlassung dessen, sich speziellen Dingen hinzugeben, da dies etwas ist, was einer Person keinen Nutzen bringt, und in der Tat kann es jemandem in Bezug auf seine geistigen und weltlichen Angelegenheiten sehr viel Schaden zufügen.

Es wurde von Ibn Mas’ûd (Möge Allâh mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Prophet
(Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) sagte:

„Wenn meine Gefährten erwähnt werden, dann schweigt; wenn die Sterne erwähnt werden, dann schweigt; und wenn die Bestimmung Allâhs erwähnt wird, dann schweigt.“ (Berichtet von al-Tabarâni in al-Kabîr, 2/96. Von Sheikh al-Albâni in al-Silsilah al-Sahîhah (34) als sahîh eingestuft).

Dieser Hadîth zeigt, dass es einer Person nicht erlaubt ist, schlecht über die Gefährten des Propheten (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) zu sprechen und dass er über die Auseinandersetzungen, die zwischen ihnen vorkamen, schweigen sollte, weil die Tatsache, schlecht über sie zu reden oder sie zu kritisieren bedeutet, dass man verwirft,
was Allâh im Qur’ân über sie sagt, worin Er sie lobt, indem Er sagt (ungefähre Bedeutung):

„Die vorausgeeilten Ersten von den Auswanderern und den Helfern und diejenigen, die ihnen auf beste Weise gefolgt sind – Allâh hat Wohlgefallen an ihnen, und sie haben Wohlgefallen an Ihm. Und Er hat für sie Gärten bereitet, durcheilt von Bächen, ewig und auf immer darin zu bleiben; das ist der großartige Erfolg.“ [al-Taubah 9:100]

Und Allâh sagt (ungefähre Bedeutung):

„Muhammad ist der Gesandte Allâhs. Und diejenigen, die mit ihm sind, sind hart gegen die Ungläubigen, doch barmherzig zueinander. Du siehst sie sich (im Gebet) beugen, niederwerfen und Allahs Huld und Wohlgefallen erstreben. Ihre Merkmale befinden sich auf ihren Gesichtern: die Spuren der Niederwerfungen.“

[al-Fath 48:29]

So hat Allâh sie in Seinem Buch beschrieben, daher sind sie zweifellos von gerechtem Charakter und die Besten und Großartigsten der Menschheit. Daher hasst sie niemand außer einem Heuchler und niemand liebt sie außer einem Gläubigen.

Sheikh al-Islam Ibn Taymiyyah (möge Allâh barmherzig mit ihm sein) sagte:

„Einer der Grundsätze der Ahl al-Sunnah wa’l-Jamâ’ah ist, dass sie nichts denken und sagen, was die Gefährten des Gesandten Allâhs (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) kritisiert, so wie Allâh es uns in folgender Âyah darlegt, in der Er sagt (ungefähre
Bedeutung):

„Und diejenigen, die nach ihnen kamen, sagen: ‚Unser Herr, vergib uns und unseren Brüdern, die uns im Glauben vorangingen, und lass in unsere Herzen keinen Groll gegen die Gläubigen. Unser Herr! Du bist wahrlich Gütig, Barmherzig.’“ [al-Hashr 59:10]

Und sie folgen dem Befehl des Gesandten Allâhs (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm):
‚Beschimpft nicht meine Gefährten! Denn, bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist, wenn einer von euch soviel Gold wie der Berg von Uhud spenden würde, würde er nie
ein Mudd (arabische Maßeinheit, die dem Hohlraum beider Hände entspricht, wenn man sie zusammentut) an Leistung von einem von ihnen erreichen; auch nicht einmal die Hälfte davon!’

(Berichtet vonal-Bukhâri und Muslim)“

Majmû’ al-Fatâwa, 3/152

Abu Zar’ah (möge Allâh barmherzig mit ihm sein) sagte:

„Wenn du irgendjemanden siehst, der danach strebt, irgendeinen der Gefährten des Gesandten Allâhs zu kritisieren, dann wisse, dass er ein Häretiker (Zindiq) ist. Dies aufgrund dessen, weil für uns der Gesandte Allâhs und der Qur’ân wahrhaft sind. Und die Einzigen, die uns den Qur’ân und die Sunan (Plural von Sunnah) übermittelt haben, sind die Gefährten des Gesandten Allâhs. Sie wollen nur unsere Bezeugungen verunglimpfen und zerstören, damit sie das Buch und die Sunnah vernichten können, wobei sie es eher verdienen, verunglimpft zu werden, denn sie sind die Häretiker (Zanadiqah).“

Al-Sawâ’iq al-Muhriqah ‘ala Ahl al-Rafd wa’l-Dalâl wa’l-Zandaqah, 2/608

Bezüglich des zweiten Teils des Hadîths, der uns die Unterlassung des Sprechens über die Sterne befiehlt, worauf sich dies bezieht – und Allâh weiß es am besten – ist das Ersuchen von Rechtleitung durch die Sterne in Bezug auf verborgene Dinge, wie die Leute der Jâhiliyyah es mittels der Astrologie zu tun pflegten, z.B. durch die Verwendung der Bewegung der Himmelskörper, um vorauszusagen, wann bestimmte irdische Ereignisse geschehen werden, wie Sturm, Niederschlag, Kursänderungen und andere Dinge, von denen sie behaupteten, es anhand der Bewegungen der Gestirne errechnet zu
haben. Sie pflegten zu sagen, dass, wer unter diesem und jenem Stern heiratete, so würde mit ihm dieses und jenes geschehen, oder wer unter diesem und jenem Stern reiste, so würde ihm dieses und jenes widerfahren, und wer auch immer unter diesem und jenem Stern geboren wurde, wird Glück oder Unglück haben usw.

(Siehe Kitâb al-Tawhîd von Sheikh Sâlih al-Fawzân, Bâb Id’â’ ‘ilm al-Ghayb min Qirâ’at al-Kaff wa’l-Finjân wa ghayrihima.
Siehe auch Fatâwa al-‘Aqîdah, 2/185-186-187-190)
von Sheikh Ibn ‘Uthaymîn, wo er einige sehr nützliche Anmerkungen macht.)

Bezüglich des dritten Teils des Hadîths, der sich auf die Unterlassung des Sprechens über die Bestimmung Allâhs (al-Qadar) bezieht, sagte Abu Ja’far al-Tahhâwi (möge Allâh barmherzig mit ihm sein):

Die Bestimmung ist ein Geheimnis, das Allâh vor Seiner Schöpfung verborgen hat. Kein Engel, der Ihm nahe ist und kein Prophet, den Er sandte, verfügt über Wissen darüber. Das Verfolgen solcher Dinge führt nur zu Misserfolg und Entzug der Gnade Allâhs, und es
führt zu Ungerechtigkeit; daher hüte Dich davor, Nachforschungen darüber anzustellen, darüber nachzudenken und es zu hinterfragen. Allâh hat Seinen Dienern das Wissen über Seine Bestimmung vorenthalten und ihnen verboten, diese Sache zu verfolgen, denn Er
sagt in Seinem Buch (ungefähre Bedeutung):

„Er wird nicht befragt nach dem, was Er tut; sie aber werden befragt.“ [al- Anbiya’ 21:23]

"Wer also hinterfragt, was Allâh tut, hat die Anordnung des Buches abgelehnt, und wer auch immer die Anordnung des Buches ablehnt, ist ein Kâfir.“

Sharh al-‘Aqîdah al-Tahhâwiyyah, S. 276

Daher muss der Muslim Allâh in allen Dingen gehorchen und wissen, dass, was auch immer mit ihm geschieht, ihn nie verfehlt haben könnte, und was ihn verfehlt, ihm niemals geschehen wäre. Es gibt sehr Vieles, was zu diesem Thema gesagt werden kann.
Möge Allâh diejenigen segnen, die an das Schicksal und die Bestimmung Allâhs glauben, ohne sich philosophischen Diskussionen über diese Angelegenheiten hinzugeben.
Quelle: Islam-QA.com (Frage Nr. 9410)