Aufsatz über sujud as-sahw (Zusätzliche Niederwerfung wegen Unaufmerksamkeit)

Verfasst von Scheikh Muhammad ibn Salah al-Uthaimin,

möge Allah ihm barmherzig sein!

Teil 2

 

2. Das Auslassen:

1. Auslassen einer Säule des Gebets (rukn):

·         Die Säulen des Gebets sind:
1.      Das Aufstehen für das Gebet, wenn man dazu fähig ist.
2.      takbirat al-ihram (das Sagen "allahu akbar" und Aufheben beider Hände am Anfang des Gebets).
3.     Das Rezitieren von al-fatiha in jeder rak’aa.
4.      ruku (das Verbeugen).
5.      Das Aufstehen nach dem ruku.
6.      sujud auf den sieben Gliedmaßen (Stirn mit Nase, beide Hände, beide Knien und Zehenspitze von beiden Füßen).
7.      Das Erheben von sujud.
8.      Das Ruhesitzen zwischen beiden sujuds.
9.      Letztes tashahud (Bekenntnis vor dem Ende des Gebets).
10.  Das Sitzen für das letzte tashahud.
11.  Das Sagen von der Begrüßung des Gesandten Allahs, Allahs Wohlgefallen und Frieden auf ihm.
12.  Das Beenden des Gebets mit tsalim.
13.  Die Ruhe bei der Verrichtung aller Gebetssäule.
14.  Das Beachten der Reihenfolge aller Gebetssäule.

[Quelle: "as-salat" von Dr. Abdullah at-Tayar]

  • Wenn diese Säule takbirat al-ihram ist, dann ist das Gebet auf jeden Fall nicht gültig, egal ob man es mit oder ohne Absicht ausgelassen hat. (Man muss das Gebet wiederholen.)

  • Wenn es um eine andere Säule geht, dann gilt das Gebet nicht mehr, wenn man es mit Absicht ausgelassen hat. (Man muss das Gebet wiederholen)

  • Wenn man es aus Versehen ausgelassen hat, dann gilt Folgendes:

  •  Wenn man die gleiche Position, in der die Säule ausgelassen worden ist, in der nächsten rak’aa erreicht und erst hier sich an die fehlende Säule erinnert, dann schafft diese rak’aa die andere fehlerhafte rak’aa ab und nimmt ihre Rangordnung im Gebet: (z.B. in einem 4-rak’aa-Gebet: Wenn die erste rak’aa fehlerhaft ist und man sich dessen erst in der zweiten bewusst ist, dann gilt diese normalerweise zweite als erste und die normalerweise folgende dritte als zweite. Wenn die erste rak’aa fehlerhaft ist und man sich dessen erst in der dritten bewusst ist, dann gilt die normalerweise zweite als erste und die normalerweise dritte als zweite.) 

  • Wenn man die gleiche Position in der nächsten rak’aa noch nicht erreicht oder schon vollbracht hat, und sich an den Mangel erinnert, dann muss man zu der Position der mangelnden Säule sofort übergehen und diese vollbringen und dann das Gebet wie gewohnt fortsetzen.

In den beiden Fällen muss man nach dem taslim sujud as-sahw verrichten. (und nochmal taslim). [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

 

Beispiele für beide Fälle:

  • Jemand vergisst die zweite sajda der ersten rak’aa und erinnert sich daran erst in dem Ruhesitzen zwischen den beiden sujuds der zweiten rak’aa. In diesem Fall gilt die fehlerhafte rak’aa nicht mehr und man rechnet sie nicht mehr zum Gebet. Die zweite rak’aa gilt als erste. Man beendet das Gebet mit taslim, macht dann sujud as-shaw und noch mal taslim. [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

 

  • Jemand vergisst die zweite sajda und das Ruhesitzen der ersten rak’aa und erinnert sich erst daran, wenn er sich vom ruku in der zweiten rak’aa erhebt. In diesem Fall kehrt man zurück zum Stand der sajda und verrichtet das fehlende Ruhesitzen und die fehlende sajda. Dann setzt man das Gebet fort. Man beendet das Gebet mit taslim, macht dann sujud as-shaw und noch mal taslim. [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

 

2. Das Auslassen einer Pflicht (wajib):

  •   Die Pflichten des Gebets sind:
    1.      Alle takbirat außer takbirat al-ihram, die eine Säule ist.
    2.      Das Sagen "sami’a allah liman hamidah" beim Erheben vom ruku  im Falle eines Vorbetenden (imam) und eines Alleinbetenden (munfarid).
    3.      Das Sagen "rabban wa laka-hmad" im Falle eines Vorbetenden (imam), eines Nachbetenden (maamum) und eines Alleinbetenden.
    4.      Das Sagen "subhan rabbi al-‚adhim" beim ruku.
    5.      Das Sagen "subhan rabbi al-a’la" beim sujud.
    6.      Das Bitten Allah um Vergebung im Ruhesitzen zwischen beiden sujuds in allen rak’aas.
    7.      Das erste tashahud.
    8.      Das Sitzen für das erste tashahud.

[Quelle: "as-salat" von Dr. Abdullah at-Tayar]

  • Wenn der Betenden eine Pflicht absichtlich auslässt, gilt sein Gebet nicht mehr. (Man muss das Gebet wiederholen.)

  •   Wenn man sie aus Versehen ausgelassen und sich daran erinnert hat, bevor er zu einem anderen Gebetssنule übergeht, dann verrichtet man sie, ohne sujud as-sahw verrichten zu müssen.

  • Bemerkt man es erst beim Übergang zur folgenden Gebetssäule und bevor man die folgende Säule erreicht hat, dann darf man zurück zur fehlenden Pflicht, um sie nachzumachen. Dann setzt man sein Gebet vor, macht taslim, sujud as-sahw und nochmal taslim. [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

  •   Wenn man es erst nach dem Übergang zur folgenden Säule bemerkt, dann fällt die fehlende Pflicht aus, und man darf nicht zurück zu ihr. Man muss in diesem Fall sujud as-sahw vor dem taslim des Gebetsendes verrichten. [Reihenfolge: sujiud as-sahw, erst dann taslim]

Beispiele für diese Fälle:

  •  Jemand erhebt sich vom zweiten sujud in der zweiten rak’aa zur dritten rak’aa, ohne tashahud verrichtet zu haben, und erinnert sich daran, bevor man aufsteht, dann muss man sitzen und dann tashahud verrichten. Man hat kein sujud as-sahw zu verrichten.
     

  • Wenn man sich beim Aufstehen zur dritten rak’aa daran erinnert, dann muss man zurück zum Sitzen und tashahud verrichten. Man setzt dann das Gebet fort, macht taslim am Ende des Gebets, verrichtet sujud as-sahw und macht noch mal taslim. [Reihenfolge: taslim, sujiud as-sahw, nochmal taslim]
     

  • Bemerkt man es aber, erst wenn man schon zur dritten rak’aa aufgestanden ist, dann fällt das fehlende tashaud aus und man darf nicht zurück zum Sitzen. Man setzt das Gebet fort und macht sujus as-sahw vor dem taslim am Ende des Gebets. [Reihenfolge: sujiud as-sahw, erst dann taslim]

Der Beweis dafür ist, was al-Bukhari und andere Überlieferer über Abdullah ibn Buhaina:

"Der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, betete einmal al-dhuhr als Imam vor und stand nach der zweiten rak’aa auf ohne gesessen zu haben (er meinte für das tashahud). Die Nachbeter standen auch auf. Als er am Ende des Gebets war und die Nachbeter auf das taslim warteten, machte er takbir im Sitzen und verrichtete zwei sujuds, bevor er taslim machte, dann machte er taslim. "