2.    Die heiligen Monate

 

Von den 12 islamischen Monaten gibt es insgesamt 4 heilige Monate, wie es im heiligen Quran steht:

 

Wahrlich, die Zahl der Monate bei Allah beträgt zwölf Monate; (so sind sie) im Buche Allahs

(festgelegt worden) seit dem Tage, da Er die Himmel und die Erde erschuf. Von diesen

(Monaten) sind vier heilig. Das ist der beständige Glaube. Darum versündigt euch nicht in

diesen (Monaten)[…](9:36)

 

Im Quran ist nicht erwähnt, welche dieser Monate heilig sind. Aber der Prophet (Friede und Heil auf

ihm) erwähnte sie in seiner Abschiedspredigt:

 

„…Das Jahr hat zwölf Monate. Davon sind vier heilig, drei aufeinanderfolgende: Dhu’l-Qa’da,

Dhu’l-Hiddscha und Muharram, und der Radschab von Mudar, der zwischen Dschumada und

Scha’ban liegt“ (Buchari; Sahih Muslim Nr. 3179)

 

Hier sind zwar 4 heilige Monate erwähnt, aber wo bleibt der Ramadan? Im Quran wird dieser

segensreiche Monat doch oft erwähnt, er ist der Beste aller Monate, der Fastenmonat und der Monat

des Qurans. Nur Allah (subhana wa taala) weiß, warum Ramadan nicht dazu gezählt wurde, Allah

ya3lam (Allah weiß es am Besten).

 

Der Monat Ramadan ist es, in dem der Qur’an als Rechtleitung für die Menschen

herabgesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer

also von euch in dem Monat zugegen ist, der soll in ihm fasten.(2:185)

 

Vieles weiß der Mensch nicht, denn nur Allah (subhana wa taala) weiß alles. Ramadan ist der

Fastenmonat, in dem man Gott sehr nahe kommen kann und der Iman (Glaube) dadurch gestärkt

werden kann, denn die Tore des Paradieses sind geöffnet und die der Hölle geschlossen. Und wir

fasten für Gott, was uns mehr Demut und Geduld bringt. Und wer mit ganzem Herzen und mit

Hoffnung auf Belohnung fastet, dem werden sogar die Sünden vergeben. Subhanallah, das ist

wahrlich ein segensreicher Monat, der inschaAllah nächste Woche beginnen wird und der nächste

Woche auch unser Thema sein wird.

 

Der Überlieferer Ibn Abbas erklärt die „Heiligkeit“ bzw. das Besondere der vier Heiligen Monate

und Ramadan so: „…Und Er machte die Sünde in ihnen schwerwiegender und das

rechtschaffene Tun und die Belohnung gewaltiger. “ (Tafsir Ibn Kathir)

 

SubhanAllah wa alhamdolillah! Wer will denn dann nicht die heiligen Monate nutzen?

Allah (subhana wa taala) erwählte aus Seiner Schöpfung immer Zeiten, Orte und andere Dinge und

zeichnete sie besonders aus. Auserwählen und Auszeichnen sind Eigenschaften Allahs:

 

Und dein Herr erschafft, was Er will, und Er erwählt, was Ihm gefällt[](28:68)

 

Zum Beispiel wählte er aus den Mensund die

heiligen Monate aus den Monaten und Lailatu chen und den Engeln Gesandte aus, den Ramadan l-Qadr aus den Nächten. Und es gehört zur

Gottesfurcht, dass zu ehren und zu achten was Allah geehrt hat.

 

O ihr, die ihr glaubt! Entweihet weder die Glaubensausübung zur Verherrlichung Allahs, noch

den heiligen Monat[…](5:2)

 

Somit rührt das wahrlich von der Gottesfürchtigkeit der Herzen her, wenn einer die Gebote

Allahs ehrt.(22:32)

 

Im vorislamischen Arabien war es nämlich manchmal der Fall, dass man die heiligen Monate

verschob oder abschaffte, aber mit dem folgenden Vers verbot dies Allah (subhana wa taala)

eindeutig:

 

Das Verschieben (eines heiligen Monats) ist nur eine Steigerung des Unglaubens. Die

Ungläubigen werden dadurch irregeführt. Sie erlauben es in einem Jahr und verbieten es in

einem anderen Jahr, damit sie eine Übereinstimmung in der Anzahl (der Monate) erreichen, die

Allah heilig gemacht hat, und so erlauben sie das, was Allah verwehrt hat. Das Böse ihrer

Taten wird ihnen schön vor Augen geführt. Doch Allah weist dem ungläubigen Volk nicht den

Weg.(9:37)

Dank der Gnade Allahs wurde dem islamischen Kalender somit wieder die Form gegeben, die die Zeit

am Anfang der Schöpfung hatte. Dies ist die Bedeutung der Worte der Abschiedspredigt vom

Propheten (Friede und Heil auf ihm):

 

„Die Zeit (d.h. die Reihenfolge der Monate) ist wieder am gleichen Punkt angelangt, wie an dem

Tag, an dem Allah die Himmel und die Erde geschaffen hat.“ (Buchari).

 

Die Festlegung der alten Ordnung war wichtig, da die Muslime beispielsweise sonst irgendwann nicht

mehr die richtige Zeit für den Hadsch (Wallfahrt) und Ramadan gekannt hätten. Zeitangaben,

islamische Regeln und Gottesdienstliche Handlungen richten sich alle nach dem Mondkalender:

 

Sie fragen dich nach den Neumonden. Sag: Es sind festgesetzte Zeiten für die Menschen und

die Hadsch…(2:189)

 

Das Wichtigste ist, dass man in den heiligen Monaten noch mehr als sonst auf seine Taten achtet und

mehr Gutes tut und mehr Gottesdienst vollzieht. Obwohl der Muslim grundsätzlich auch in den

anderen Monaten dies tun soll. Aber der Sohn Adams ist nicht perfekt, und Gott weiß, dass der

Mensch Fehler macht und schwach ist. Schwach in dem Sinne, dass er den Leidenschaften des

Diesseits hinterher eifert und das Wichtige aus dem Blickwinkel verliert. Was ist das Wichtige? Das

Leben ist nur eine Prüfung, meine Geschwister, nur eine Zwischenstation. Wir müssen für das

Jenseits arbeiten, damit Allah (subhana wa taala) inschaAllah mit uns zufrieden sein wird, nur aus

dem Grund, weil unsere Herzen mehr für ihn schlugen und weil wir Gottesfürchtig und rechtschaffen

waren und unsere Bedürfnisse und Triebe im Zaum halten konnten und den Sinn des Lebens

verstanden haben: Nämlich nur Gott allein zu dienen. Jede Tat soll im Gedenken vollbracht werden,

dass Allah (subhana wa taala) damit zufrieden ist. Egal, ob wir jemandem ein Lächeln schenken oder

jemandem helfen oder jemandem eine Freude bereiten oder ehrgeizig ein gutes Ziel verfolgen; es ist

etwas Gutes und unser barmherziger und gütiger Gott liebt das Gute, das Rechtschaffene.

 

"Und wetteifert nach der Vergebung eures Herrn und nach einem Garten, dessen Breite der

von Himmel und Erde entspricht, der für die Gottesfürchtigen vorbereitet ist, die da spenden in

Freud und Leid und den Groll unterdrücken und den Menschen vergeben. Und Allah liebt die

Rechtschaffenen. " (3:134)

 

Meine Geschwister, wir sind die Sachwalter Gottes auf Erden und wir müssen unserer Aufgabe und

Verantwortung entgegenkommen. Wir müssen auf die Schöpfung Gottes Rücksicht nehmen. Und wie

wir wissen, hat Gott alles geschaffen. SubhanAllah, alhamdolillah wa Allahu Akbar.

 

 

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