Der  Monat Scha´ban

Alles Lob gebührt Allah, Dem Herrn der Welten, und möge der Segen und Frieden Allahs auf unserem Propheten und auf seiner Familie und auf all seinen Gefährten sein.

Was ist Scha´ban?

Scha´ban ist der achte Monat im islamischen Kalender und dieser Name wurde ihm gegeben, da sich die Araber in diesem Monat verteilten (arab. tasha’’aba), um nach Wasser zu suchen. Auch wird gesagt, dass dieser Monat so genannt wird, weil scha’aba „aufzweigt“ bzw. „auftaucht“ bedeutet, das heißt er erscheint bzw. taucht zwischen den Monaten Rajab und Ramadan auf. Der Plural von dem Wort „Scha´ban“ ist „Sha’baanaa“t oder auch „Sha’aabeen“.

Fasten im Scha´ban

Der Prophet Muhammad, Allahs Segen und Friede auf ihm, pflegte an den meisten Tagen des Scha´baan zu fasten.

Aischa (r) berichtete (sinngemäß): ‚Ich habe nie gesehen, dass Allahs Gesandter, Allahs Segen und Friede auf ihm, jemals einen Monat vollständig (durch)fastete, außer den Monat Ramadan. Und ich habe nie gesehen, dass er (außer im Ramadan) in einem Monat mehr fastete als im Scha´ban.“ (Buchari, Muslim)

Entsprechend einem Bericht überliefert von Muslim heißt es: „Er pflegte den gesamten Scha´ban zu fasten, er fastete alles, außer einwenig von Scha´ban.“

Einige Gelehrte, einschließlich Ibn Al-Mubaarak und weitere, dachten, dass der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, nicht den gesamten Scha´ban fastete, aber er fastete die meisten Tage. In Sahih Muslim wird überliefert, dass Aisha (r) sagte: „Ich habe nie gesehen, dass Er, Allahs Segen und Friede auf ihm, einen Monat ganz fastete, außer den Monat Ramadan.“ Entsprechend einem anderen Bericht von Muslim heißt es, dass Aisha (r) sagte: „Ich habe nie den Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, einen gesamten Monat fasten sehen seit der Zeit, in der er nach Medinah kam, außer den Monat Ramadan.“

Es wurde in den Al-Saheehayn (Bukhari und Muslim) überliefert, dass Ibn Abbas (r) berichtete: „Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, fastete nie einen gesamten Monat, außer den Monat Ramadan.“ (Bukhari Nr. 1971 und Muslim: 1157)

Ibn Abbas sah es als makruh (verpönt) an, einen Monat ganz zu fasten, abgesehen vom Monat Ramadan.

Ibn Hajar (r) sagte: „Er, Allahs Segen und Friede auf ihm, vollzog mehr freiwillige Fastentage im Scha´ban als in irgendeinem anderen Monat und er fastete die meisten Tage von Scha´ban.“

Usama Ibn Zaid berichtete: ‚Ich sagte: »O Gesandter Allahs, ich habe dich in keinem Monat so oft fasten sehen wie du dies im Monat Scha’ban tust!« Er sagte: »Das ist ein Monat, an dem die Menschen achtlos vorbeigehen; er liegt zwischen Rajab und Ramadan und ist der Monat, in dem die (guten) Taten zum Herrn der Welten emporgehoben werden, und ich habe es gern, dass meine Taten emporgehoben werden, während ich faste«‘ (al-Nasaa’i).

Ibn Rajab sagte: „Das Fasten im Scha´ban ist besser als das Fasten in den heiligen Monaten (Dhul-Qadah, Dhul-Hijjah, Muharram and Rajab – Soorah Tawbah [9: 36]) und das beste freiwillige Fasten ist das, was dem Monat Ramadan am nahesten ist, vorher oder nachher. Der Status von diesem freiwilligen Fasten ist wie der, der „Al-Sunan al-Rawaatib (freiwillige Gebete vor und nach den Pflichtgebeten). So ist das auch mit dem Fasten vor und nach Ramadan. Dieses Fasten ist besser als ein Fasten in irgendeinem anderen Monat.“

Die Aussage: “Scha´ban ist ein Monat, dem die Menschen keine Beachtung schenken (zwischen Rajab und Ramadan)“ zeigt, dass es so ist, weil er zwischen 2 bedeutenden Monaten liegt. Viele Menschen denken, dass das Fasten im Rajab oder in anderen Monaten besser sei, als das Fasten im Scha´ban. Aber diese Überlieferungen haben gezeigt, dass dem Fasten im Scha´ban eine besondere Bedeutung beigemessen wird.

Es ist sehr empfohlen gute Taten zu verrichten, in einer Zeit, in der die Menschen nachlässig sind. So zum Beispiel auch das Erinnern an Allah (Dhikr) auf dem Marktplatz. Denn der Marktplatz ist ein Ort, an dem alle beschäftigt sind und daher auch nachlässig in der Anbetung Allahs sind. Daher ist es empfohlen.

Und der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Die Anbetung in der Zeit der Fitna ist wie die Hijrah zu mir.“ [mit der Zeit der Fitna ist hier eine Zeit gemeint, in der die Menschen in Versuchung sind und ihren eigenen Wünschen nachgehen und diejenigen, die dann z.B. fasten, also der Anbetung Allahs nachgehen, haben es dann schwerer].

Man sollte sein freiwilliges Fasten für sich behalten und es nicht herum prahlen. Denn das Fasten sollte eine freiwillige Tätigkeit sein, die zwischen dem Diener und seinem Herrn ist. Es ist für die Geschwister besondern schwer zu fasten, während die anderen nachlässig sind. So gab es z.B. einen Salaf, einen Vorfahren, der Jahrelang fastete ohne, dass es jemand mitbekam. Er ging zum Marktplatz und nahm 2 Brote mit sich, die er spenden würde. Seine Familie dachte er würde die Brote essen und die Menschen auf dem Marktplatz dachten er hätte bereits zuhause gegessen. Der Salaf dachte, es sei mustahaab für eine fastende Person, wenn sie Dinge tut, die das Fasten verbergen.

Ibn Mas´ud sagte: „Wenn du morgens erwachst und du fastest dann benutze Parfüm.“ Und es gibt eine weitere Überlieferung von Qutaadah. Und zwar sagte er: “ Es ist empfohlen für einen Mann, der fastet Parfüm zu benutzen, damit es kein Anzeichen dafür gibt, dass er fastet.“

Die Rechtsgelehrten unterscheiden sich bei den Gründen dafür, warum der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, im Monat Scha´ban so viel fastete:

Es war ihm unmöglich drei Tage in jedem Monat zu fasten, da er auf der Reise war oder aufgrund anderer Hindernisse und daher holte er Nafila- Handlungen, wie das Fasten, im Monat Scha´ban nach

Die Frauen des Propheten, Salla Allahu 3aleihi wa salam, fasteten im Scha´ban ihre versäumten Ramadan-Tage nach, deshalb fastete der Prophet diese Tage dann auch.

Es wurde gesagt, dass es ein Monat sei, dem die Menschen keine Beachtung schenken. Und das ist die korrekteste Meinung Insha Allah. Die Hadith von Usama Ibn Zaid bestätigt diese Aussage.

Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, holte im Monat Scha´ban auch sein freiwilliges Fasten nach, welches er in vorherigen Monat nicht gefastet hat. Und durch dieses Nachholen im Monat Scha´ban vervollständigte er, Salla Allahu 3aleihi wa salam, sein Fasten bis zum Ramadan.

An dieser Stelle sollte noch erwähnt werden, dass man sein versäumtes Pflichtfasten von dem vorherigen Ramadan bis vor dem kommenden Ramadan nachholen muss. Wenn man dies nicht gemacht hat muss man dieses Fasten trotzdem nachholen und dazu noch für jeden versäumten Tag einen Armen speisen. Und das ist die Ansicht von Maalik, al-Shaafa’i and Ahmad.

Das Fasten im Monat Scha´ban ist wie eine Art Einführung zum Monat Ramadan, damit man sich an das Fasten gewöhnt. Denn wenn man schon vor dem Ramadan Tage gefastet hat fällt es einem im Ramadan leichter.

Außerdem sollte dieser Monat für gute Taten ausgenutzt werden wie das Fasten, Quran- Rezitieren, Almosen geben. Salamah ibn Suhayl sagte: “Der Monat Scha´ban ist der Monat der Quran- Rezitation.” Und Habeeb ibn Abi Thaabit sagte, wenn der Scha´ban kam: „´Amr ibn Qays al-Malaa´i schloss seinen Laden und verbrachte seine Zeit mit dem Quranlesen.“

Fasten am Ende von Scha´ban

Die Mehrheit der Rechtsgelehrten sagen, es sei makruh 1 oder 2 Tage vor Ramadan freiwillig zu fasten. Warum es makruh ist hat folgende Gründe:

Es wird den Fastentagen von Ramadan Fastentage hinzugefügt. Deshalb ist es auch nicht erlaubt Eid zu fasten. Ebenso ist es nicht erlaubt den „Tag des Zweifelns“ zu fasten. Mit „Tag des Zweifelns“ ist gemeint, dass man sich nicht sicher ist, ob am nächsten Tag Ramadan ist oder nicht. Und man sollte an diesem Tag dann lieber nicht fasten. (Wenn es z.B. ein bewölkter Tag ist und man nicht sicher ist, sagt die Mehrheit der Rechtsgelehrten, dass dieser Tag auch als „Tag des Zweifelns“ gilt und man ihn deshalb nicht fasten sollte.

Um einen Unterschied zwischen dem freiwilligen- und dem Pflichtfasten zu machen. Man soll einen klaren Unterschied zwischen Pflicht Handlungen und freiwilligen Handlungen machen. Das ist im Islam vorgeschrieben. So ist es z.B. auch mit den freiwilligen und Pflichtgebeten. Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, verbot ein Pflichtgebet sofort nach einem freiwilligen Gebet zu verrichten. Man sollte erst durch eine Handlung wie sprechen oder einfach nur durch ein „Salam“ diese Trennung vornehmen.

Schlusswort

Der Monat Scha´ban sollte eine Vorbereitung auf den Ramadan sein.

Es geht also darum, sich auf diese Prüfung, auf diesen besten aller Monate durch Frömmigkeit, Rechtschaffenheit und Güte vorzubereiten. Man sollte sich die segensreiche Zeit des Scha´ban zunutze machen, damit der Ramadan nicht kommt, bevor wir zu den oberen Rängen des Gehorsams und des Gottesdienstes aufgestiegen sind.

Wir sollten von der Vorstellung abrücken, dass der Ramadan eine Gelegenheit ist, sich an Anstrengungen und Ibadaa zu gewöhnen, denn in ihm ist keine Zeit für Vorbereitung. Vielmehr ist er die Prüfung: Entweder du bestehst oder du fällst durch. Seine kostbaren Minuten lassen keinen Raum dafür, dass man sich mal anstrengt und mal etwas nachlässiger ist. Vielmehr ist die Zeit für dieses Training, für das Hin- und Her- Schwanken zwischen Gehorsam und Nachlässigkeit, der Scha`ban. Wenn aber der Ramadan kommt, soll es in ihm nur aufrichtige Gottesdienste, aufrichtige Güte und vollständige Hinwendung zu Allah geben.

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