Al Imam al-Bukhari

Teil I

Name und Geburt:
Er ist Muhammad ibn Isma’il ibn Ibrahim ibn al-Mughirah ibn Bardzabba (oder ibn Badhzabba laut anderen Quellen), bekannt als Abu Abdulllah al-Bukhari.

Sein Vater, Isma’il ibn Ibrahim, bekannt als Abu al-Hassan, war ein großer Muhaddith (Hadith-Überlieferer). Al-Bukhari erwähnte ihn in „at-Tarikh al Kabir“. Ibn Hibban schrieb über ihn in seinem Buch „al-Thiqat“ wie Folgendes:

„Isma’il ibn Ibrahim, der Vater von al-Bukhari, überlieferte über Hammad ibn Zaid und Malek, und die irakischen Gelehrten haben über ihn überliefert.“

Al-Bukhari sagte über seinen Vater:

„Mein Vater lernte bei Malek ibn Anas, sah Hammad ibn Zaid und begrüßte ibn al-Mubark mit beiden Händen.“ [ibn Hajar]

Al-Bukhari ist in Bukhara, der bekannten Stadt in ‚Khurassan‘, dem heutigen Usbekistan, am Freitag, dem 13. Schawwal 194 geboren. Sein Vater starb, als er noch Kind war. So hat ihn seine Mutter alleine erzogen. Sie war eine sehr fromme Frau. Ghunjar schrieb in seinem Buch „Die Geschichte von Bukhara“ und al-Lalakaee in „Sharh as-Sunnah“:

„Muhammad ibn Isma’il ist als Kind blind geworden. Seine Mutter war sehr fromm und hat den Propheten Ibrahim im Traum gesehen. Er sagte zu ihr: O du! Allah hat deinem Sohn das Licht seiner Augen wegen deiner Bittgebete wiedergegeben.“ Am nächsten sah Muhammad ibn Isma’il wieder. [Fath al-Bari, ibn Hajar]

Seine Ausbildung und Reisen:

Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Ursprünge von al-Bukhari, nach der Unterstützung Allahs, eine wichtige Rolle in seiner Ausbildung gespielt haben. Sein Vater war ein bekannter Gelehrte und seine Mutter eine fromme Dienerin Allahs. Es wurde gesagt:

„Er wuchs im Schoß der Wissenschaft auf und stillte so aus der Brust der Huld, dass seine Abgewöhnung diesen Geist ergab“

Al-Khatib al-Baghdadi erzählte von Muhammad ibn abi Hatim, dass dieser gesagt hat:

„Ich fragte Abu Abdullah, Muhammad ibn Ismai’l al-Bukhari: Wie hast du mit dem Hadithlernen angefangen? Er antwortete: Ich hatte die Gabe, den Hadith auswendig zu lernen, während ich noch in der Qur’anschule war. Ich fragte: Wie alt warst du? Er antwortete: Zehn Jahre oder weniger. Jedes Mal, als ich mit der Qur’anschule fertig war, habe ich in der Nachmittagszeit zu al-Dakhili und anderen Gelehrten gesessen (und den Hadith) gelernt. Al-Dakhili sagte eines Tages, als er die Leute lehrte: „Sufian überlieferte über Abu al-Zubir, über Ibrahim“ Da sagte Ich: O! Abu al-Zubir überlieferte nichts über Ibrahim. Er wies mich scheltend ab. Daraufhin sagte ich ihm: Sieh im Originalen nach, wenn du es hast! So ging er rein, schaute nach, kam raus und sagte mir: Wie war es, Knabe! Ich sagte: Er ist al-Zubir ibn Adii über Ibrahim. Da nahm er den Stift aus meiner Hand, korrigierte sein Buch und sagte zu mir: Du hast die Wahrheit gesagt. Mansche seiner Gefährten (von al-Bukhari) fragten ihn: Wie alt warst du damals? Er antwortete: Ich war elf Jahre alt. Als ich ca. sechzehn Jahre alt war, habe die Bücher von ibn al-Mubark und von Waki‘ auswendig gelernt und die Lehren dieser (Meinungsschule) gekannt.

Dann reiste ich mit meiner Mutter und meinem Bruder nach Mekka. Nach meiner Pilgerfahrt reiste mein Bruder mit meiner Mutter zurück und ich blieb in Mekka, um die Hadithwissenschaft zu erwerben. Als ich achtzehn war, habe ich angefangen, die Sprüche und Aussagen der Prophetengefährten und deren Nachfolger (al-Tabi’in) zu schreiben. Dies war in der Zeit von Ubaid Allah ibn Mussa. Ich verfasste das Buch „Die Geschichte“ in den Vollmondnächten in der Moschee des Gesandten Allah, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, nah zu seinem Grab. Dann sagte er: Es gibt kaum einen Namen in der Geschichte, worüber ich nichts erzählen kann, aber ich wollte das Buch nicht dicker machen.“

Muhammad ibn Abu Hatim sagte auch: Ich habe den Bukhari gehört, als er sagte:

„Ich kam eines Tages bei al-Humaidi – ich war achtzehn Jahre alt -, als er eine Diskussion über einen Hadith mit einem andern führte. Als al-Humaidi mich sah, sagte er: Hier ist jemand gekommen, der zwischen uns urteilen kann. So schilderte jeder seine Meinung. Ich gab Al-Humaidi recht. Hätte der andere auf seiner Meinung bestanden, wäre er als Ungläubiger gestorben“

Bakr ibn Munir sagte: Ich habe Al-Bukhari gehört, als er sagte:

„Ich hörte bei Abu Hafs, Ahmad ibn Hafs, Abschnitte aus „al-Dschami“ von Sufian al-Thawri und aus dem Buch meines Vaters. Dann las Abu Hafs einen Buchstaben, der bei mir (in meinem Gedächtnis) nicht standr. Da korrigierte ich ihn. Er wiederholte zum zweiten und dritten mal, wobei ich ihn jedes Mal korrigierte. Er schwieg, dann fragte er: Wer ist er? Sie antworteten: Er ist der Sohn Ismails. Dann sagte er: Was er sagt stimmt. Merkt dies von mir: Er wird ein angesehener Gelehrte werden.“

Nach Mekka ging er zur Medina im Jahre 212 n. H., als er achtzehn war. Er lernte dort von Ibrahim ibn al-Mundhir, Mutraf ibn Abdullah, Ibrahim ibn Hamza, Muhammad ibn Ubaid Allah und Abdulaziz ibn Abdullah al-Uwaissi und anderen.

Dann ging er vier Mal zu Basra und mehrmals zu Kufa. Er war mehrmals in Bagdad, der damaligen Hauptstadt der Khilafa, wo er von al-Imam Ahmad ibn Hanbal, Mohammad ibn Issa al-Sabaagh und anderen gelernt hat. Er reiste auch nach Damaskus und Ägypten. Durch seine vielen Reisen konnte al-Bukhari die Anzahl seiner Lehrer vervielfachen, bis sie ca. Tausend waren. Er selbst sagte:

„Ich lernte von über tausend Gelehrten. ich kenne keinen Hadith, ohne dass ich dessen Überlieferungskette kenne.“

Er sagte auch:

„Ich habe nur von denjenigen abgeschrieben, die sagen: Der Glaube ist das Sagen und das Tun.“

Seine Mystik und Frömmigkeit:

Gunjar sagte in seinem Geschichtsbuch:

„Abu Hafs schickte Muhammad Ibn Ismail Ware. Abends haben sich einige Händler bei ihm versammelt und boten ihm einen Gewinn von 5000 Dirham an. Er sagte ihnen: Geht jetzt. Am nächsten Tag kamen andere Händler und boten ihm 10000 Dirham Gewinn. Er lehnte das Angebot ab und sagte: Ich hatte gestern die Absicht, diese Ware den ersten Händlern zu verkaufen. So verkaufte er den ersten die Ware und sagte: Ich möchte meine Absicht nicht brechen.

Man erzählt von ihm, dass er an einigen Tagen nicht mal ein Scheibchen Brot aß, sondern nur zwei oder drei Mandel. Er pflegte, die gewürzte Gerichte, wie Kichererbsengerichte u. ä., zu vermeiden,

Sein Gottesdienst:

Al-Khatib erzählte in seinem Geschichtsbuch von Muhammad Ibn Abi Hatem Al-Warraq:

Muhammad Ibn Isma’il wurde zu dem Garten einiger Gefährten eingeladen. Am Mittagsgebet betete er vor. Dann betete er lang freiwillig nach. Als er fertig war, hub er den Rand seines Gewands und sagte einigen seiner Gefährten: Schaut mal ob ihr etwas unter meinem Gewand seht. Da war ein Hummel, der ihn 16 oder 17 Mal gestochen hat. Seine Haut war dadurch geschwollen, Die Spuren der Stiche waren an seinem Körper deutlich zu sehen. Sie sagten ihm: Warum hast du dein Gebet beim ersten Stich nicht unterbrochen? Er antwortete: Ich war am Lesen einer Surah und wollte sie vervollständigen.

Seine Großzügigkeit und guten Manieren:

Al-Hafidh ibn Hajar sagte: Abdullah Ibn As-Sayarifi sagte:

Ich war einmal bei Abu Abdullah, Mohammad Ibn Ismail. Seine Dienerin kam zu ihm und stolperte über einen Tintenfass, den er in den Händen hielt. Er sagte zu ihr: Wie läufst du? Sie antwortete: Wie kann ich denn laufen wenn der Weg gesperrt ist? Er streckte seine Hände aus und sagte: Geh! Ich befreie dich! Ihm wurde gesagt: Hat die Dienerin dich aufgeregt? Er sagte: Auch wenn sie mich aufgeregt hätte, habe ich mich durch meine Tat befriedigt.

Sein starkes Gedächtnis:

Al-Hafidh erzählte: Ahmad Ibn Adii sagte:

Ich hörte viele Gelehrten, die sagten: Als Muhammad Ibn Ismail Al-Bukhari in Baghdad ankam, versammelten sich die Hadithgelehrten und wählten 100 Hadithe aus. Sie ordneten jedem Hadith-Inhalt eine Überlieferungskette eines anderen Hadith zu. 10 Von Ihnen haben jeweils 10 Hadithe vor Al-Bukhari vorgelesen, und bei jedem Hadith sagte Al-Bukhari, dass der Hadith ihm unbekannt war, so dass die Gelehrten sein Wissen und seine Gedächtnisstärke bezweifelten.

Als al-Bukhari sicher war, dass sie fertig waren, sagte er zu dem ersten: Du hast bei deinem ersten Hadith so und so gesagt, und das Richtige ist so und so. Und bei dem zweiten Hadith hast du so und so gesagt, was aber richtig ist, ist so und so. Und bei dem dritten Hadith hast du das und das gesagt, was aber richtig ist, ist das und das etc., bis er alle Hadithe der 10 Gelehrten in der Reihenfolge wiederholte und jeden korrigierte.

Nicht nur die Korrektur der Hadith hat die Gelehrten bewundert, sonder auch die Tat, dass er die falschen Hadithe in der richtigen Reihenfolgen wiederholt hat, die er zum ersten Mal gehört hatte.

Quelle: Min A’lam as-Sunnah: Ahmad Faried

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