Ar-Riyah (Der versteckte Shirk)

Veröffentlicht in Dezember 14, 2007 von Abu-Ibrahim

Ar-Riyaa: Versteckter Shirk
Abu Ammar Yasir al-Qadhi

Sprachlich kommt Riyaa von dem Wort „ra’aa“, welches meint, zu sehen, zu betrachten, anzuschauen. Das abgeleitete Wort „Riyaa“ bedeutet „Augendienerei, Heuchelei, Verstellung“.

Aus der Sicht der Shari’ah: „Das verrichten von Taten, die Allah gefällig sind, mit der Absicht anderen zu gefallen als Allah.“ So entsteht Riyaa im Herzen.

Mahmoud ibn Labiid berichtete, dass der Gesandte Allahs (saws) sagte: „Die Sache, die ich am meisten für euch fürchte ist der versteckte Shirk; Riyaah“ (Ahmad in seinem Musnad)

Abu Sa’iid berichtete, dass Allahs Gesandter (saws) zu ihnen kam als sie über ad-Dajjal redeten, und sagte: „Soll ich euch nicht über das informieren, was ich für euch mehr fürchte als die Gefahren des Dajjal? Es ist der versteckte Shirk; eine Person steht im gebet und verschönert sein Gebet, weil er sieht wie die Leute auf ihn schauen.“ (Sunan Ibn Majah vol. 2, #3389)

Abu Musaa al-Ash’arii berichtete, dass Allahs Gesandter (saws) eines Tages eine Rede hielt und sagte: „Oh Leute! Fürchtet diesen Shirk (damit ist Riyaah gemeint), es ist unauffälliger als das Kriechen einer Ameise.“ (Als Authentisch eingestuft in Sahih al Targheeb wat-Tarheeb, nr. 33)

Die Primärursache von Riyaa ist eine Schwäche im Iman. Wenn eine Person keinen starken Glauben in Allah hat, bevorzugt er die Bewunderung der Leute über dem Wohlgefallen Allahs.

Es gibt drei Symptome, die auf Riyaa hinweisen und es ist wesentlich, dass ein Gläubiger alle vermeidet.

1) Die liebe zum Lob – wie in einem Hadith berichtet wird über die ersten drei Personen, die ins Höllenfeuer geworfen werden; der Gelehrte (der für Ruhm unterrichtete), der Märtyrer (der für Ruhm kämpfte) und die Person, die ihr Geld für wohltätige Zwecke ausgab (damit die Leute sagen er sei Großzügig). All diese drei Personen begehrten das Lob der Leute mehr als das Wohlgefallen Allahs. Die Person, die das Lob der Leute wünscht muss in sich einen Stolz fühlen, damit er sich angemessen gelobt fühlt. Das ist eine Gefahr, deswegen wird er arrogant und überheblich.

Abu Hureira (ra) zitierte den Gesandten Allahs (saws), dass er sagte: „Allah, der Großartigste und Glorreiche, sagte: „Stolz ist Mein Mantel, und Großartigkeit Mein Gewand, wer immer mit Mir konkurriert, in Bezug auf irgendeinen von ihnen, so werde Ich ihn in die Hölle werfen.“ (Sahih Muslim, vol. 4 #6349, Sunan Abu Dawud, vol.3 #4079)

Abu Hureira (ra) zitierte die Warnung des Gesandten Allahs (saws) über eine Person, die sich selbst verehrt. „Es gibt drei misstrauende Dinge: Begierden, denen man folge leistet, Habsucht, der man folge leistet und Selbstbewunderung und Eingebildetheit einer Person und das ist die schlimmste der Dreien.“

Allah warnt auch davor in die Kategorie dieser Christen und Juden zu fallen, die im Qur’an erwähnt werden:

„Du sollst nicht meinen, dass diejenigen, die sich ihrer Tat freuen und gerühmt zu werden wünschen für das, was sie nicht getan haben, der Strafe entronnen seien. Ihnen wird eine schmerzliche Strafe zuteil sein.“ [3:188]

2) Furcht vor Kritik

Niemand mag es kritisiert zu werden. Die Abneigung der Kritik betreffend religiösen Praktiken kann in zwei Kategorien aufgeteilt werden:

a) Die erste Kategorie ist die einer Person, die ein Gebot von Allah vernachlässigt, um die Kritik seiner Gleichen zu vermeiden. Wie auch immer, die wahren Gläubigen werden im Qur’an wie folgt beschrieben: „…und werden den Vorwurf des Tadelnden nicht fürchten. Das ist Allahs Huld; Er gewährt sie, wem Er will; denn Allah ist Allumfassend, Allwissend.“ [5:54]

b) Die zweite Kategorie ist die einer Person, die bestimmte Gebote des Islams, nicht um Allah willen befolgt, aber, weil er sich fürchtet, von Leuten, die auf ihn schauen kritisiert zu werden, wenn er es nicht tut. Z. B. ein Mann würde seine Pflichtgebete in der Moschee verrichten, weil er nicht will, dass die Leute ihn dafür kritisieren, dass er zu Hause betet oder dass sie denken er würde überhaupt nicht beten.

3) Habgier gegenüber dem Besitz der Leute

Wenn eine Person begehrt, was die Leute besitzen, ob es ihr Rank ist, ihr Geld oder ihre Fähigkeiten, dann wünscht er sich, dass sie ihn beneiden. Z. B. wenn er, einer Person gegenüber, eifersüchtig wird, auf Grund seiner Position in der Gesellschaft, versucht er durch jedes mögliche Mittel, die gleiche Position zu erreichen. Solche Begierden verleiten Leute dazu ihr Leben damit zu verbringen, eine Schau zu machen für andere Leute, so dass sie sie um ihren Rank, ihr Geld und ihre Fähigkeiten bewundern.

Diese drei Kategorien werden in der folgenden Aussage des Prophet Muhammad (saws) angedeutet: Abu Musaa überliefert, dass eine Person zum Propheten (saws) kam und fragte: „Eine Person kämpft um Ehre zu verteidigen (d.h. Kritik zu umgehen), ein anderer um seine Tapferkeit zu prüfen (d.h. dafür gelobt zu werden), und ein anderer um damit anzugeben (d.h. das seine Position gesehen wird), wer kämpft von diesen Dreien auf dem Wege Allahs?“ Er (saws) antwortete:

„Wer auch immer kämpft um das Worte Allahs herrschend zu machen [d.h. Ehre des Islams zu bringen und sie im Land zu verbreiten], der ist derjenige, der auf Allahs Wege kämpft.“ (sahih al-Bukhari vol. 4 #65)

Einige Gelehrte raten:

„Entfernt von euch die Ursachen von Riyaa, indem ihr die Meinung der Leute in ihrer Wichtigkeit so betrachtet, wie die von Tieren und kleinen Kindern. Differenziere nicht in deiner Anbetung in der Anwesenheit von Leuten und ihrer Abwesenheit oder zwischen ihrem Wissen über eure Taten oder ihrer Ignoranz ihnen gegenüber. Seit euch eher dem endlosen Wissen Allahs bewusst.“

Wege Riyaa zu vermeiden

1. Wissen im Islam erweitern

2. Dua

Der Prophet lehrte die spezifische Du`a für Riyaa:
„Allahumma innaa na3uudhu bika an-nushrika bika shay’an na3lamuhu, wa nastaghfiruka limaa laa na3lamuh. [Oh Allah, wir suchen Zuflucht bei dir vor dem bewussten Begehen von Shirk und erbitten deine Vergebung für (den Shirk, den wir unwissentlich begingen]“

3. Nachdenken über Paradies und Hölle

4. das Verdecken von guten Taten

5. Nachdenken über die eigenen Fehler

6. Begleiten der Frommen

7. Wissen über Riyya

 

http://kitabundsunnah.wordpress.com/2007/12/14/ar-riyah-der-versteckte-shirk/

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