Nakba
– die grosse Katastrophe

Es gab viele Vertreibungen in der Menschheitsgeschichte … hier eine über
die man fast nichts hört. Ein Ereignis das nie stattfand … obwohl es tatsächlich
passierte.

Zwischen Dezember 1947 und Dezember 1950, wurden über 530
palästinensische Dörfer und Städte mit Planierraupen und Sprengstoff zerstört
und dem Erdboden gleich gemacht. Die Hälfte der Palästinenser erlebten eine
ethnische Säuberung durch im Untergrund operierende zionistische Kampfgruppen,
sogar bevor Israel sich einseitig als Staat ausrief.

Die marodierenden
Vandalen des Zionismus ermordeten unschuldige Menschen, zerstörten Tausende
Häuser, planierten Hunderte Dörfer und vertrieben einen Grossteil der
Palästinenser von ihrem angestammten Heimatland. Die Palästinenser nennen diese
Vertreibung die Nakba, oder die grosse Katastrophe.

Palästinenser auf der
Flucht 1948:

Die Palästinenser sind die grösste Gruppe an Flüchtlingen
auf der Welt. Sieben Millionen der 10 Millionen Palästinenser sind Vertriebene
oder Heimatlose. Sie werden daran gehindert in ihre Dörfer und Städte
zurückzukehren, obwohl das internationale Recht und viele UNO-Resolutionen dies
verlangen.

Das israelische Parlament Knesset verabschiedete eine Reihe
von Gesetzen, welche völlig gegen internationales Recht verstossen, um
sicherzustellen, dass keine der palästinensischen Flüchtlinge es erlaubt sei
wieder zurückzukehren und dass ihr Land von Israelis konfisziert werden kann.
Die Säuberung von 75 bis 80 Prozent der nichtjüdischen Bevölkerung aus dem
Gebiet welches dann später Israel wurde, war damit festgeschrieben.

Aber
das reichte nicht aus um die zionistischen Pläne eines jüdischen Staates zu
erfüllen. Die Grenzen werden seitdem bis zum heutigen Tag systematisch immer
erweitert, weiteres palästinensisches Land wird einverleibt, die
palästinensischen Einwohner vertrieben und ihr Eigentum beschlagnahmt. Siehe
dazu „Wie
der Landraub in Palästina funktioniert
“.

Der Gründer Israels und
erster Premierminister David Ben-Gurion sagte:
Es muss klar sein, es
gibt keinen Platz in diesem Land für beide Völker. Wenn die Araber verschwinden,
dann wird das Land offen und gross genug für uns sein. Die einzige Lösung ist
ein Land für Israel, wenigstens der westliche Teil von Israel, komplett ohne
Araber. Es gibt keinen Platz für Kompromisse. Es gibt nur eine Lösung, alle
Araber in die Nachbarländer zu verfrachten, alle müssen weg, ausser einige in
Bethlehem, Nazareth und dem alten Jerusalem. Nicht ein einziges Dorf darf stehen
bleiben, nicht eine Gemeinde. Der Transfer muss direkt in den Irak, nach Syrien
oder sogar nach Transjordanien erfolgen. Für dieses Ziel müssen wir genügend
Mittel finden. Und nur nach dieser Entfernung wird das Land in der Lage sein die
vielen Millionen unserer Brüder aufzunehmen und das jüdische Problem wird es
nicht mehr geben. Es gibt keine andere Lösung.

Der Mythos
vom leeren Land

Diese notwendige Vertreibung der einheimischen
arabischen Bevölkerung in Palästina stellte die Zionisten vor ein Problem. Sie
mussten den Mythos verbreiten, Palästina hätte gar keine bestehende Bevölkerung.
Um diese Desinformation zu ermöglichen, erfanden die Zionisten einen Slogan um
die europäischen Juden zu motivieren nach Palästina
auszuwandern:

Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne
Land

Hätten die Zionisten die Existenz einer einheimischen
Bevölkerung in Palästina zugegeben, dann hätten sie ja erklären müssen, wie sie
diese zuerst vertreiben wollen. Deshalb erfanden sie den Mythos des leeren
Landes. Wie wenn das "Heillige Land" 2000 Jahre einfach menschleer auf sie
gewartet hätte, eine absurde Vorstellung.

Nur das Land war gar nie leer,
es war sogar sehr bevölkert und es war fruchtbar.

Ben-Gurion selber
erklärte bereits 1918: „Palästina ist kein leeres Land … unter keinen
Umständen dürfen wir die Rechte der Einwohner verletzen.

Er sagte, im Jahre 1914 würden nur 12% der gesamten
palästinensischen Bevölkerung aus Juden bestehen. Es war sogar so, dass die
Mehrheit der Juden in Palästina gar keine Zionisten waren und keinen eigenen
Staat wollten, sie waren ja nicht mal Staatsbürger des Landes, da sie erst vor
kurzem aus dem zaristischen Russland geflohen waren.

Wie die Volkszählung
des Osmanischen Reiches zeigt, zu dem Palästina damals gehörte, war das Land
dicht besiedelt, speziell die ländlichen Gebiete, mit blühender Landwirtschaft.
Im Jahre 1914 bestand die Bevölkerung Palästinas aus 657’000 muslemischen
Arabern, 81’000 christlichen Arabern und 59’000 Juden, einschliessliche der erst
vor kurzem eingewanderten europäischen Juden aus der ersten und zweiten
Aliyah.

Demnach machte die jüdische Bevölkerung im Jahre 1914 weniger als
8% aus.

Deshalb mussten die Zionisten mit Terroraktionen eine massive
Enteignung, Vertreibung und ethnische Säuberung durchführen, damit die
einheimische arabische Bevölkerung aus Palästina verschwindet, um Platz zu
schaffen für die jüdischen Einwanderer aus aller Welt. Danach haben sie dann mit
Geschichtsfälschung und Desinformation dieses Verbrechen vertuscht.

Seit
der Staatsgründung am 14. Mai 1948, sind circa 3
Millionen Neueinwanderer
nach Israel gekommen.

Bis zur
Jahrhundertwende gab es sowieso sehr wenige alteingesessene Juden in Palästina,
diese lebten völlig friedlich mit ihren arabischen Nachbarn zusammen. Auch als
die Einwanderungswelle dann begann, hauptsächlich aus Russland, und die ersten
Kibbuz von ihnen gegründet wurden, gab es ein tolerantes Nebeneinander. Erst die
aggressive und menschenverachtende Vertreibungspolitik der Zionisten in den
30ger und 40ger Jahren, zerstörte den Frieden und schaffte den
israelisch/palästinensischen Konflikt der bis heute andauert.

Die
Behauptung der Zionisten, Palästina wäre ein leeres Land gewesen, in dem
höchstens einige Beduinen auf Kamelen herumstreiften, ist ein Mythos der mit
Hilfe der von ihnen kontrollierte Medien sehr effektiv verbreitet wurde. Diese
Propagandalüge sitzt so fest in den Köpfen der meisten Menschen, innerhalb und
ausserhalb Israels, es funktioniert bestens.

Deshalb leugnen die meisten
Israelis auch die Tatsache, es hat überhaupt eine Nakba gegeben, die massive
Zerstörung der Lebensgrundlage und der Vertreibung von 800’000 Palästinenser aus
dem Land ihrer Väter. Sie verstehen auch nicht was die Palästinenser überhaupt
wollen, eine Rückkehr in ihre angestammte Heimat und eine Wiedergutmachung für
die Verbrechen die an ihnen begangen wurden.

Wir haben die Situation,
dass die Zionisten ihre eigene Propaganda über ein „leeres Land“ glauben. Wenn
sie behaupten, es hat nie eine Vertreibung stattgefunden, dann muss man sich
auch nicht dafür verantwortlich fühlen, dann ist das Thema „Rückkehr“ nicht
existent, denn eine Anerkennung dieser Tatsachen würde ja alles in Frage
stellen.

Dieses geschichtliche Ereignis wird in Israel völlig geleugnet
und komplett unterdrückt. Sie wollen einfach nicht wahrhaben, dass hier ein
grosses Unrecht passiert ist und jeden Tag weiter stattfindet. Sie fragen sich
nicht, wenn es die Nakba nie gegeben hat, warum gibt es dann überhaupt
palästinensische Flüchtlinge seit 60 Jahren? Wo sind sie
hergekommen?

Ist ja auch klar warum dies geleugnet, ignoriert und
heftig bestritten wird. Wie kann man mit gutem Gewissen den 60. Geburtstag
Israels feiern, wenn dieser Staat erst durch eine ethnische Säuberung und
Vertreibung der arabischen Bevölkerung ermöglicht wurde?

Wie
kann man Party machen und ein Ereignis feiern, wenn seine palästinensischen
Nachbarn und Mitmenschen seit 60 Jahren in Flüchtlingslagern leben, und jetzt
hinter einer hohen Mauer in Gettos eingesperrt sind und wie im Gazastreifen dort
dahin vegetieren, keinen Strom, kein Wasser, keine Lebensmittel, medizinische
Versorgung und sonstige Lebensgrundlagen bekommen, völlig entrechtet sind und
schlimmer als Tiere behandelt werden?

Was haben die Palästinenser getan
um so kollektiv bestraft zu werden?

Sie sind Opfer einer internationalen
Politik, die auf ihre Kosten geführt wurde. Für ihren Teil hat Europa und der
Westen generell die Schaffung Israels in Palästina als eine lang erwartete
Gelegenheit gesehen ein Problem los zu werden, ihr schlechtes Gewissen zu
beruhigen, den Jahrhunderte langen Antisemitismus wieder gut zu machen, der im
Holocaust endete.

Die Palästinenser hat man dafür geopfert, ihnen
willkürlich die Heimat genommen, die Dörfer und Städte zerstört und sie
vertrieben, damit Israel entstehen konnte. Ihr berechtigter Protest und
Widerstand dagegen wird als „Terror“ falsch dargestellt und dazu benutzt, noch
schärfer gegen sie vorzugehen.

Im Jahre 1934 gab Ben-Gurion zu, wer der
wirkliche Aggressor ist, in dem er sagte: „Wenn wir sagen, die Araber sind
die Aggressoren und wir verteidigen uns nur, dann ist das nur die halbe
Wahrheit. Was unsere Sicherheit und unser Leben betrifft, verteidigen wir uns
… aber der Kampf ist nur ein Aspekt des Konflikts, welcher in seinem Kern ein
politischer ist. Und politisch gesehen, sind wir der Aggressor und sie
verteidigen sich.

Die Palästinenser hängen immer noch an ihrem
Heimatland, trotz des hohen Preises den sie dafür zahlen müssen, hauptsächlich
mit ihrem eigenen Blut und dem Blut ihrer unschuldigen Kinder.

Es ist
völlig inakzeptabel, dass ein begangenes Unrecht am jüdischen Volk, ein Unrecht
am palästinensischen Volk rechtfertigt. Frieden wird es nur geben, wenn dieses
Unrecht aufgehoben, die Unterdrückung beendet und die Palästinenser
geleichberechtigt behandelt werden.

Die Nakba hat es gegeben, das muss
Israel und die Welt endlich anerkennen.

Das Massaker von Deir
Yassin

Am Freitag den 9. April 1948 früh morgens, griffen Kommandos der
Irgun (rechtsradikale zionistische Untergrundorganisation), angeführt durch
Menachem Begin, den späteren Premierminister Israels und
Friedensnobelpreisträger, und Mitglieder der Stern Bande (zionistische
Terrororganisation) das Dorf Deir Yassin an, ein Dorf mit ca. 750
palästinensischen Bewohnern. Es geschah einige Wochen vor dem Ende des
britischen Mandats über Palästina. Das Dorf lag ausserhalb des von der UNO
empfohlenen Gebietes für einen zukünftigen jüdischen Staat.

Deir
Yassin
lag auf höheren Gelände im Korridor zwischen Tel Aviv und Jerusalem
und, wie ein später bekannt gewordener geheimer Plan beinhaltete, wurde zur
Zerstörung vorgesehen, um Platz für eine kleine Landebahn zu machen, um für den
Nachschub zu dienen.

Bis zum Mittag wurden über 100 Menschen, die meisten
Frauen und Kinder, systematisch ermordet. Vier der Angreifer wurden von
Palästinenser die Widerstand leisteten getötet. 25 männliche Bewohner des Dorfes
wurden auf Lastwagen aufgeladen, durch die Strassen des Zakhron Yosef Quartiers
in Jerusalem paradiert und dann zu einem Steinbruch an der Strasse zwischen
Givat Shaul und Deir Yassin geführt und dort erschossen. Die verbliebenen
Einwohner wurden ins arabische Ost-Jerusalem vertrieben.

Die Zeitung
The New York Times berichtete am 13. April 1948, der Tag an dem die
Beerdigung endlich stattfand, dass 254 Leichen gezählt wurden.

Von den
144 Häusern des Dorfes wurden 10 mit Dynamit gesprengt. Der Friedhof wurde mit
Planierraupen platt gewalzt und, genau wie Hunderte andere palästinensische
Dörfer die dann folgten, wurde Deir Yassin dem Erdboden gleich gemacht
und von der Landkarte getilgt.

Im September 1948 wurden eingewanderte
orthodoxe Juden aus Polen, Rumänien und der Slowakei dort angesiedelt. Das
Zentrum des Dorfes wurde in Givat Shaul Bet umbenannt. Als Jerusalem sich
vergrösserte, wurde das Land auf dem Deir Yassim mal stand ein Teil der
Stadt und ist jetzt einfach als das Gebiet zwischen Givat Shaul und der Siedlung
Har Nof bekannt.

Als das Massaker sich rum sprach, gab die Führung der
Haganah (jüdische paramilitärische Kampforganisation, die später die israelische
Armee wurde) zu, dass das Massaker „die Sache der jüdischen Kämpfer schadete
und die jüdische Kampftruppe und Flagge entehrt hätte.
“ Sie spielten aber
die Tatsache herunter, dass ihre eigene Miliz die Tat begangen
hatte.

Sogar Ben-Gurion schickte eine Entschuldigung an König Abdullah
von Transjordanien.

Aber die schreckliche Tat diente dem zukünftigen
Staate Israel sehr gut. Die palästinensische Bevölkerung war in Panik versetzt
und fürchtete sich vor einem ähnlichen Schicksal.

Begin sagte dazu:
Die Araber im ganzen Land sind durch die Geschichte des ‚Irgun Gemetzels’
völlig in Panik geraten und fürchten um ihr Leben. Diese Massenflucht hat zu
einer Stampede geführt. Der politische und ökonomische Stellenwert dieser
Entwicklung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Das Massaker
in Deir Yassin ist einer der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte
der Palästinenser und Israelis. Nicht wegen der Grösser oder der Brutalität
dieser ethnischen Säuberung, sondern weil es als Frühwarnung für die geplante
Entvölkerung weiterer 500 arabischen Dörfer und Städte in Palästina und die
Vertreibung 800’000 Einwohner stand.

Wir kamen und verwandelten die
einheimischen Araber in Flüchtlinge. Und immer noch wagen wir es sie zu
verleumden und schlecht zu machen, ihren Namen zu beschmutzen. Statt das wir uns
wegen unserer Taten schämen und versuchen etwas von dem Bösen welches wir
begangen wieder gut zu machen … gehen wir her und rechtfertigen diese
entsetzlichen Taten und versuchen sie sogar zu verherrlichen.

Von
Nathan Chofshi … russischer pazifistischer Zionist und Schriftsteller, der
1908 nach Palästina auswanderte. Er war Augenzeuge der Vertreibung der
palästinensischen Araber und schrieb kritisch darüber bis ins Jahr 1959.

Quelle: http://www.help-gaza.de.vu/

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