Todespfeile aus Israel: Fotos bezeugen den Einsatz
von Flechettes im Gazakrieg

 

Flechettes sind tödliche kleine Pfeile, die zu
Hunderten von Panzern aus abgeschossen werden und schreckliche Wunden reissen.
Neue Fotos zeigen, dass Israel sie gegen Palästinenser eingesetzt
hat.
Alle gängigen Schutzwesten, Gefechtshelme und Stahlhelme wurden bei den Nato-Tests erfolgreich überwunden: Flechettes in einem Haus in Mughraka im Gazastreifen auf einer Aufnahme vom 21. Januar 2009.

 

Alle gängigen Schutzwesten, Gefechtshelme und
Stahlhelme wurden bei den Nato-Tests erfolgreich überwunden: Flechettes in einem
Haus in Mughraka im Gazastreifen auf einer Aufnahme vom 21. Januar
2009.

Bild: Keystone

Klein und tödlich: Flechette-Pfeil.

 

Klein und tödlich: Flechette-Pfeil. (Bild:
Keystone)
Verheerender Split: Spitze und Schlussteil trennen sich im Körper und verursachen zwei Wunden.

Verheerender Split:
Spitze und Schlussteil trennen sich im Körper und verursachen zwei Wunden.

Sie sehen aus wie Dart-Pfeile und stecken in der Wand
eines Hauses in der Ortschaft Mughraka im Gaza-Streifen – das zeigen Bilder der
Nachrichtenagentur AP vom Januar 2009. Diese Pfeile heissen in der Fachsprache
Flechettes und reissen fürchterliche Wunden.

Zwischen 5000 und 8000 solcher pfeilförmigen
Projektile werden in eine 120-Millimeter-Granate gepackt, die von Panzern
verschossen werden. Die Geschosse explodieren in der Luft und streuen die Pfeile
mit Hochgeschwindigkeit über ein 300 mal 100 Meter grosses
Gebiet.

Fürchterliche
Verletzungen

Auf der Waffen-Fachhomepage «Waffenhq.de» steht
darüber: «Im menschlichen Körper führen diese Geschosse zu fürchterlichen
Verletzungen, welche Anlass waren, sie international zu ächten und auf
Kriegsschauplätzen zu verbieten. Denn im Zielmedium wird das Flechette instabil
und verformt sich. So verbog sich die Spitze bei den Nato-Tests angelhakenförmig
oder das gesamte Geschoss nahm eine U-Form an. Das Flechette neigt aber auch
dazu sich im Ziel um 90 bis 180 Grad zu drehen. Durch diese Verformungen und
Querbewegungen gibt das Projektil einen Grossteil seiner Energie ab und reisst
eine vergleichsweise grosse Wundhöhle.»

Und weiter heisst es da: «Alle gängigen Schutzwesten,
Gefechtshelme und Stahlhelme wurden bei den Nato-Tests erfolgreich überwunden.
Dabei zog das Geschoss oftmals Teile dieses Schutzes wie auch Teile normaler
Kleidung mit in den Wundkanal, welche dort ebenfalls Verletzungen hervorrufen
können. Insbesondere Schutzwestenteile, die sich im Bereich um die Wunde herum
ausbreiten, führen zu Sekundärverletzungen.»

Verboten oder nicht?

Für Amnesty International ist klar, dass Israel diese
Waffe nicht nur seit Jahren sondern auch im jüngsten Gaza-Krieg eingesetzt hat.
Laut AI seien Flechettes aber entwickelt worden, um dichte Vegetation zu
durchdringen und dürften nie in eng besiedelten Gebieten eingesetzt
werden.

Unklar ist, ob die kleinen Todespfeile auf
Kriegsschauplätzen verboten sind oder nicht. Laut «BBC» und dem «Independent»
behauptet das israelische Militär seit längerem, dass sie es nicht
sind.

Mehrere tödliche Angriffe
gemeldet

Laut Amnesty wurden am 5. Januar südwestlich von Beit
Hanoun zwei Personen auf einer Hauptstrasse durch Flechettes getötet und mehrere
verletzt.

Als eines von mehreren weiteren Beispielen wird der
Tod von drei Personen in Mughraka genannt. Dort seien am 7. Januar Flechettes
abgeschossen worden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)

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