Assalamu aleikum wrwb,

ich habe eine Bitte an euch:

Bitte lasst uns Gaza nicht vergessen!!!

Wir dürfen nicht denken, dass nur weil wir jetzt eine Benefizveranstaltung in der Stadt gemacht haben alles getan ist.
Mit dem (vorläufigen) Ende des Krieges ist Gaza auch nicht gerettet!
In Gaza leidet die Bevölkerung sehr unter den Folgen vom Krieg und es besteht die hohe Gefahr, dass Israel wieder angreift, denn den Waffenstillstand haben sie schon zig male gebrochen. Wir müssen weiter Benefizveranstaltungen für Gaza veranstalten ( am besten regelmäßig). Aber nicht nur das.
Wir müssen auch die Menschen hier aufklären, die nur Informationen von den pro- israelischen Medien übernehmen und so natürlich einen falschen Eindruck erhalten. Wir müssen die Fakten über den Krieg auf den Tisch legen.
Ein Beispiel ist Flugflyer mit Fakten über den Krieg, die Folgen des Kriegs und die generelle Lage von Gaza, die seit Jahren besteht, zu verteilen und einfach in Briefkästen reinzuwerfen. Auch Infostände in der Stadt zu machen wäre eine sehr gute Idee. Wir müssen auch immer auf dem neusten Stand bleiben und in seriösen Zeitungen,Zeitschriften etc. nachschauen, wo die Fakten auf den Tisch gelegt  werden. Natürlich müssen wir auch weiter spenden. ( hier ein Link über das Ausmass der Folgen vom Krieg: http://www.islamicrelief.de/meldungen/nothilfe/ ).
Wir können auch bei islamischen Vorträgen einfach Spenden sammeln und diese dann überweisen.
Schaut euch auch immer wieder die arabischen Nachrichten mit den Bildern an und auch die Bilder/Videos von der Zerstörung Gazas.
Wir haben leider harte Herzen und sind so sehr an diese Dunya gebunden subhanALLAH und vergessen unsere Geschwister auf der Welt. Wir müssen unsere Herzen erweichen lassen, indem wir uns immer wieder das Grauen vor Augen halten!
Und noch eins der wichtigsten Dinge ist Du’a Al-Qunut zu machen und für unsre Geschwister nicht nur in Palästina, sondern überall auf der Welt bei ALLAH um Hilfe und Stärkung suchen.
Natürlich wär es auch super,wenn wir es schaffen eine halbe Stunde früher als Fajr aufzustehen, um da Du’a für unsere unterdrückten Geschwister zu machen.
InshaALLAH setzen wir folgenden, euch bekannten, Hadith endlich um:


An-Nu’man Ibn Baschir berichtete, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: "Gewöhnlich findest du die Gläubigen in ihrer Barmherzigkeit, Zuneigung und Mitleid zueinander wie der Körper: Wenn ein Teil davon leidet, reagiert der ganze Körper mit Schlaflosigkeit und Fieber!" (Bu)

Möge ALLAH unsere Herzen erweichen lassen, uns Aufrichtigkeit in unseren Taten geben und unsere Taten von uns annehmen.
AMIN ya rabb!

Besucht auch: http://www.help-gaza.de.vu ( die Seite ist inshaALLAH immer auf dem neusten Stand!)

BarakaALLAHu fikum wa jazakumu ALLAHu kheiran.

As salamu aleikum wrwb

Ps.: Hier ist ein interessanter Artikel über Gaza

Eine Tonne Sprengstoff pro Kopf

Erschütternder Bericht zweier Chirurgen aus Großbritannien, die während des Krieges in Gaza gearbeitet haben (Deutsche Kurzfassung)

Im Folgenden dokumentieren wir einen von Peter Strutynski übersetzten und zusammengefassten Bericht zweier Ärzte, die während des dreiwöchigen Krieges die Gelegenheit hatten, im Gazastreifen zu arbeiten. Der Bericht wurde Anfang Februar 2009 in dem britischen Fachblatt "The Lancet" veröffentlicht.

Schätzungsweise seien 1,5 Millionen Tonnen Sprengstoff auf Gaza abgeworfen worden, das macht pro Kopf der Bewohner in diesem äußerst dicht besiedelten Gebiet eine Tonne! Am ersten Tag der Luftangriffe seien bereits 250 Menschen getötet worden. Nachdem alle Polizeistationen gezielt angegriffen worden waren, wandten sich die israelischen Streitkräfte zivilen Zielen zu. Dazu zählten viele Schulen, darunter die "American School of Gaza", 40 Moscheen, Krankenhäuser, UN-Gebäude und 21.000 Häuser, von denen 4.000 vollständige zerstört worden seien. Schätzungen sagen, dass etwa 100.000 Menschen obdachlos wurden.
An Waffen wurden eingesetzt:

  • Phosphorbomben, die in großer Höhe zur Explosion gebracht wurden und zahlreiche Bomblets freisetzten, die über einer relativ großen Fläche niedergingen;
  • Schwere Bomben – Verwendung fanden u.a. sog. DIME (dense inert material explosives), die für tödliche Verbrennungen oder schwerster Verwundungen (z.B. Abtrennung von Gliedmaßen) verantwortlich waren;
  • Brennstoff-Luft Sprengstoffe – hochwirksame Druckwellensprengstoffe; damit ist z.B. ein achtgeschossiges Gebäude der Islamischen Universität von Gaza bis auf den Rest, eine ein Meter hohe Säule, zerstört worden;
  • Stille Bomben (silent bombs), deren Anflug nicht hörbar ist, die aber von einer ungeheuren Zerstörungswucht sind;
  • Exekutionen; berichtet wird von Exekutionen, verübt an Kindern, Frauen und alten Menschen;
  • Krankenwagen als Ziel; berichtet wird auch von 13 Krankenwagen, die gezielt angegriffen wurden, wobei deren Fahrer und medizinisches Personal getötet wurden;
  • Streubomben; sie wurden offenbar bevorzugt bei der Zerstörung der Tunnels eingesetzt; die beiden Ärzte weisen darauf hin, dass die meisten Tunnels (etwa 50 Prozent aller Tunnels wurden zerstört) nicht dem Waffenschmuggel dienen, sondern wichtig sind, um die Menschen des Gazastreifen mit lebenswichtigen Waren und Gütern des täglichen Bedarfs zu versorgen.

Zahl der Opfer

Insgesamt wurde die Zahl der Todesopfer auf Seiten der Palästinenser auf 1.350 geschätzt. Die Zahl der Toten stieg von Tag zu Tag an, da ja neben den direkt Getöteten immer mehr Verwundete ihren Verletzungen erlagen. 60 Prozent der Getöteten waren Kinder.
Unter den 5.450 Schwerverletzten befanden sich etwa 40 Prozent Kinder. 1.600 Schwerverletzte werden auf immer unter Behinderungen leiden (z.B. Amputationen, Kopfverletzungen, Rückenmarkverletzungen).

Besondere Bedingungen

In dem Bericht wird auf die besonderen Bedingungen hingewiesen, die im Gazastreifen zu berücksichtigen sind. Hierzu zählen:

  • Fehlende Fluchtmöglichkeit für die Zivilbevölkerung;
  • die dichte Besiedlung des Gebiets; es wird der Verdacht geäußert, dass die israelische Armee absichtlich Zivilisten angegriffen habe, sodass die bewaffneten Kräfte der Hamas in diesem Fall eher die "Kollateralschäden" waren;
  • die Menge und Beschaffenheit der verwendeten Munition (siehe oben);
  • die fehlenden Mittel zur Verteidigung gegen die modernen Waffen der Israelis;
  • fehlender Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombenangriffen.

Fazit

Die beiden Ärzte warnen davor, dass der nächste israelische Angriff für die Menschen in Gaza aus den genannten Gründen genauso zerstörerisch sein wird. Die Bevölkerung in Gaza ist äußerst verwundbar und ohne Verteidigungsmöglichkeit. Wenn die internationale Gemeinschaft eine solche Katastrophe in Zukunft verhindern will, muss sie wie auch immer geartete Verteidigungskräfte für Gaza entwickeln. Andernfalls werden noch mehr Zivilpersonen sterben.

Englischer Originalbericht:  The Wounds of Gaza , The Lancet, 02.02.2009. 

 
Quelle:AG Friedensforschung   vom 13.02.2009