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Der Zustand der Ummah

Sheikh Salim al-Hilali

Entnommen aus: „Al-Ibaanah Magazine“

Bezüge und Abzüge

Die Ursache der Schwäche der Muslime ist aufgrund dessen, dass sie die klare und reine

Religion des Islams verlassen haben. Dass Erniedrigung in ihren Reihen eingetreten ist, ist aus

genau dem Selben Grund. Die Krankheiten und Leiden in den Herzen der Muslime bewirkt

weltliches Unheil. Zusätzlich zu dem sind das Fern sein von der Sunnah und die Vermehrung

von Gruppen der Neuerungen eine andere Ursache für Schwäche und Erniedrigung. Der

Kampf gegen diese Schwächen hat unter der Methodologie des Buches (Qur’an) und der

Sunnah zu erfolgen. Eine detaillierte Erklärung der zahlreichen Hadith, welche die

Weissagungen über den Sturz der Ummah erwähnen.

Ein fundamentales Prinzip

Wir sollten wissen, dass der Gesandte Allahs, sallallahu ‘aleihi wa sallam, durch Allah zur

gesamten Menschheit gesandt wurde, um ihnen all das zu erklären und klarzumachen, was gut

ist und sie näher zu Allah bringt und ihnen ebenfalls all das zu erklären, was schlecht ist und

eine Person von Allah entfernt. Der Grund für dieses Sein, dieses Leben, mit all seiner

Vielfalt, Farben und Erscheinungsformen, ist auf zwei wichtige Angelegenheiten aufgebaut:

Erstens: Das Gute zu kennen, um es zu befolgen.

Zweitens: Das Schlechte zu kennen, um sich dessen fernzuhalten.

Also z. B. in der Angelegenheit des Tauhid Allahs (Allah einzig machen in der Anbetung),

der Kern des Islam, so ist er aufgebaut auf iman (Glaube) an Allah und der Ablehnung von

shirk[1], kufr[2] und taghut[3]. Iman an Allah ist gut, während der Glaube an at-taghut

schlecht ist. Somit ist es ein Muss das, was gut ist, zu kennen um es zu befolgen, während es

ebenfalls ein Muss ist das zu kennen, was schlecht ist, um davon fern zu bleiben. Ähnlich ist

es in der Angelegenheit der Da’wah (Aufruf) zu Allah, welches auf das Gebieten des Guten

(ma’ruf) und das Verbieten des Schlechten (munkar) aufgebaut ist. Das ma’ruf zu gebieten ist

gut und soll befolgt werden, während munkar schlecht ist und gemieden werden soll. Ähnlich

ist es auch mit ittiba‘ (Befolgen) des Propheten, sallallahu ‘aleihi wa sallam, welches auf das

Befolgen seiner sunnah und das Abwenden von bid’ah (religiöse Neuerungen) aufgebaut ist.

Sunnah ist gut und soll befolgt werden, während bid’ah schlecht ist und gemieden werden

soll.

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Ereignisse, die diese Ummah befallen

Der Prophet, sallallahu ‘aleihi wa sallam, informierte uns über Ereignisse, welche diese

Ummah (d. h. Muslime) befallen werden. Einige von diesen Berichten sprechen vom Guten

für diese Ummah, ebenfalls beinhaltend, dass die Zukunft, Kraft und Ehre für die Muslime ist

und dass sie im Land etabliert sein werden. Andere Berichte warnen uns vor jene schlechten

Angelegenheiten, die uns von Allah, dem Höchsten, entfernen und uns schwächen vor den

Nationen. Wir werden einige dieser Berichte, die die zwei Arten von Schwächen erwähnen,

behandeln.

Die erste Art der Schwäche erklärt

Der erste dieser Berichte ist der von Thawban, radiallahu ‘anhu, der befreite Sklave des

Propheten, sallallahu ‘aleihi wa sallam. Er überlieferte, dass der Gesandte Allahs, sallallahu

‘aleihi wa sallam, sagte:

„Bald werden Nationen sich einander einladen. Sie werden über

euch herfallen und euch zerstören, wie bei Leuten, die andere einladen und über eine Speise

herfallen.“ Es wurde gesagt: „Wird dies geschehen, weil wir zu jener Zeit gering an Zahl sein

werden?“ Er sagte: „Nein, vielmehr wird eure Anzahl groß sein, jedoch werdet ihr wie der

Schaum auf dem Meer und schwach wie Stöcke und Strohhalme sein. Allah- Erhaben ist Erwird

die Furcht und die Angst der Feinde gegenüber euch aus ihren Herzen entfernen, und Er

wird eure Herzen mit wahn (Schwäche) füllen.“ Jemand fragte: „O Gesandter Allahs! Was ist

wahn?“ Er antwortete: „Die Liebe für die Welt und die Abscheu vor dem Tod.“

[4]

Dieser Hadith erklärt die erste Form von Schwäche, welche die Ummah in allen Ecken der

Welt befallen hat, als Resultat der Neigung zu dieser Welt, die Liebe für sie und das

Beschäftigt sein mit ihr, während des Abwendens vom Jenseits, das Entfernt sein von ihm und

der Abscheu vor dem Tod. Abscheu vor dem Tod ist ein Zeichen der Liebe für diese Welt, da

derjenige, der diese Welt liebt, den Tod hasst. Da ja mit dem Tod die Begegnung mit Allah,

des Vollkommenen, eintrifft.

Einige Nutzen aus diesem Hadith

Aus dem Hadith können wir folgendes schließen:

[i] Dass die Ungläubigen aufmerksam die muslimische Ummah beobachtet und ihren Zustand

studiert. Wenn sie eine Schwäche sehen, dann schlagen sie in ihr ein und wenn sie ein

Hindernis sehen, zerstören sie es. Wenn sie sehen, dass die Ummah sich nicht selbst

verteidigen kann, zeigen sie keine Barmherzigkeit, da sie die Feinde Allahs sind. So hassen

sie die Muslime, weil sie (die Muslime) zu der Anbetung und dem Gehorsam gegenüber Allah

aufrufen.

[ii] Die muslimischen Länder besitzen viele Reichtümer, die Quellen von Waren und Segen

sind. Dies ist der Grund, warum die Feinde Allahs diese Länder begehren und versuchen sie

zu erobern.

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[iii] Die Ummah hat eine Ebene erreicht, wo sie ihre Ehre, Reichtümer, noch ihren Besitz vor

ihren erobernden Feinden verteidigen kann.

[iv] Die Ungläubigen haben die eroberten Länder unter sich selbst aufgeteilt, wie auch Gäste,

wenn sie sich um ihre Speise versammeln, was tun sie? Jeder von ihnen nimmt seinen Anteil

bis er voll ist und er wird nicht zufrieden mit dem sein, was sich auf seinem Teller befindet,

außer mit dem, was füllt. Der Prophet, sallallahu ‘aleihi wa sallam, warnte uns vor dieser

Tatsache, das Zerschneiden der muslimischen Länder, denn er sagte:

„Ihr werdet

verschiedene Armeen formen, eine Armee in Groß- Syrien (Sham), eine Armee im Irak und

eine Armee in Jemen.“ Ich sagte: „Mit welcher soll ich sein, o Gesandter Allahs?“ Er sagte:

„Ich rate dir die Armee von Sham und wer auch immer ablehnt, der soll Jemen beitreten und

sich in Acht nehmen. Denn gewiss, Allah, der Allmächtige und Majestätische, hat mir Sham

und seine Leute garantiert.“

[6]

[v] Dass die Ungläubigen die Muslime nicht fürchten. Zu Zeiten des Propheten, sallallahu

‘aleihi wa sallam, als die Ungläubigen hörten, dass der Prophet vorbereitete sie in der

Schlacht anzugreifen, wurden sie ängstlich und machten auf ihren Fersen kehrt. Dies ist was

in der Schlacht von Tabuk geschah. In dieser Schlacht machte der Prophet, sallallahu ‘aleihi

wa sallam, eine Monatsreise, um die Römer zu bekämpfen. Als sie von der Annäherung des

Propheten, sallallahu ‘aleihi wa sallam, hörten flohen sie. So sagte der Prophet, sallallahu

‘aleihi wa sallam:

„Mir sind fünf (Dinge) gegeben worden, welche keinem vor mir gegeben

wurden. Mein Sieg über den Feind wurde durch Schrecken gemacht, dessen Wirksamkeit der

Entfernung von einer einmonatigen Marschreise entspricht…“

[7]

Allah, der Höchste, sagt:

„Wir werden in die Herzen der Ungläubigen Schrecken werfen; deshalb, weil sie Allah Götter

(zur Seite) setzten, wozu Er keine Ermächtigung niedersandte.“

[8]

Gewiss, Angst ist eine Waffe, welche Allah in die Herzen Seiner Feine einpflanzt. Dies ist der

Grund warum die Stärke der Muslime nicht in ihrer großen Zahl, Waffen oder Besitz liegt,

sondern in ihrer aqidah (Glauben) und ihrem Festhalten daran. Heutzutage gibt es eine Fülle

an Muslimen, aber sie sind wie Schaum, wie Schaum der von den Wellen getragen wird. Und

ihre Reichtümer sind viele, aber sie können nicht für sie sein. Vielmehr ist es zum Besitz ihrer

Feinde geworden. Z. B.: Die Muslime entsprechen in etwa über eine Milliarde und sie

wachsen in ihrer Zahl täglich. Jedoch sind sie zu selben Zeit die schwächste der Nationen, in

jedem Land, wo sie sich befinden und werden verfolgt, warum? Weil sie wie Schaum

geworden sind, wie Schaum auf den Wellen. Ebenso besitzen die Länder der Muslime viele

Reichtümer und Mineralien, doch wo gelangt es alles hin? Zu den Ungläubigen in Europa und

Amerika oder es geht an die Juden in Palästina. Das Öl der Muslime stellt in etwa ein Drittel

der Weltreserven dar, aber die Muslime sind die ärmsten Menschen, warum? Weil sie nicht

von ihrem Din (Religion) besitzen, außer einen Namen. So nennen sie es, aber all ihre

Reichtümer gehören jetzt ihren Feinden.

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Zweite Art der Schwäche

Die zweite Art der Schwäche, welche den Zustand der heutigen Muslime darstellt ist ihr Fern

sein von der Sunnah (Vorbild) des Gesandten Allahs, sallallahu ‘aleihi wa sallam, und das

Fern sein von der korrekten Manhaj (Methodologie) in einem Zustand der Neuerung. Der

Prophet, sallallahu ‘aleihi wa sallam, informierte uns darüber im Hadith von Hudayfah,

radiallahu ‘anhu, in welchem er sagte:

„Die Menschen pflegten den Gesandten Allahs, Allahs

Segen und Friede auf ihm, über die guten Dinge zu befragen, und ich pflegte ihn über das

übel zu befragen, weil ich befürchtete, dass dieses in mich gelangt. Ich sagte: „O Gesandter

Allahs, wir befanden uns einst in einer Dschahilyya und in einem übel zugleich, und Allah

brachte uns das Gute (durch den Islam). Wird es nach diesem Guten wieder übel geben?“

Und er erwiderte: „Ja!“ Ich sagte wieder: „Und wird es nach diesem übel wieder Gutes

geben?“ Er sagte: „Ja! Und es wird Spuren des Verderbens haben.“ Ich fragte: „Und wie

sehen die Spuren des Verderbens aus?“ Er sagte: „Es wird Menschen geben, die die anderen

führen, aber nicht mit meiner Rechtleitung von ihnen wirst du Dinge bejahen und andere

verabscheuen.“ Ich fragte: „Wird es nach diesem Guten wieder übel geben?“ Und er sagte:

„Ja! Es wird Leute geben, die die anderen soweit bis hin zu den Toren des Höllenfeuers

aufrufen, und wer ihnen folgt, den werden sie ins Feuer hineinführen.“ Ich sagte: „O

Gesandter Allahs, beschreibe sie uns!“ Und er sagte: „Sie gehören äußerlich zu uns und

sprechen unsere Sprache.“ Ich sagte: „Was befiehlst du mir, falls ich so etwas erleben

sollte?“ Der Prophet sagte: „Bleibe stets mit der Gemeinschaft der Muslime und mit deren

Imam verbunden.“ Ich fragte: „Und wie, wenn sie weder eine Gemeinschaft noch einen Imam

haben?“ Er sagte: „Dann verlasse alle diese Gruppen, auch dann, wenn du an dem Stamm

eines Baumes mit deinen Zähnen festhalten müsstest, bis der Tod dich ereilt, während du dich

noch in diesem Zustand befindest!“

[9]

Eine kurze Erläuterung

„Von ihnen wirst du Dinge bejahen und andere verabscheuen.“

Bedeutung: Du wirst die Sunnah von ihnen akzeptieren und die bid’ah von ihnen ablehnen.

Ja! Es wird Leute geben, die die anderen soweit bis hin zu den Toren des Höllenfeuers

aufrufen.“

Bedeutung: Rufer laden zu den verschiedenen Denkschulen ein, welche ihre Anhänger ins

Höllenfeuer leiten wird.

„Wer ihnen folgt, den werden sie ins Feuer hineinführen.“

Bedeutung: Wer auch immer den Rufern der Neuerung und Fehlleitung gehorcht, so wird sein

Ende im Feuer sein, weil der Prophet, sallallahu ‘aleihi wa sallam, sagte:

„Jede Neuerung ist

ein Irrweg und jeder Irrweg ist im Feuer.“

[10] Also ist die Neuerung im Feuer gemeinsam

mit seinen Gefährten. Wer auch immer den Rufern der Neuerung gehorcht, wird ins Feuer

geleitet und wer auch immer den Rufern der Sunnah gehorcht, wird ins Paradies geleitet.

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„Bleibe stets mit der Gemeinschaft der Muslime und mit deren Imam verbunden.“

Bedeutung: Bleibe stets mit dem islamischen Reich verbunden, wenn sie eines haben. Also

wandere dort hin aus und lebe unter den Muslimen und verbleibe nicht in den Ländern der

Ungläubigen. Und lege die bay’ah (Treueschwur) an den Führer der Muslime ab, wenn sie

einen haben.

„Und wie, wenn sie weder eine Gemeinschaft noch einen Imam haben?“

Bedeutung: Wie heute. („Dann verlasse alle diese Gruppen.“) Bedeutung: Halte dich fern

von den Rufern des Irrwegs und (religiösen) Neuerungen, sei weder von ihnen, noch fördere

oder unterstütze sie.

„Auch dann, wenn du an dem Stamm eines Baumes mit deinen Zähnen festhalten müsstest.“

Bedeutung: Halte fest an der Sunnah und klammere dich an ihrem Fundament. Die Bedeutung

dessen ist nicht in deinem Haus zu bleiben und den Ruf zu Allah aufzugeben, noch

aufzugeben das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verbieten, da der Prophet, sallallahu

‘aleihi wa sallam, sagte:

„Haltet fest an meiner Sunnah und der Sunnah meiner

rechtgeleiteten Kalifen – haftet (beißt euch) fest an ihr.“

[11] Und hier, in diesem Hadith, trägt

er ihnen auf an dem Stamm eines Baumes zu haften (sich festzubeißen). So ist hier mit dem

Stamm eines Baumes die Sunnah gemeint. („

bis der Tod dich ereilt, während du dich noch in

diesem Zustand befindest!“) Bedeutung: In einem Zustand des Islam zu sterben, wie in der

Aussage Allahs:

„Und sterbt nicht anders, denn als Muslime.“[12]

Bilanz ziehen

Der Prophet, sallallahu ‘aleihi wa sallam, erklärte in vielen anderen Ahadith, dass das Haften

an dieser Welt, das Lieben von ihr, während des Vernachlässigens des Jenseits und das Geben

eines größeren Anteils an weltliche Angelegenheiten auf Kosten des Jenseits, ebenfalls unter

den Ursachen der Schwäche unter den Muslimen ist. Diese Berichte meinen nicht, dass ein

Muslim diese Welt ignorieren soll und nicht für diese arbeiten soll und abhängig von anderen

wird. Vielmehr sollte man arbeiten um seinen Unterhalt zu erlangen und sich selbst zu

unterstützen, so dass man nicht im Bedarf anderer ist. Gewiss die Worte „akhira“ (Jenseits

und „dunya“ (dieses weltliche Leben) treten im Qur’an in gleicher Zahl auf. Dies ist ein

Anzeichen, dass ein Muslim eine Balance zwischen dieser Welt und dem Jenseits einhalten

soll, so verrichtet er rechtschaffene Taten und sucht das Wohlgefallen Allahs und er arbeitet

in dieser Welt, innerhalb der Grenzen der Shari’ah (Islamischen Recht), um einen

gesetzmäßigen Unterhalt zu erlangen, um sich selbst zu versorgen und nicht in die Not gerät

zu betteln. Wenn jedoch die Balance nicht eingehalten wird, tritt Verderben auf. Z. B. wenn

die Ummah mehr zu weltlichen Angelegenheiten neigt, das Jenseits und die Begegnung mit

Allah vergisst, wird sie überwältigt von Schwäche und Erniedrigung. Wenn jedoch die

Tendenz in die andere Richtung geht, vergisst die Ummah diese Welt und wird abhängig von

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Menschen und streckt ihnen ihre Hände unterwürfig entgegen. Aber der Muslim sollte

angesehen, stark und ehrenhaft sein, wie Allah im Qur’an sagt:

„Obwohl die Würdigkeit nur Allah und Seinem Gesandten und den Gläubigen

zusteht.“[13]

Also ist der Muslim verpflichtet diese Balance aufrechtzuerhalten. Deshalb sollte man

aufrichtig in seinen Handlungen sein, mit ihnen Allahs Angesicht beabsichtigend und Sein

Wohlgefallen. Jedoch schwächt und erniedrigt die Rivalität für diese Welt und die Liebe für

sie die Muslime.

Rivalität für diese Welt

‘Amr ibn Auf al-Ansari, radiallahu ‘anhu berichtete, dass der Gesandte Allahs, sallallahu

‘aleihi wa sallam, entsandte Abu `Ubaydah Ibn Al-Jarrah nach Al-Bahrain, um die

Schutzsteuer (Jizya) einzunehmen. Zuvor geschah es, dass der Gesandte Allahs, sallallahu

‘aleihi wa sallam, einen Friedensvertrag mit den Leuten von Al-Bahrain schloss und dort Al-

`Ala´ Ibn Al-Hadramyy als Statthalter einsetzte. Als Abu `Ubaydah mit den Einnahmen

zurückkam, und die Al-Ansar von seiner Ankunft hörten, war gerade das Morgengebet fällig,

das mit dem Propheten, sallallahu ‘aleihi wa sallam, verrichtet werden sollte. Als das Gebet

beendet war, und der Prophet weggehen wollte, hielten die Leute ihn auf. Als der Gesandte

Allahs, sallallahu ‘aleihi wa sallam, sie so sah, lächelte er und sagte zu ihnen: „Ich nehme

an, dass ihr davon gehört habt, dass Abu `Ubaydah etwas aus Al-Bahrain mitgebracht hat.“

Die Leute sagten: „Jawohl, o Gesandter Allahs!“ Er sagte: „Erwartet die frohe Botschaft

und seid voller Hoffnung über das, was euch Freude unterbreitet denn bei Allah, es ist nicht

die Armut, die ich für euch fürchte! Vielmehr fürchte ich für euch, dass sich die Welt euch

öffnet und reichlich gibt, wie diese auch denjenigen vor euch reichlich gab, und dass ihr

danach wetteifert, wie jene einst danach wetteiferten, und aber auch, dass diese euch verdirbt,

wie sie einst die anderen verdarb.“

[14]

Ein anderer Hadith, der zeigt, dass die Liebe zu dieser Welt ein Grund für den Ruin ist, ist der

Hadith von ‘Abdullah ibn ‘Umar, in welchem er sagt:

„Der Gesandte Allahs, sallallahu

‘aleihi wa sallam, sagte: „O Muhajirun! Euch hätten fünf Dinge heimsuchen können. Allah

verbot es, dass ihr leben sollt um sie zu sehen. (i) Wenn Unzucht und Ehebruch verbreitet sein

sollte, dann solltet ihr wissen, dass dies niemals passiert, ohne dass neue Krankheiten die

Menschen befallen, unter der ihre Vorfahren nie litten. (ii) Wenn Menschen anfangen sollten

beim Wiegen der Waren zu betrügen, dann solltet ihr euch bewusst sein, dass dies niemals

passiert, ohne dass eine Dürre und Hungersnot die Menschen befällt und ihre Herrscher sie

unterdrücken. (iii) Wenn Menschen Zakah zurückhalten sollten, dann solltet ihr euch bewusst

sein, dass dies niemals geschieht, ohne dass der Regenfall gestoppt wird und wäre es nicht im

Interesse der Tiere, würde es niemals wider regnen. (iv) Wenn die Menschen ihren Pakt mit

Allah und Seinem Gesandten brechen sollten, solltet ihr euch darüber bewusst sein, dass dies

niemals geschieht, ohne dass Allah einen Feind gegen sie sendet, um einiges von ihrem Besitz

mit Gewalt einzunehmen. (v) Wenn die Führer nicht im Einklang mit dem Buch Allahs

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herrschen, dann solltet ihr euch bewusst sein, dass dies niemals geschieht, ohne dass Allah

sie in Gruppen teilt, und sie miteinander kämpfen lässt.“[15]

Eine kurze Erläuterung

„Wenn Unzucht und Ehebruch verbreitet sein sollte, dann solltet ihr wissen, dass dies niemals

passiert, ohne dass neue Krankheiten die Menschen befallen, unter der ihre Vorfahren nie

litten.“

Bedeutung: Wenn fahishah (schlechte Taten und sexuelle Frevel) in der Ummah auftritt und

Unzucht und Ehebruch ansteigt, dann wird es begleitet von vielen fremden Krankheiten,

welche ihnen unbekannt ist und sie niemals zuvor erfahren haben, wie AIDS und Syphilis.

Krankheiten, die jetzt so viel Angst in westlichen Gesellschaften, wie Amerika und Europa,

verursachen. Da ja diese fahishah in diesen Gesellschaften zu einem wohlbekannten Ausmaß

verbreitet wurde, wird es vielmehr als ein Zeichen ihrer Entwicklung betrachtet. Wie kann

dies ein Zeichen von Fortschritt sein? Wenn die Tiere im Dschungel sich schämen das zu tun,

was sie tun und die barfüßigen Menschen in Afrika in ihren Wäldern sich auch verlegen

fühlen. Wenn Nacktheit ein Beweis für Fortschritt war, dann würden die nackten Menschen

des afrikanischen Dschungels die Fortschrittlichsten sein!

„Wenn Menschen anfangen sollten beim Wiegen der Waren zu betrügen.“

Bedeutung: Das kürzen des Maßes ist nun eine alltägliche Sache und ist etwas

Rechtswidriges. Allah zerstörte eine Nation, die Leute des Shu’aib (‘aleihi salam), aus diesem

Grund, da sie keine Barmherzigkeit für sich selbst oder andere zeigten, also wie kann Allah

erbarmen mit ihnen haben. Der Prophet, sallallahu ‘aleihi wa sallam, sagte:

„Zeigt

Barmherzigkeit gegenüber jemanden, der auf der Erde ist und Derjenige, Der über den

Himmeln ist, zeigt euch gegenüber Barmherzigkeit.“

[16]

„Wenn Menschen Zakah zurückhalten sollten, dann solltet ihr euch bewusst sein, dass dies

niemals geschieht, ohne dass der Regenfall gestoppt wird und wäre es nicht im Interesse der

Tiere, würde es niemals wider regnen.“

Bedeutung: Wenn es regnet, dann ist es nicht aus dem Grund, dass sie es verdienen, sondern

es ist auf Grund der Tiere, als Barmherzigkeit für sie.

„Wenn die Menschen ihren Pakt mit Allah und Seinem Gesandten brechen sollten, solltet ihr

euch darüber bewusst sein, dass dies niemals geschieht, ohne dass Allah einen Feind gegen

sie sendet, um einiges von ihrem Besitz mit Gewalt einzunehmen.“

Z. B.: Als die Muslime den Gehorsam gegenüber Allah unterließen, gab Er den Juden die

Macht und sie nahmen Palästina ein und als sie über das, woran sie erinnert wurden,

nachlässig wurden, setzte Allah die Christen über sie ein und sie nahmen Spanien ein und als

sie sogar nochmals nachlässig waren, überlies Allah den Christen Kontrolle über Bosnien.

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„Wenn die Führer nicht im Einklang mit dem Buch Allahs herrschen.“

Bedeutung: Wenn sie nicht länger die Gesetze Allahs anwenden, dann werden die Muslime

sich gegenseitig bekämpfen und töten, wie das, was sich bei Grenzstreitigkeiten ereignet.

Die anfängliche Fremdartigkeit

Unter jenen Ahadith, welche die zweite Form der Schwäche aufzeigt, welche das Abkommen

von der Leitung des Propheten, sallallahu ‘aleihi wa sallam, ist, ist der Hadith:

„Der Islam

begann als etwas Fremdes und er wird wieder zu etwas Fremden, auf dem selben Weg wie er

begann, so ist Tuba (ein Baum im Paradies) für die Fremden.“

[17] Anfangs war der Islam

fremd und schwach in Mekka, die Ungläubigen kannten ihn nicht. Dann begannen die

Menschen an den Islam zu glauben und traten in großer Anzahl in ihn ein. Er verbreitete sich

dann wurde stärker und war nicht länger fremd. Jetzt, nach seiner Stärke und Verbreitung,

kehrte er wieder zurück, als etwas Fremdes, so wie er einst begann. Wie kann dies sein, wenn

die Muslime in großer Zahl existieren und ihre Länder viele sind? Weil die Muslime nicht

länger ihren Din verstehen, sie sind weit weg vom Islam, wenden anderes als die Sunnah des

Propheten, sallallahu ‘aleihi wa sallam, an, begehen Neuerungen in der Anbetung, während

sie glauben sie würden den Islam folgen. So wurde der korrekte Islam, die korrekte Sunnah,

weit entfernt von ihren Leben, wie ein Fremder unter den Menschen haben sie kein Wissen

von ihm.

Zum Schluss

Wie verstehen wir diese Ahadith, die diese Schwächen aufzeigen? Akzeptieren wir sie

lediglich und bleiben schwach, abhängig vom Westen und bleiben fern von unserem Din

(Religion)? Der Prophet, sallallahu ‘aleihi wa sallam, beabsichtigte dies nicht für uns, denn er

erklärte uns diese Dinge für uns, um vor ihnen zu fliehen, wie ein Elternteil, das zu seinem

Kind sagt: „Geh nicht diesen Weg entlang, denn dort ist ein wildes Tier, das erwartet dich zu

fressen, wenn du es tust!“ So ist dies eine Warnung des Elternteils an das Kind nicht diesen

Weg zu nehmen.

Erstens: Wenn der Prophet, sallallahu ‘aleihi wa sallam, uns über diese Ereignisse informierte

– welche nicht von ihm sind, sondern von Allah, denn er spricht nicht aus eigenem Begehren

heraus, sondern es ist eine Offenbarung, offenbart an ihn – dann wird es als Verbot

verstanden, diesen Weg zu nehmen, der zu dazu führt.

Zweitens: Wir müssen daran arbeiten diese Schwächen abzustoßen, sie zu bekämpfen, sie

abzulehnen und nicht mit ihnen zufrieden zu sein, da es etwas Schlechtes ist, das abgelehnt

werden muss.

Drittens: Wir müssen Wissen über den Qur’an und die Sunnah, unter dem Verständnis der

Salafus- Salih (frommen Vorfahren – die ersten drei Generationen der Muslime), erlangen,

um unseren Zustand der Angelegenheiten zu begreifen. Wenn wir uns jedoch auf Zeitungen,

Magazine und das Radio verlassen, so gehören diese Medienquellen den Ungläubigen, dem

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Westen. Werden diese wahrhaftig in ihren Berichten und ihren Lösungen sein? Wollen sie

wirklich Gutes für die Muslime? Gewiss, sie verbreiten nichts, außer das, was die Muslime

schwächt und sie fälschlicherweise glauben in den Westen macht. Demzufolge müssen wir zu

Menschen werden, die Verständnis über das Buch und die Sunnah haben, um zu exakt zu

wissen, was unsere Feinde von uns wollen und Allah hat uns gewiss informiert:

„Mit dir

werden weder die Juden noch die Christen zufrieden sein, bis du ihrem Bekenntnis

gefolgt bist.“

[18]

FUßNOTEN

[1] Shirk: „Das Beigesellen von Partnern mit Allah in den Angelegenheiten, die Allah

bestimmt sind.“

[2] Kufr: Unglauben, Leugnung und Ablehnung.

[3] Taghut: All das, was statt Allah oder gemeinsam mit Allah angebetet wird.

[4] Sahih: Überliefert bei Abu Dawud (Nr. 4297), Ibn Asakirin in Tarikh Dimashq (2/97/8)

und anderen. Es wurde authentifiziert von Al-Albani in as-Sahihah (Nr. 958).

[5] Sahih: Überliefert bei Ahmad (5/33), Abu Dawud (1/388), Al-Hakim (4/510) – von

‘Abdullah ibn Hawalah, radiallahu ‘anhu. Sheikh al-Albani authentifizierte es in Takhrij

Ahadith Fada’il ush-Sham (nr. 2).

[6] Überliefert bei al-Bukhari (1/436) und Muslim (5/3-4) vin Jabir ibn ‘Abdullah, radiallahu

‘anhu.

[7] Surah Al-‘Imran 3:151.

[8] Überliefert bei al-Bukhari (Nr. 7084) und Muslim (Nr. 1847).

[9] Überliefert bei al-Bukhari (Nr. 7084) und Muslim (Nr. 1847).

[10] Sahih: Überliefert bei Abu Dawud (Nr. 4606) und anderen. Es wurde authentifiziert von

al-Hafidh Ibn-Hajar in Takhrij Ahadith Mukhtasar Ibnul-Hajib.

[11] Surah Al-‘Imran 3:101.

[12] Surah al-Munafiqun.

[13] Überliefert bei al-Bukhari und Muslim.

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[14] Hasan: Überliefert bei Ibn Majah (Nr. 4019) und Abu Nu’aym in Hilyatul-Awliya

(8/333-334), von ‘Abdullah Ibn ‘Umar, radiallahu ‘anhu. Es wurde authentifiziert von Sheikh

al-Albani in as-Sahihah.

[15] Sahih: Überliefert bei Abu Dawud (Nr. 4941), at-Tirmidhi (1/350) und anderen, von

‘Abudllah ibn ‘Amr, radiallanu ‘anhu. Al Hafidh al-‘Irawi euthentifizierte es in al-‘Ishariyat

(1/59).

[16] Überliefert bei Muslim (2/175-176) und Ibn Majah (2/230) von Abu Hurayrah, radiallahu

‘anhu.

[17] Surah al-Baqarah 2:120.

QUELLE: www.kitabundsunnah.wordpress.com

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