Archive for November, 2007


Rechtsextremismus: Neonazis ritzen junger Frau Hakenkreuz ins Bein

Rechtsextremismus: Neonazis ritzen junger Frau Hakenkreuz ins Bein (Foto: ap)

Foto: ap

Im sächsischen Mittweida haben Rechtsextremisten einer 17-Jährigen ein Hakenkreuz in die Haut geschnitten. Die Frau wollte dem Kind einer Spätaussiedlerin helfen, das von Neonazis angegriffen und herumgestoßen wurde. Ein Tatverdächtiger ist mittlerweile jedoch schon auf freiem Fuß.

Die Neonazis sollen das sechsjährige Mädchen hin und her gestoßen haben. Das Kind habe bereits geweint, als die Jugendliche dazwischen ging. Die Chemnitzer Polizei beschreibt den weiteren Tathergang wie folgt: Die 17-Jährige rief den Männern zu, sie mögen das Mädchen in Ruhe lassen. Daraufhin ließen sie von dem Kind ab, griffen die Jugendliche an und rissen sie zu Boden. Drei der Tatverdächtigen hielten nun die 17-Jährige fest, während der vierte ihr mit einem skalpellartigen Gegenstand ein ca. 5 cm großes Hakenkreuz in die Haut im Hüftbereich ritzte. Der Versuch der Täter, in die Wange des Opfers eine Sigrune zu ritzen, scheiterte an dessen Gegenwehr. Anschließend ließen die Täter von der Jugendlichen ab, so dass sie flüchten konnte. Dem Kind als dem ursprünglichen Opfer der Täter war zwischenzeitlich ebenfalls die Flucht gelungen.

Täter trugen Jacken mit der Aufschrift "NSDAP“

Die Chemnitzer Polizeisprecherin Heidi Hennig sagte WELT ONLINE: "Wir gehen von der Glaubhaftigkeit der Aussagen aus und haben keine Zweifel an der Darstellung." Das zuerst angegriffene Kind habe die Aussage bestätigt. Der Gerichtsmediziner habe erklärt, dass sich die junge Frau diese Verletzung nicht habe selbst beibringen können. Die Freilassung eines Beschuldigten sei damit zu erklären, dass die junge Frau den Täter auf einem Bild nicht 100-prozentig wieder erkannt habe.

Der ermittelte Tatverdächtige stammt aus dem Raum Burgstädt. Bei der Durchsuchung seines Zimmers in der elterlichen Wohnung stellten die Beamten mit Sand gefüllte Lederhandschuhe, einen Button der verbotenen Neonazi-Kameradschaft "Sturm 34" sowie Datenträger sicher.

Die Polizei sucht nach Zeugen. Nach Angaben der 17-Jährigen hatten mehrere Anwohner von ihren Balkonen aus das Geschehen beobachtet. Mit Hilfe der Jugendlichen wurden Phantombilder der Tatverdächtigen erstellt. Zwei von ihnen sollen zum Tatzeitpunkt Jacken mit der Aufschrift "NSDAP" getragen haben, einer hatte Runen auf die Finger tätowiert.

In Mittweida war zu Jahresbeginn die Zahl der Übergriffe mit rechtsextremem und ausländerfeindlichem Hintergrund massiv gestiegen. Im April reagierte Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) und verbot die Kameradschaft "Sturm 34". Seitdem war es in der Region ruhig geworden. Der mutmaßliche Rädelsführer (19) der Kameradschaft muss sich derzeit wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht Chemnitz verantworten. Er sitzt in Untersuchungshaft. Bei der Staatsschutzkammer des Landgerichtes Dresden liegen derzeit zehn Anklagen gegen Mitglieder der verbotenen Organisation vor.

Welt Online, 23.11.2007

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Assalamu 3aleikum wr wb

 

Bismillahi ar-rahman ar-rahim

 

Manchmal gibt Er dir und entzieht dabei, und manchmal entzieht Er dir und gibt dir doch.
Wenn Er dir beim Entzug die Pforte des Verständnisses auftut, wird der Entzug selbst zur Gabe!

 

Ich find diese zwei Sätze beinhalten sehr sehr viel, worüber man sich mal Gedanken machen sollte!

Hier inshallah ein paar Beispiele:

 

Manchmal

 

 

Manchmal ist das Leben hart, aber man erkennt nicht das Gute daran!

 

Manchmal ist das Leben so locker, aber man erkennt nicht das Schlechte daran!

 

Manchmal da möcht man weinen, weil das Leben so frustrierend ist!

 

Manchmal da weiß man nicht weiter, weil man das Gefühl hat: Niemand versteht mich!

 

Manchmal da zweifelt man an sich selbst, weil man, egal was man macht, andere nicht zufrieden stellen kann!

 

Manchmal da ist man so traurig, weil man sieht wie viel Schlechtes man immer wieder macht!

 

Manchmal da ist man so down, dass man denkt: Die ganze Welt hat sich gegen mich gewendet!

 

Manchmal da ist man am Ende, weil man nicht mehr weiter weiß!

 

Manchmal da hat man so viele Probleme, dass man im Boden versinken will!

 

Manchmal da ist man so glücklich, dass man die ganze Welt um sich herum vergisst!

 

Manchmal da ist man so beschäftigt mit dem Diesseits, dass man das Jenseits vergisst!

 

Manchmal da denkt man nur an sich und die Menschen, aber vergisst Allah!

 

Manchmal da hat man so viel Geld, dass Sheitan Besitz von dir ergreift!

 

Manchmal da strebt man nur nach der Dunja, aber nicht nach der Akhira!

 

Manchmal da hat man seine Freunde um sich herum und vergisst wer dies überhaupt möglich gemacht hat!

 

Manchmal da glaubt man, man würde auf dieser Welt leben ohne geprüft zu werden!

 

Manchmal da ist man ignorant, weil man einfach nicht das Gute an einer harten Prüfung von Allah erkennen will!

 

Manchmal da hat man Angst, Allahs Gebote/Verbote nicht erfüllen zu können!

 

 

 

 

Aber die Hoffnung auf Allahs Barmherzigkeit, lässt unser Herz wieder erleuchten!

 

Hoffnung ist ein Teil unseres Glaubens. Wir dürfen niemals an Allahs Barmherzigkeit zweifeln!

Wenn du solche Gedanken hast, dann

 

 

1.)   1) Such Zuflucht bei Allah

 

Sag: A3udhubillah min Al-Sheitan al-Ragim ( Ich nehme Zuflucht bei Allah vor dem verfluchten Sheitan)

 

2.)    2) Bete!!!

Allah sagt im Quran: „Verlies, was dir von dem Buche offenbart wurde, und verrichte das Gebet. Wahrlich, das Gebet hält von schändlichen und abscheulichen Dingen ab; und Allahs zu gedenken, ist gewiss das Höchste. Und Allah weiß, was ihr begeht.“ [QS. 29:45]

 

3.)    3) Mach Dhikr! Gedenke Allahs!

 

Allah sagt: ,, Gedenkt Meiner, so gedenke Ich eurer. Seid Mir dankbar und seid nicht einander undankbar gegen Mich.“ ( 2: 152)

 

Oder auch: „O die ihr glaubt, gedenkt Allahs in häufigem Gedenken.“ (33:41)

 

Muhammad saws sagte: Das Gleichnis dessen, der seines Herrn gedenkt und dessen, der seines Herrn nicht gedenkt, ist wie eines lebenden  ( Geschöpfes) und eines Toten“ ( Bukhari & Muslim)

 

Und und und…

 

4.)    4) Vertraue auf Allah!

 

Allah sagt:  [65:3] „und versorgt ihn in der Art und Weise, mit der er nicht rechnet. Und wer auf Allah vertraut – für den ist Er sein Genüge. Wahrlich, Allah setzt durch, was Er will; siehe Allah hat für alles eine Bestimmung gemacht.“

 

5) Fang an zu praktizieren!

Allah sagt: [61:11] „Ihr sollt an Allah und an Seinen Gesandten glauben und euch für Allahs Sache mit eurem Gut und eurem Blut eifrig einsetzen. Das ist besser für euch, wenn ihr es nur wüsstet.“

 

6) Sieh es auch immer von der positiven Seite!

 

Abu Huraira berichtete, dass der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: ‚Niemals wird der Muslim Anstrengung, Krankheit, Trübsal, Kummer, Übel oder Schaden erleiden, sogar wenn ihn nur ein Dorn sticht, ohne dass Allah ihm dies als Sühne für seine sünden zurechnet. ‚(Siehe Hadith Nr.5640)

 

7) Denk an die Belohnung eines Muslims im Jenseits! Denk an das Paradies!

 

Allah sagt: [4:57] „Diejenigen aber, die glauben und gute Werke tun, wollen Wir in Gärten eingehen lassen, durch die Bäche fließen, darin werden sie ewig weilen; dort sollen sie reine Gattinnen haben, und Wir werden sie in einen wohltätigen Ort mit reichlich Schatten eingehen lassen.“

 

8) Überleg warum du in dieser Situation steckst! Zu viele Sünden?

 

Allah sagt: 5:49. Und du sollst zwischen ihnen nach dem richten, was von Allah herabgesandt wurde; und folge nicht ihren Neigungen, und sei vor ihnen auf der Hut, damit sie dich nicht bedrängen und von einem Teil dessen, was Allah zu dir herabgesandt hat, wegtreiben. Wenden sie sich jedoch (von dir) ab, so wisse, dass Allah sie für etliche ihrer sünden zu treffen gedenkt. Wahrlich, viele der Menschen sind Frevler.

 

Fazit: Wenn du zu viele Sünden begehst wirst du automatisch deinen Iman schwächen!

 

9) Überleg wie du glücklich werden kannst!

 

Allah sagt: [16:97] „Dem, der recht handelt – ob Mann oder Frau – und gläubig ist, werden Wir gewiss ein gutes Leben gewähren; und Wir werden gewiss solchen (Leuten) ihren Lohn nach der besten ihrer Taten bemessen.“

 

10) Sei immer dankbar- egal ob du in einer guten oder schlechten Situation steckst!

 

Allah sagt: [14:7] „Und da kündigte euer Herr an: ‚Wenn ihr dankbar seid, so will Ich euch wahrlich mehr geben; seid ihr aber undankbar, dann ist Meine Strafe wahrlich streng.“

 

Wenn ich etwas Schlechtes geschrieben hab, dann war es von mir und vom Sheitan und wenn etwas Gutes, dann war es von Allah!

 

 

Wa assalamu 3aleikum wr wb

 

Aufsatz über sujud as-sahw (Zusätzliche Niederwerfung wegen Unaufmerksamkeit)

Verfasst von Scheikh Muhammad ibn Salah al-Uthaimin,

mِge Allah ihm barmherzig sein!

Teil 3

 

3. Der Zweifel: 

 Der Zweifel (shakk) ist das Zögern zwischen zwei Sachen, welche ist geschehen. Auf den Zweifel bei den Gottesdiensten wird in drei Fällen nicht geachtet:

1.       Wenn es um eine bloße Einbildung ohne klare Zeichen geht, wie im Falle teuflischer Einflüsterungen.

2.       Wenn es einer Person immer vorkommt, so dass sie keinen Gottesdienst verrichten kann, ohne dabei Zweifel zu haben.

3.       Wenn es nach dem Vollzug der Gottesdienste vorkommt, dann muss man darauf nicht achten, insbesondere wenn man nicht ganz sicher ist. Darauf handelt man nur danach, wessen er gewiss ist. Ein Beispiel dafür:

Jemand betet al-dhuhr, und nach dem Vollzug des Gebets zweifelt er, ob er drei oder vier rak’aas verrichtet hat. Hier muss man auf diesen Zweifel nicht achten, es sei denn, man wird dessen gewiss, dass man nur drei rak’aas verrichtet hat. Dann muss man, wenn dazwischen nicht viel Zeit vergangen ist, das Gebet wie Folgendes vollenden: Vierte rak’aa nachverrichten, taslim machen, sujud as-sahw verrichten und dann noch mal taslim. Ansonsten, wenn man sich erst nach langer zeit daran erinnert, dann muss man das Gebet wiederholen. [Reihenfolge: Vollenden mit taslim, sujiud as-sahw, nochmal taslim]

 Ansonsten wird der Zweifel in anderen Fällen als den o. g. Fällen berücksichtigt.

Der Zweifel am Gebet lässt sich in nur zwei Fällen zusammenfassen:

  1.  Es überwiegt eine der beiden Möglichkeiten. Hier handelt man nach der überwiegenden Möglichkeit, setzt das Gebet danach fort, macht taslim, verrichtet sujud as-sahw und dann noch mal taslim. [Reihenfolge: Vollenden mit taslim, sujiud as-sahw, nochmal taslim]

Ein Beispiel dafür: Jemand verrichtet al-dhuhr und zweifelt an einer rak’aa, ob sie die zweite oder die dritte ist. Aber es überwiegt, dass sie die dritte ist. Hier hält man sie für die dritte und verrichtet dann eine vierte rak’aa. Dann macht man taslim, verrichtet sujud as-sahw und noch mal taslim.

Der Beweis dafür ist, was in den beiden sahih-Hadith-Sammlungen von al-Bukhari und Muslim im Hadith von Abdullah ibn Mas’ud, Allahs Wohlgefallen auf ihm, steht:  

"Der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, sagte: Wenn einer von euch am Gebet zweifelt, dann soll er das Wahrscheinlichste herausfinden und darauf das Gebet vollenden. Dann soll taslim machen und zwei sujuds verrichten." [Version al-Bukharis]

  1. Es überwiegt keine Möglichkeit. Hier baut man auf die sichere Anzahl gebeteter rak’aas – welche die kleinere ist. Darauf vollendet man das Gebet und verrichtet sujud as-sahw vor dem taslim am Ende des Gebets. [Reihenfolge: sujiud as-sahw, erst dann taslim]

Ein Beispiel dafür: Man betet al-‚asr und zweifelt an einer rak’aa, ob sie die zweite oder die dritte ist. Dabei überwiegt keine Möglichkeit. Hier hält man sie für die zweite, verrichtet das erste tashahud, dann zwei rak’aa und sujud al-sahw vor dem taslim.

Der Beweis dafür ist, was Muslim über Abi Sa’id al-Khudri überliefert:

"Der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, sagte: Wenn einer von euch an seinem Gebet zweifelt und nicht weiß, ob er drei oder vier rak’aas gebetet hat, dann soll den Zweifel beiseite lassen und drauf bauen, wovon er sicher ist. Dann muss er zwei sujuds vor dem taslim verrichten. Wenn er (in der Wirklichkeit) dann fünf rak’aas gebetet hat, dann haben diese (zwei sujuds) es ihm korrigiert. Wenn er aber vier rak’aas verrichtet hat, dann sind die eine Erniedrigung für den Teufel gewesen."

Weitere Beispiele für den Zweifelfall:

·         Wenn jemand das Gebet erst erreicht, während der Imam am ruku‚ ist, dann muss man takbirat al-ihram im Stehen verrichten und dann sich verbeugen. In diesem Fall gibt es drei Möglichkeiten:

1.       Man ist dessen gewiss, das man den Imam beim ruku‚ erreichet hat, bevor dieser sich davon erhoben hat, dann hat man die rak’aa erreicht und fällt die Rezitation von al-fatiha aus.

2.       Man ist dessen gewiss, dass der Imam sich vom ruku‚ erhoben hat, bevor man ihn erreicht hat, dann hat man die rak’aa nicht erreicht.

3.       Man hat Zweifel daran, ob man den Imam beim ruku‚ erreicht hat oder nicht:
Wen eine Möglichkeit überwiegt, dann handelt man danach und vollendet sein Gebet, indem man taslim macht, sujud as-sahw verricht und noch mal taslim macht. Wenn er nichts vom Gebet verpasst hat, dann hat man kein sujud a-sahw zu verrichten.

Wenn aber keine Mِglichkeit überwiegt, dann nimmt man die sicherere Mِglichkeit (dass, die rak’aa verpasst worden ist) und baut darauf. Man setzt das Gebet fort, und macht sujud as-sahw vor dem taslim am Ende.

Bemerkung: Wenn man am Gebet zweifelt und die sicherere oder überwiegende Mِglichkeit, wie oben ausführlich erwنhnt, nimmt, aber dann wنhrend des Gebets feststellt, dass die genommene Mِglichkeit die richtige, d.h. die stattgefundene, ist, worauf das heiكt, dass man im Gebet nichts hinzugefügt noch ausgelassen hat, dann, nach der bekanntesten Meinung des hanbalitischen Rechtschule, fنllt hier sujud as-sahw aus, weil der Grund dafür, nنmlich der Zweifel, verschwunden ist.

Man ist aber einer anderen Meinung, dass sujud as-sahw nicht ausfنllt, weil man damit den Teufel erniedrigt, nach den Worten des Gesandten Allahs, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm: "Wenn er aber vier rak’aa gebetet hat, dann waren (die zwei sujuds vom sujud as-sahw) sie eine Erniedrigung für den Teufel.". Das ist auch deswegen, weil man einen Teil des Gebets mit Zweifel verrichtet hat. Darauf ist dies zweite Meinung, das sujud as-sahw nicht ausfنllt, die überwiegende.

Beispiel:

Jemand verrichtet das Gebet und hat daran Zweifel, ob er diese rak’aa die zweite oder die dritte ist; und keine Mِglichkeit ist überwiegend. Daraufhin nimmt man an, dass die die zweite ist und setzt danach sein Gebet fort. Im Laufe des Gebets stellt man fest, dass sie wirklich die zweite war, dann entweder fنllt sujud as-sahw, nach der bekanntesten Meinung der hanbalitischen Rechtsschule, aus oder man muss vor dem taslim am Ende des Gebets sujud as-sahw verrichten, welche Meinung wir bevorzugten.

Aufsatz über sujud as-sahw (Zusätzliche Niederwerfung wegen Unaufmerksamkeit)

Verfasst von Scheikh Muhammad ibn Salah al-Uthaimin,

möge Allah ihm barmherzig sein!

Teil 2

 

2. Das Auslassen:

1. Auslassen einer Säule des Gebets (rukn):

·         Die Säulen des Gebets sind:
1.      Das Aufstehen für das Gebet, wenn man dazu fähig ist.
2.      takbirat al-ihram (das Sagen "allahu akbar" und Aufheben beider Hände am Anfang des Gebets).
3.     Das Rezitieren von al-fatiha in jeder rak’aa.
4.      ruku (das Verbeugen).
5.      Das Aufstehen nach dem ruku.
6.      sujud auf den sieben Gliedmaßen (Stirn mit Nase, beide Hände, beide Knien und Zehenspitze von beiden Füßen).
7.      Das Erheben von sujud.
8.      Das Ruhesitzen zwischen beiden sujuds.
9.      Letztes tashahud (Bekenntnis vor dem Ende des Gebets).
10.  Das Sitzen für das letzte tashahud.
11.  Das Sagen von der Begrüßung des Gesandten Allahs, Allahs Wohlgefallen und Frieden auf ihm.
12.  Das Beenden des Gebets mit tsalim.
13.  Die Ruhe bei der Verrichtung aller Gebetssäule.
14.  Das Beachten der Reihenfolge aller Gebetssäule.

[Quelle: "as-salat" von Dr. Abdullah at-Tayar]

  • Wenn diese Säule takbirat al-ihram ist, dann ist das Gebet auf jeden Fall nicht gültig, egal ob man es mit oder ohne Absicht ausgelassen hat. (Man muss das Gebet wiederholen.)

  • Wenn es um eine andere Säule geht, dann gilt das Gebet nicht mehr, wenn man es mit Absicht ausgelassen hat. (Man muss das Gebet wiederholen)

  • Wenn man es aus Versehen ausgelassen hat, dann gilt Folgendes:

  •  Wenn man die gleiche Position, in der die Säule ausgelassen worden ist, in der nächsten rak’aa erreicht und erst hier sich an die fehlende Säule erinnert, dann schafft diese rak’aa die andere fehlerhafte rak’aa ab und nimmt ihre Rangordnung im Gebet: (z.B. in einem 4-rak’aa-Gebet: Wenn die erste rak’aa fehlerhaft ist und man sich dessen erst in der zweiten bewusst ist, dann gilt diese normalerweise zweite als erste und die normalerweise folgende dritte als zweite. Wenn die erste rak’aa fehlerhaft ist und man sich dessen erst in der dritten bewusst ist, dann gilt die normalerweise zweite als erste und die normalerweise dritte als zweite.) 

  • Wenn man die gleiche Position in der nächsten rak’aa noch nicht erreicht oder schon vollbracht hat, und sich an den Mangel erinnert, dann muss man zu der Position der mangelnden Säule sofort übergehen und diese vollbringen und dann das Gebet wie gewohnt fortsetzen.

In den beiden Fällen muss man nach dem taslim sujud as-sahw verrichten. (und nochmal taslim). [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

 

Beispiele für beide Fälle:

  • Jemand vergisst die zweite sajda der ersten rak’aa und erinnert sich daran erst in dem Ruhesitzen zwischen den beiden sujuds der zweiten rak’aa. In diesem Fall gilt die fehlerhafte rak’aa nicht mehr und man rechnet sie nicht mehr zum Gebet. Die zweite rak’aa gilt als erste. Man beendet das Gebet mit taslim, macht dann sujud as-shaw und noch mal taslim. [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

 

  • Jemand vergisst die zweite sajda und das Ruhesitzen der ersten rak’aa und erinnert sich erst daran, wenn er sich vom ruku in der zweiten rak’aa erhebt. In diesem Fall kehrt man zurück zum Stand der sajda und verrichtet das fehlende Ruhesitzen und die fehlende sajda. Dann setzt man das Gebet fort. Man beendet das Gebet mit taslim, macht dann sujud as-shaw und noch mal taslim. [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

 

2. Das Auslassen einer Pflicht (wajib):

  •   Die Pflichten des Gebets sind:
    1.      Alle takbirat außer takbirat al-ihram, die eine Säule ist.
    2.      Das Sagen "sami’a allah liman hamidah" beim Erheben vom ruku  im Falle eines Vorbetenden (imam) und eines Alleinbetenden (munfarid).
    3.      Das Sagen "rabban wa laka-hmad" im Falle eines Vorbetenden (imam), eines Nachbetenden (maamum) und eines Alleinbetenden.
    4.      Das Sagen "subhan rabbi al-‚adhim" beim ruku.
    5.      Das Sagen "subhan rabbi al-a’la" beim sujud.
    6.      Das Bitten Allah um Vergebung im Ruhesitzen zwischen beiden sujuds in allen rak’aas.
    7.      Das erste tashahud.
    8.      Das Sitzen für das erste tashahud.

[Quelle: "as-salat" von Dr. Abdullah at-Tayar]

  • Wenn der Betenden eine Pflicht absichtlich auslässt, gilt sein Gebet nicht mehr. (Man muss das Gebet wiederholen.)

  •   Wenn man sie aus Versehen ausgelassen und sich daran erinnert hat, bevor er zu einem anderen Gebetssنule übergeht, dann verrichtet man sie, ohne sujud as-sahw verrichten zu müssen.

  • Bemerkt man es erst beim Übergang zur folgenden Gebetssäule und bevor man die folgende Säule erreicht hat, dann darf man zurück zur fehlenden Pflicht, um sie nachzumachen. Dann setzt man sein Gebet vor, macht taslim, sujud as-sahw und nochmal taslim. [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

  •   Wenn man es erst nach dem Übergang zur folgenden Säule bemerkt, dann fällt die fehlende Pflicht aus, und man darf nicht zurück zu ihr. Man muss in diesem Fall sujud as-sahw vor dem taslim des Gebetsendes verrichten. [Reihenfolge: sujiud as-sahw, erst dann taslim]

Beispiele für diese Fälle:

  •  Jemand erhebt sich vom zweiten sujud in der zweiten rak’aa zur dritten rak’aa, ohne tashahud verrichtet zu haben, und erinnert sich daran, bevor man aufsteht, dann muss man sitzen und dann tashahud verrichten. Man hat kein sujud as-sahw zu verrichten.
     

  • Wenn man sich beim Aufstehen zur dritten rak’aa daran erinnert, dann muss man zurück zum Sitzen und tashahud verrichten. Man setzt dann das Gebet fort, macht taslim am Ende des Gebets, verrichtet sujud as-sahw und macht noch mal taslim. [Reihenfolge: taslim, sujiud as-sahw, nochmal taslim]
     

  • Bemerkt man es aber, erst wenn man schon zur dritten rak’aa aufgestanden ist, dann fällt das fehlende tashaud aus und man darf nicht zurück zum Sitzen. Man setzt das Gebet fort und macht sujus as-sahw vor dem taslim am Ende des Gebets. [Reihenfolge: sujiud as-sahw, erst dann taslim]

Der Beweis dafür ist, was al-Bukhari und andere Überlieferer über Abdullah ibn Buhaina:

"Der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, betete einmal al-dhuhr als Imam vor und stand nach der zweiten rak’aa auf ohne gesessen zu haben (er meinte für das tashahud). Die Nachbeter standen auch auf. Als er am Ende des Gebets war und die Nachbeter auf das taslim warteten, machte er takbir im Sitzen und verrichtete zwei sujuds, bevor er taslim machte, dann machte er taslim. "

 

Aufsatz über sujud as-sahw (Zusätzliche Niederwerfung wegen Unaufmerksamkeit)

Verfasst von Scheikh Muhammad ibn Salah al-Uthaimin,

möge Allah ihm barmherzig sein!

Teil 1 

 

Im Namen Allas, des Allerbarmers, des Barmherzigen; Lob sei Allah, dem Herrn aller Welten. Allahs Frieden und Wohlgefallen auf unserem Propheten, Muhammad, der die Botschaft deutlich mitgeteilt hat, auf seinen Verwandten, seinen Gefährten und ihren guten Nachfolgern bis zum Jüngsten Tag.

Viele Menschen kennen viele Regeln vom sujud as-sahw, der Niederwerfung wegen Unaufmerksamkeit, im Gebet nicht. Einige machen es nicht in Fällen, wo es Pflicht ist, andere machen es, wo es kein Bedarf dafür steht. Einige tun es vor dem taslim (dem Sagen von ‚as-salamu alaikum‚ am Ende des Gebets), wobei es richtig wäre, es danach zu verrichten, und andere verrichten es im Gebetesanschluss, wobei es richtig wäre, es davor zu tun. Deswegen sind seine Regeln sehr wichtig, vor allem für die Vorbetenden (Imame), die als Vorbild für die Menschen gelten und die die Verantwortung tragen, das Richtige in ihren Gebeten zu tun. Also wollte ich meinen Brüdern ein paar Regeln zu diesem Thema anbieten und bitte Allah darum, dass Er Seine gläubigen Diener daraus Nutzen ziehen lässt.

Hier sage ich, Allah um Hilfe und Richtigkeit bittend:

 

Definition von sujud as-sahw:

sujud as-sahw ist zwei Niederwerfungen, die der Betende verrichtet, um einen wegen Unaufmerksamkeit im Gebet gemachten Fehler zu korrigieren, sei es in der Form eines Hinzufügens (Mehrtuns), Auslassens (Wenigertuns) oder Zweifels.

 

1. Das Hinzufügen:

  • Wenn der Betende etwas, wie z.B. Aufstehen, Sitzen, Verbeugung oder Niederwerfung, zum Gebet mit Absicht hinzufügt bzw. mehr tut, dann ist das Gebet ungültig.

  • Wenn man aber dies aus Versehen macht und es erst nach der Verrichtung des Gebets merkt, dann ist sein Gebet richtig, und man muss sujud as-sahw nachverrichten.

  • Wenn man dies während des Gebets merkt, muss man dieses Hinzufügen unterlassen und sujud as-sahw verrichten. Sein Gebet ist dann richtig.

 

Beispiele:

·         Man macht im Mittagsgebet (al-dhuhr) 5 rak’aa. Er merkt dies erst beim taschahud (am Ende, wenn  man man sitzt), dann macht man weiter mit taschahud und beendet sein Gebet normal (also mit taslim). Dann muss man sujud as-sahw und noch mal taslim verrichteten. [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

·         Wenn man es aber nach dem taslim merkt, dann verrichtet man sujud as-sahw und noch mal taslim. (Gleiche Lösung). [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

·         Wenn man es während der 5. rak’aa merkt, sitzt man sofort, spricht das taschahud und beendet sein Gebet normal (also mit taslim). Dann verrichtet man sujud as-sahw und noch mal taslim. [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

 

Der Beweis für diese Fälle:

Abdulllah Ibn Mas’ud, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete:

"Der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, betete das Mittagsgebet 5 rak’aa. Danach wurde er gefragt: Ist die Gebetsanzahl mehr geworden? Er fragte: Warum fragt ihr? Man sagte: Du hast 5 (rak’aa) gebetet. Darauf verrichtete der Prophet sujud as-sahw"

In einer anderen Version stand:

"Drauf faltete er seine Beine zusammen, wendete sich der qibla zu, warf sich zwei Mal nieder und abschließend machte taslim."

  • Wenn man taslim vor dem Vollbringen aller vorgeschriebenen rak’aa macht, dann gilt dies als zusنtzliches Hinzufügen zum Gebet. (Das gehört dazu, weil in diesem Fall ein taslim mehr getan wird)
  • Wenn der Betende dies absichtlich tut, dann gilt sein Gebet nicht mehr.
  • Wenn man es aber aus Versehen tut, aber sich daran erst nach langer Zeit erinnert, dann muss man dieses Gebet wiederholen.
  • Wenn man sich daran nach kurzer Zeit, z.B. einer oder zwei Minuten, erinnert, dann muss das Gebet mit taslim am Ende nachvollendet werden, und dann muss man sujud as-sahw mit nochmanl taslim machen. [Reihenfolge: Nachvollenden mit taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

 

Der Beweis dafür:

 

Abu Huraira überlieferte:

"Einmal betete der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, dhuhr oder asr vor, wobei nach der zweiten rak’aa taslim machte. Darauf gingen einige eilige Männer aus der Moschee und sagten: Das Gebet ist kürzer geworden. Der Prophet stand auf und stützte sich an den minbar und sah wütend aus. Da stand ein Mann auf und sagte: O Gesandter Allahs, hast Du etwa vergessen? oder ist das Gebet kürzer geworden? Der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, sagte: Weder habe ich vergessen, noch ist das Gebet kürzer geworden. Ein Mann sagte dann: Doch, Du hast vergessen! Der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, fragte die Gefährten: Ist es wahr, was er sagt? Sie antworteten: Ja. Daraufhin kehrte der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, zum Gebetsplatz zurück,  setzte das Gebet fort und beendet es mit taslim; danach warf er sich zwei Mal nieder und machte taslim."

Wenn der Imam das Gebet vor dem Vollbringen aller erforderlichen rak’aas beendet und unter den Nachbetenden einige sind, die das Gebet nicht am Anfang erreicht haben und daraufhin die fehlenden rak’aas nachbeten müssen, – aber dann sich der Imam seines Fehlers bewusst wird und das Gebet fortsetzen will -, dann haben die genannten Nachbetenden die Wahl,

entweder ihr Nachbeten fortzusetzen und erst dann sujud as-sahw zu machen. [Reihenfolge: allein Vollenden mit taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

oder ihr Nachbeten zu unterlassen und dem Imam nachzubeten, bis er taslim macht, dann sollen sie sujud as-sahw des Imams nicht mitmachen, sondern erst die fehlenden rak’aas nachbeten und dann sujud as-sahw machen. Die zweite Lösung wäre besser und sicherer. [Reihenfolge: mit dem Imam bis zum taslim wiederbeten , die fehlenden rakaas verrichten, sujud as-sahw, nochmal taslim]

 Quelle: http://www.as-sunnah.de/modules.php?name=News&file=article&sid=183

Niyya (Die Absicht) Grundsatz:

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Assalamu alaikum wa Rahmatu Allah,

Vom Führer der Gläubigen, Abْ Hafs ‘Umar Ibn Al-Hattab, Allلhs Wohlgefallen auf ihm: Ich hörte den Gesandten Allلhs, Allلhs Segen und Friede auf ihm, sagen:

”Wahrlich, die Taten sind entsprechend den Absichten, und jedem Menschen steht das zu, was er beabsichtigt hat. Wer also seine Auswanderung um Allلhs und Seines Gesandten willen unternimmt, dessen Auswanderung ist für Allلh und Seinen Gesandten, und wer seine Auswanderung des irdischen Lebens willen unternimmt, es zu erlangen, oder wegen einer Frau, sie zu heiraten, dessen Auswanderung ist für das, um dessentwegen er auswandert.“ (Bu, Mu) Der Hadith weist darauf hin, daß die Absicht eines Menschen einen Maßstab für die Bewertung seiner Taten darstellt. Wenn die Absicht gut ist, so ist auch die ihr folgende Tat gut, und wenn die Absicht schlecht ist, so ist es auch die Tat. Existiert eine Tat in Verbindung mit einer Absicht, sind hierbei drei Fälle zu unterscheiden:

1. Man tut etwas aus Furcht vor Allلh (t); dies ist die Verehrung der Sklaven.

2. Man tut etwas aus dem Verlangen nach dem Paradies und der Belohnung Allلhs heraus; dies ist die Verehrung der Händler.

3. Man tut etwas aus Scham vor Allلh (t) und außerdem, um seine Pflicht zur demütigen Verehrung zu erfüllen und Dank abzustatten, und betrachtet sich selbst dabei trotzdem noch als nachlässig.

Bei alledem fürchtet man sich von Herzen, weiß man doch nicht, ob die Tat angenommen wird oder nicht. Dies ist die Verehrung der Freien, die der Gesandte Allلhs meinte, wo ‘ء’isa (r) zu ihm sagte, als er nachts immer wieder aufstand, bis ihn die Füße schmerzten:

”O Gesandter Allلhs! Nimmst du das auf dich, wo dir Allلh doch schon deine vorangegangenen und zukünftigen Sünden vergeben hat?“, und er darauf entgegnete: ”Soll ich denn kein dankbarer Diener sein?“

Auf die Frage, ob die Verehrung aus Furcht oder aus Hoffnung vorzuziehen ist, kann man antworten, daß der Imلm Al-Gazzلlyy, Allلh erbarme Sich seiner, sagte: ”Die Verehrung aus Hoffnung ist besser, weil die Hoffnung Liebe bewirkt, die Furcht aber Verzweiflung.“

Die drei genannten Gruppen von Taten können nur dann Geltung beanspruchen, wenn die ihnen vorausgehenden Absichten aufrichtig sind. Nun kann sich aber erstens der Aufrichtigkeit das Übel der Eitelkeit in den Weg stellen. Wer auf seine Tat stolz ist, dem wird ihre Entlohnung verloren gehen. Ebenso geht der Lohn demjenigen verloren, der hochmütig ist.

Im zweiten Fall wird die Aufrichtigkeit geschmälert, wenn man seine Tat aus dem gemeinsamen Verlangen nach dem Diesseits und dem Jenseits heraus begeht. Einige Gelehrte vertreten die Ansicht, daß eine solche Tat von Allلh (t) zurückgewiesen wird.

Als Beleg dafür führen sie folgenden Hadith-Qudsyy an:

”Allلh, der Erhabene, sagt: »Ich bin der unbedürftigste Teilhaber, und wer dann in einer seiner Taten einen anderen Teilhaber als Mich nimmt, dessen bin Ich ledig«.“

Dieser Auffassung schließt sich auch Al-Harit Al-Muhلsibyy in seinem Buch "Ar-Ri‘لya" (Die Obhut) an: ”Aufrichtigkeit ist, daß du etwas aus Gehorsam Ihm (Allلh) gegenüber willst und nicht aus einem anderen Grunde. Die Heuchelei besteht aus zwei Arten:

1. Man will durch gehorsames Verhalten nur das Wohlwollen der Menschen erhalten.

2. Man will dadurch sowohl das Wohlwollen der Menschen als auch das des Herrn der Menschen erreichen.

Beide Arten lassen die Tat vor Allلh verloren gehen.“ Diese Worte sind uns durch den Hafiz Abْ Nu‘aim in seinem Buch "Hilyatu-l-Auliyل’" (Schmuck derjenigen, die Allلh nahestehen) von einigen der Früheren überkommen. Manche führen als Beweis auch folgenden Qur’لn-Vers an:

”(…) Der Gewaltige, Der Hochstehende. Erhaben ist Allلh über das, was sie Ihm als Teilhaber zuschreiben.“ (Sura 59, Vers 23).

So wie Allلh (t) Hoch darüber steht, eine Gattin, Kinder oder einen Teilhaber zu haben, so steht Er auch darüber, eine Tat anzunehmen, bei der Ihm der Handelnde noch einen anderen Teilhaber hinzugesellt. Ist Er, der Erhabene, doch Groß, Größer, Hochstehend. As-Samarqandyy, Allلh erbarme Sich seiner, sagte: ”Was man für Allلh (t) tut, wird angenommen, was man jedoch um der Menschen willen tut, wird zurückgewiesen.“

Jemand verrichtet zum Beispiel das Mittagsgebet und beabsichtigt damit die Erfüllung seiner Pflicht Allلh (t) gegenüber, zieht aber dabei jeden Teil des Gebets in die Länge, nimmt jede Körperhaltung ganz genau ein und rezitiert mit schöner Stimme, um den Menschen zu imponieren.
Sein Gebet gilt als grundsätzlich angenommen. Aber das In-die-Länge-Ziehen und die schöne Haltung um der Menschen willen werden von der Annahme ausgeschlossen, weil derjenige beabsichtigt, damit den Menschen zu gefallen.

Als der Scheich ‘Izz Ad-Dيn Ibn ‘Abdissalلm nach jemandem gefragt wurde, der sein Gebet um der Leute willen in die Länge zog, gab er zur Antwort: ”Ich hoffe, daß diese seine Tat nicht ganz verloren geht, wenn die Teilhaberschaft nur im Äußeren der Tat liegt. Liegt sie jedoch in der Tat selbst, indem man das Pflichtgebet um Allلhs und der Leute willen verrichtet, so wird das Gebet nicht angenommen wegen der Teilhaberschaft in der Tat selbst.“

Ebenso kann die Heuchelei auch im Unterlassen der Tat bestehen. Al-Fudail Ibn ‘Ayyلd sagte: ”Das Unterlassen der Tat um der Leute willen ist Heuchelei, und ihre Ausführung um der Leute willen ist Teilhaberschaft. Aufrichtigkeit ist, wenn dich Allلh (t) vor beidem bewahrt.“

Dies bedeutet, daß einer, der sich entschließt, eine gottesdienstliche Handlung zu tun, und sie dann aus Furcht unterläßt, die Leute könnten ihn dabei sehen, ein Augendiener ist, weil er seine Tat um der Leute willen unterläßt. Betet man aber nicht vor den Leuten, sondern wenn man allein ist, so ist dies wünschenswert, außer beim Pflichtgebet, der Pflichtabgabe (Zakلh) oder beim Gebet jemandes, der als Gelehrter ein Vorbild gibt.
In diesen Fällen ist es besser, die gottesdienstlichen Handlungen öffentlich zu verrichten. Ebenso wie die Augendienerei die Tat zunichte macht, so geschieht dies auch, wenn sie herumerzählt wird; daß man also etwas für Allلh (t) unter Ausschluß der Öffentlichkeit tut, um es anschließend den Leuten kund zu tun.

Der Gesandte Allلhs sagte:

”Wer (von seinen guten Taten) herumerzählt, von dem erzählt auch Allلh herum, und wer (seine Taten) zur Schau stellt, den stellt auch Allلh zur Schau.“

Die Gelehrten meinen: Wenn es sich um einen Gelehrten handelt, den sich die Leute zum Vorbild nehmen, so ist nichts dagegen einzuwenden, wenn er den Leuten von seinen guten und frommen Taten erzählt, um sie damit anzuspornen, dergleichen zu tun. Al-Marzubلnyy, Allلh erbarme Sich seiner, sagte:
”Der Betende benötigt vier Eigenschaften, damit sein Gebet (zu Allلh) emporsteigt:
– die Gegenwart des Herzens,
– die Anwesenheit des Verstandes,
– die Unterwerfung der stützenden Kräfte und
– die Demut der Glieder. Wer ohne Gegenwart des Herzens betet, der ist ein unaufmerksamer Beter; wer ohne Anwesenheit des Verstandes betet, der ist ein unachtsamer Beter; und wer ohne Unterwerfung der stützenden Kräfte betet, der ist ein ungeschlachter Beter; und wer ohne Demut der Glieder betet, der macht es falsch.
Wer sich aber an diese Punkte hält, der betet vollkommen.“ ”Wahrlich, die Taten sind entsprechend den Absichten (…)“ Hiermit sind nur die Taten gemeint, die sich auf Dinge beziehen, die eine Erfüllung des Gehorsams gegenüber Allلh (t) darstellen, und nicht auf Dinge, deren Tun und Lassen einem freigestellt ist.

Al-Hلrit Al-Muhلsibyy sagte: ”Die Aufrichtigkeit kann nicht in etwas geübt werden, dessen Tun oder Lassen einem freigestellt ist, da es nichts enthält, mit dem man sich Allلh näher bringt und auch nicht zu etwas führt, was (Ihn) näher bringt, so wie die Errichtung eines Bauwerks zu keinem eigentlichen Zweck, sondern (nur) aus Gedankenlosigkeit. Hat sie aber einen Zweck, wie (es) bei Moscheen, Brücken oder Festungen (der Fall ist), so ist sie erwünscht.
In verbotenen oder verpönten Dingen kann ebenfalls keine Aufrichtigkeit geübt werden. Das ist so, als ob jemand etwas ansieht, was anzusehen ihm nicht erlaubt ist, und behauptet, er sähe es an, um über die Schöpfung Allلhs nachzudenken, oder wie das Anschauen eines Bartlosen, worin (ebenfalls) keine Aufrichtigkeit liegen kann, ja absolut nichts, was einem Allلh näher bringt.

Die Wahrhaftigkeit als Merkmal des Knechtes Allلhs liegt in der Ausgeglichenheit zwischen Heimlichkeit und Öffentlichkeit, Äußerlichem und Innerlichem. Die Wahrhaftigkeit bestätigt sich mit der Verwirklichung aller Lagen und Zustände, so daß die Aufrichtigkeit der Wahrhaftigkeit bedarf. Die Wahrhaftigkeit aber bedarf nichts (weiterem als ihrer selbst allein), weil der wirkliche (d.h. der wahrhaftige) Sinn der Aufrichtigkeit das Streben nach Allلh durch Gehorsam ist. Man mag zwar durch das Gebet nach Allلh streben, ohne aber dabei auf die Gegenwart des Herzens zu achten. (Dies wäre zwar aufrichtig, aber nicht wahrhaftig; denn:) Die Wahrhaftigkeit ist nun (geprägt durch) das Streben nach Allلh durch die gottesdienstlichen Handlungen zusammen mit der Gegenwart des Herzens. So ist jeder Wahrhaftige aufrichtig, nicht aber jeder Aufrichtige wahrhaftig. Dies bedeutet (zugleich) eine Verbindung und eine Trennung, weil er (d.h. der Wahrhaftige) sich von allem anderen als Allلh löst und durch die Gegenwart (des Herzens) mit Allلh in Verbindung tritt. Es bedeutet auch die Aufgabe alles (anderen) außer Allلh, das Aufgeben durch die Gegenwart vor Allلh, des Gepriesenen und Erhabenen.“ ”Wahrlich, die Taten (…)“

Das Verhältnis der Taten zu ihren Absichten kann die Gültigkeit der Taten, ihre Beurteilung, ihre Annahme oder ihre Vollkommenheit bestimmen. Letztere Meinung vertritt der Imلm Abْ Hanيfa, Allلh erbarme Sich seiner, nimmt aber diejenigen Taten davon aus, deren Unterlassung eine Sünde oder einen Verstoß darstellt, wie die Beseitigung von Verunreinigungen, die Zurückgabe von widerrechtlich angeeignetem oder geliehenem Gut, die Auslieferung eines Geschenks und dergleichen mehr. Die Gültigkeit dieser Taten ist nicht von der Absicht abhängig, wohl aber deren Belohnung von der Absicht, Allلh (t) damit näher zu kommen.
So empfängt man zum Beispiel Lohn dafür, wenn man seinem Reittier zu fressen gibt und dies in der Absicht tut, damit dem Befehl Allلhs nachzukommen. Hegt man aber bei der Fütterung des Tieres nur die Absicht, sein Eigentum zu erhalten, so erhält man dafür keinen Lohn. Ausgenommen davon ist das Pferd des Glaubenskämpfers, welches dieser für die Sache Allلhs hält. Selbst wenn das Tier gegen seinen Willen getränkt wird, wird er dafür belohnt, wie es in der Sahيh-Sammlung von Al-Buhلryy steht.
Ebenso verhält es sich mit dem Verhalten der Ehefrau gegenüber, dem Verschließen der Tür oder dem Löschen der Lampe beim Schlafengehen: Wenn man damit beabsichtigt, dem Befehl Allلhs Folge zu leisten, wird man dafür belohnt, andernfalls nicht.

Es ist wichtig zu wissen, daß die "Absicht" (arab.: Niyya) im Sprachgebrauch "Vorsatz" (arab.: Qasd) bedeutet.

Im islamischen Recht bezeichnet die Absicht den Vorsatz zu einer Handlung in Verbindung mit ihrer Ausführung. Hat man den Vorsatz, läßt aber dann davon ab, so nennt man ihn "Entschluß" (arab.: ‘Azm). Die Absicht erfüllt den Zweck, erstens zwischen Gewohnheit (arab.: ‘ءda) und gottesdienstlicher Handlung (arab.: ‘Ibلda) und zweitens zwischen verschiedenen Stufen der gottesdienstlichen Handlungen zu unterscheiden.
Beispiele für den ersten Unterscheidungszweck sind: Das Sitzen in der Moschee erfolgt gewöhnlich, um sich auszuruhen. Durch die Absicht aber, sich dorthin zum Gebet zurückzuziehen (arab.: I‘tikلf), wird das Sitzen zur gottesdienstlichen Handlung erhoben. Den Unterschied zwischen Gewohnheit und gottesdienstlicher Handlung macht also hier die Absicht aus.
Ebenso bezweckt man mit der Waschung (arab.: Gusl) für gewöhnlich die Säuberung des Körpers. Durch das Hinzutreten der Absicht, sich von ritueller Unreinheit zu befreien, wird die Waschung dagegen zur gottesdienstlichen Handlung gesteigert.
Der Unterschied besteht auch hier wieder im Fehlen oder Bestehen der Absicht.

Den Wert der religiösen Absicht beleuchtet folgende Aussage des Propheten, Allلhs Segen und Friede auf ihm, als er gefragt wurde, welche Motive zu kämpfen – Augendienerei, Begeisterung oder Tapferkeit – wohl gut für die Sache Allلhs seien, und er (der Prophet) darauf zur Antwort gab:

”Wer dafür kämpft, daß das Wort Allلhs an oberster Stelle steht, der kämpft für die Sache Allلhs.“

Beispiele für den zweiten Unterscheidungszweck von Absicht – Absicht als unterscheidendes Merkmal zwischen verschiedenen Stufen der gottesdienstlichen Handlungen – sind: Wenn jemand vier Rak‘a betet, kann er dabei die Verrichtung des Mittagsgebetes, aber auch die eines freiwilligen Gebets im Sinn haben. Der Unterschied liegt auch hierbei in der entsprechenden Absicht. Ebenso kann man mit der Freilassung eines Sklaven die Ableistung einer Buße (arab.: Kaffلra) für eine Sünde als auch etwas anderes, wie zum Beispiel die Erfüllung eines Gelöbnisses, bezwecken. Den Unterschied macht die auf verschiedene gottesdienstliche Handlungen ausgerichtete Absicht aus.

”(…) und jedem Menschen steht das zu, was er beabsichtigt hat.“

In diesen Worten steckt der Hinweis, daß bei gottesdienstlichen Handlungen weder Stellvertretung noch Bevollmächtigung anderer Personen mit der fremden beziehungsweise eigenen Absicht erlaubt sind.
Ausgenommen davon sind die Verteilung der Zakلh und die Schlachtung von Opfertieren, wobei die Bevollmächtigung eines anderen mit der Absicht zur Schlachtung oder Verteilung erlaubt ist, auch wenn man in der Lage ist, selbst die entsprechende Absicht zu fassen.

Hinsichtlich der Pilgerfahrt ist dies nicht gestattet; ebensowenig beim Bezahlen von Schulden. Bezieht sich die Zahlungpflicht auf einen Schuldner, so ist die Absicht dazu nicht nötig. Erstreckt sich die Zahlungspflicht aber auf zwei Parteien, so ist den betreffenden Personen die Absicht zur Schuldentilgung freigestellt.
Wenn zum Beispiel jemand, der zweitausend Mark Schulden hat und für eintausend Mark ein Pfand hinterlegt hat, dann eintausend Mark bezahlt und sagt: ”Das sind die tausend, für die ich das Pfand gegeben habe“, so hat er damit sein Versprechen eingelöst. Falls er bei der Bezahlung keine Absicht gefaßt hat, so kann er dies noch nachträglich tun und wofür er will.

”Wer also seine Auswanderung um Allلhs und Seines Gesandten willen unternimmt, dessen Auswanderung ist für Allلh und Seinen Gesandten, und wer seine Auswanderung um des irdischen Lebens willen unternimmt, es zu erlangen, oder wegen einer Frau, sie zu heiraten, dessen Auswanderung ist für das, um dessentwegen er auswanderte.“

Ursprünglich bedeutet "Hijra": Auswanderung, Meiden, Verlassen.

Im Sprachgebrauch der islamischen Geschichte kann "Auswanderung" mehrere Dinge beinhalten:

I. Die Auswanderung der Prophetengefährten von Makka nach Abessinien, als die Götzendiener dem Gesandten Allلhs Schaden zufügten, und sie zum Negus, Kaiser von Abessinien, flohen. Diese Auswanderung fand fünf Jahre nach der Entsendung Mu5ammads als Prophet statt.

II. Die Auswanderung von Makka nach Al-Madيna, die dreizehn Jahre nach der Entsendung des Propheten Muhammad, Allلhs Segen und Friede auf ihm, stattfand.
Es bestand damals die Pflicht für jeden Muslim in Makka, dem Gesandten Allلhs nach Al-Madيna nachzufolgen.
Nach Ibn Al-‘Arabyy haben die Gelehrten die Fortbewegung in zwei Bereiche gegliedert: Der erste Bereich der Fortbewegung bezieht sich auf die Flucht vor den üblen Dingen, der wiederum in sechs Kategorien unterteilt wird:

1. Der Auszug aus dem Gebiet des Krieges oder Unfriedens (arab.: Dلr Al-Harb) ins Gebiet des Islam (arab.: Dلr Al-Islam), wozu die Pflicht bis zum Tage der Auferstehung bestehen bleibt und nur durch die Eroberung des Dلr Al-Harb und seine Umwandlung in das Dلr Al-Islam beendet wird. Ähnliches ereignete sich bei der Eroberung von Makka, wodurch die Pflicht zur Auswanderung zum Gesandten Allلhs nach Al-Madيna aufgehoben wurde. Dazu die Worte des Propheten, Allلhs Segen und Friede auf ihm: ”Nach der Eroberung gibt es keine Auswanderung mehr.“

2. Der Auszug aus dem Land der ketzerischen Lehren oder Neuerungen im religiösen Bereich (arab.: Bid‘a) (innerhalb des Islam) nach den Worten des Ibn Mلlik (r): ”Es ist keinem erlaubt, in einem Lande zu verweilen, in dem die Früheren der Muslime geschmäht werden.“

3. Der Auszug aus dem Land, in dem die verbotenen Dinge und Handlungen die Regel sind; denn das Streben nach Erlaubtem ist Pflicht für jeden Muslim.

4. Die Flucht vor körperlichem Schaden, welche eine Gnade von Allلh (t) für denjenigen darstellt, der an einem bestimmten Ort um sich selbst fürchtet, und den zu verlassen Allلh (t) ihm gestattet hat, um der drohenden Gefahr zu entgehen. Abraham, Allلhs Friede auf ihm, war der erste, der dies tat, als er sich vor seinem Volk fürchtete und sprach:
”Ich werde zu meinem Herrn auswandern.“ (Sura 29, Vers 26) Allلh (t) sagt im Qur’لn über Mose, Allلhs Friede auf ihm: ”Da zog er aus ihr (der Stadt) hinaus in Furcht und spähte umher.“ (Sura 28, Vers 21)

5. Der Auszug aus Furcht vor Krankheit aus einem ungesunden Land in ein Gebiet mit gesünderem Klima. So erlaubte der Gesandte Allلhs Leuten vom Stamme der ‘Uraina, hinaus aufs Weideland zu ziehen, als ihnen das Klima von Al-Madيna nicht zuträglich war.

6. Der Auszug aus Furcht vor Schaden am Vermögen, da das Vermögen des Menschen ebenso unverletzlich wie sein Blut ist.

Der zweite Bereich der Fortbewegung markiert die Suche nach etwas, das die Gelehrten in zehn Kategorien eingeteilt haben: Die Suche nach der Religion und nach den weltlichen Dingen, wobei sich die Suche nach der Religion ihrerseits in neun Arten untergliedert:

1. Die Reise zur Belehrung, von der es im Qur’لn heißt: ”Sind sie denn nicht im Lande umhergezogen, so daß sie schauen konnten, wie das Ende derer war, die vor ihnen lebten?“ (Qur’لn 12:109; 30:9; 35:44; 40:21, 82; 47:10). So war auch Du-l-Qarnain in der Welt herumgereist, um ihre Wunder zu sehen (s. Sura 18, Vers 83ff.)

2. Die Reise zur Pilgerfahrt nach Makka.

3. Die Reise zum Kampf für den Islam (arab.: Djihلd).

4. Die Reise zum Erwerb des Lebensunterhalts.

5. Die Reise zum Handel und zum Erwerb dessen, was über den Lebensbedarf hinausgeht. Sie ist erlaubt nach folgendem Qur’لn-Vers: ”Es ist keine Sünde für euch, danach zu streben, daß euer Herr euch Gunst erweist.“ (Sura 2, Vers 198)

6. Die Reise zum Studium.

7. Die Reise, um die heiligen Stätten aufzusuchen, den Worten des Gesandten Allلhs gemäß: ”Begib dich auf die Reise nur zu drei Moscheen: zur heiligen Moschee (in Makka), zur Moschee des Gesandten Allلhs (in Al-Madيna) und zur Al-Aqsل-Moschee (in Jerusalem, Al-Quds).“

8. Die Reise zu den Frontstellungen, um sich dort zum Kampf für den Islam bereitzuhalten.

9. Die Reise, um Brüder in Allلh zu besuchen. Der Gesandte Allلhs sagte:

”Ein Mann hatte sich einmal aufgemacht, um einen Glaubensbruder in einem anderen Ort zu besuchen. Da sandte Allلh einen Engel auf seinen Weg, der ihn (anredete und) fragte: »Wohin willst du?« »Ich will zu einem Bruder von mir hier an diesem Ort.« Der Engel fragte weiter: »Mußt du ihm eine Wohltat erwidern?« »Nein, sondern ich liebe ihn nur in Allلh.« Darauf gab sich ihm der Engel zu erkennen mit den Worten: »Nun, ich bin von Allلh zu dir gesandt (um dir mitzuteilen,) daß Allلh dich liebt, so wie du ihn (d.h. deinen Glaubensbruder) liebst.«“ (Überliefert in den Sammlungen von Muslim u.a.)

III. Die Auswanderung der arabischen Stämme zum Gesandten Allلhs, um die Lehre des Islam zu empfangen und um dann zu ihren daheimgebliebenen Stammesgenossen zurückzukehren und sie ihrerseits im Glauben zu unterweisen.

IV. Die Auswanderung derjenigen Makkaner, die den Islam angenommen hatten, um zum Propheten, Allلhs Segen und Friede auf ihm, zu kommen; und ihr Rückzug zu ihren Leuten in die Heimat.

V. Die Auswanderung aus dem Gebiet des Unglaubens (arab.: Dلr Al-Kufr) ins Land des Islam. Dem Muslim ist der fortwährende Aufenthalt im Dلr Al-Kufr untersagt. Al-Mawلrdyy sagte: ”Hat er dort Frau und Familie, und ist es ihm möglich, seine Religion offen zu zeigen, so bringt es ihm nichts, auszuwandern, weil der Ort, an dem er sich aufhält, dadurch zum Dلr Al-Islam geworden ist.“

VI. Das Fernbleiben des Muslims von seinem Glaubensbruder für eine längere Frist als drei Tage und Nächte ohne gesetzlich anerkannten Entschuldigungsgrund. Diese Art von Verlassen ist verpönt (arab.: makrْh) für einen Zeitraum bis zu drei Tagen und für einen längeren als drei Tage verboten (arab.: Harلm), außer, wenn es notwendig ist.

VII. Das Meiden der Ehefrau, wenn ihre Widerspenstigkeit erwiesen ist, nach dem Qur’لn-Vers: ”Und meidet sie im Ehebett.“ (Sura 4, Vers 34). Dazu gehört auch, daß man sündhaftes Volk im Wortwechsel und durch Fernbleiben meidet, und daß man den Friedensgruß erwidert und beginnt.

VIII. Das Meiden dessen, was Allلh (t) verboten hat. Dies ist die allgemeinste Form des Sich-Fernhaltens. ”(…) Wer also seine Auswanderung um Allلhs und Seines Gesandten willen unternimmt (…)“ Wer mit der Absicht und mit dem Vorsatz, Allلh (t) zu dienen, auswandert, dessen Auszug erfolgt nach dem Gesetz und zu Recht um Allلhs und Seines Gesandten willen. ”Und wer seine Auswanderung um weltlicher Dinge willen unternimmt, sie zu erlangen (…)“
Es wird berichtet, daß ein Mann von Makka nach Al-Madيna auswanderte. Er tat es aber nicht, um die Vorzüglichkeit der Auswanderung Allلhs wegen anzustreben, sondern er tat es, um eine Frau namens Umm Qais zu heiraten. So wurde er der "Auswanderer zu Umm Qais" genannt.
Wendet man dagegen ein, daß der Mann doch Allلhs wegen ausgewandert sei, da die Heirat ja zu den Dingen gehöre, die das göttliche Gesetz vorsehe und nicht zu den weltlichen Dingen, so lautet die Antwort darauf, daß dieser Mann sich nicht offen zur Heirat als wahrem Reisegrund bekannte, sondern vorgab, die Auswanderung Allلhs und Seines Gesandten wegen zu unternehmen. Weil er seine wahre Absicht verbarg und eine andere vortäuschte, verdient er Tadel und Vorwürfe.

Analog dazu verhält es sich mit jemandem, der angeblich zur Pilgerfahrt aufbricht, dabei aber in Wirklichkeit bloß den Handel im Sinn hat. Ebenso ist es mit dem Hinausziehen zum Studium, wenn man damit eigentlich nach einer leitenden Position oder einem Verwaltungsposten strebt.

”(…) dessen Auswanderung ist für das, um dessentwegen er auswandert.“

Dieser Vers läßt notwendigerweise folgern, daß, wer statt Pilgerfahrt, Handel und Besuch der Heiligen Stätten anstrebt, keinen Lohn dafür bekommt. Der Hadith muß aber so verstanden werden: Wenn die Pilgerfahrt der Anlaß zum Handel ist, steht dem Pilger der Lohn für die gottesdienstliche Handlung zu, da der Handel nur eine Folge der Pilgerfahrt ist und nicht ihr Grund. Der Lohn fällt in einem solchen Fall aber geringer aus, als wenn jemand allein um der Pilgerfahrt willen hinauszieht. Ist der Beweggrund zur Fahrt beides, Pilgern und Handel, so kann man annehmen, daß man seinen Lohn erhält, weil man nicht nur der weltlichen Dinge wegen ausgezogen ist. Man kann aber auch das Gegenteil vermuten, weil man Taten für das Jenseits mit solchen für das Diesseits verbunden hat. Aus diesem Hadith geht klar hervor, daß der Vorsatz die Beurteilung der Tat bestimmt.
Wenn nun jemand beides, Diesseitiges und Jenseitiges beabsichtigt, so können wir nicht sagen, er habe dabei nur weltliche Dinge vor Augen gehabt.

Aber Allلh (t) weiß es am besten. 

wa alaikum salam wa Rahmatu Allah

 

quelle: www.islam-basis.de

 

Die Arten der Rede, derer wir uns enthalten müssen

(Übersetzt von Umm Djumâna – Muslima.de.ms)

Frage:

Ich weiß, dass es bestimmte Arten der Rede gibt, derer wir uns enthalten müssen, wie
jene, derer sich der Prophet (salAllâhu ‘alayhi wa sallam) enthielt. Könnten Sie mir diese
Infos bitte zukommen lassen?

Antwort:

Alles Lob gebührt Allâh.

Der Muslim muss seine Zunge unter Kontrolle halten und darf nicht sprechen, außer wenn er etwas Gutes zu sagen hat.

Al-Bukhâri (6018) und Muslim (47) berichteten von Abu Hurairah, dass der Gesandte Allâhs (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) sagte:
„Wer an Allâh und den Jüngsten
Tag glaubt, der soll Gutes sprechen oder schweigen…“

Al-Nawawi (möge Allâh barmherzig mit ihm sein) sagte:
„Wenn er sprechen will, dann wenn das, was er sagen will, gut ist und er davon überzeugt ist, dass er dafür belohnt wird – ganz gleich, ob (diese Art der Rede) verpflichtend oder lobenswert ist – dann darf
er sprechen. Aber wenn es ihm scheint, dass es nicht gut ist und er dafür nicht belohnt wird, dann soll er sich der Rede enthalten, ganz gleich, ob er denkt, dass es harâm oder makrûh oder zulässig ist. Darauf basierend ist es empfehlenswert, sich dessen zu
enthalten, lediglich zulässige Dinge zu sagen, und wir sind dazu verpflichtet, dies zu vermeiden, damit es uns nicht zu etwas verleitet, was harâm oder makrûh ist, was in vielen Fällen oder zumindest in den meisten Fällen geschieht.

Allâh sagt (ungefähre Bedeutung):

„Kein Wort äußert er (oder sie), ohne dass bei ihm ein Beobachter bereit wäre
(um es aufzuzeichnen).“ [Qâf 50:18]

Imam al-Shâfa’i verstand den Hadîth so, dass er bedeutet, dass, wenn jemand etwas sagen möchte, er vorerst darüber nachdenken sollte: "Wenn es ihm scheint, dass es keinen Schaden anrichten wird, dann darf er sprechen, aber wenn er denkt, dass es Schaden anrichten wird oder dass dies sehr wahrscheinlich ist, dann sollte er sich der Rede enthalten.“

Der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) befahl uns in mehr als einem Hadîth, unsere Zungen zu hüten,..
wie der von al-Tirmidhi (2406) von ‘Uqbah ibn ‘Âmir,
welcher sagte:

„Ich sprach: ‚O Gesandter Allâhs, was ist das Heil?’ Er sagte: ‚Zügle deine Zunge, begnüge dich mit deinem Haus als Zufluchtsort (vor der Versuchung) und sei reumütig wegen deiner Sünde!" Von al-Albâni in Sahîh al-Targhîb (3331) als sahîh eingestuft.

Al-Tirmidhi (2616) berichtete außerdem, dass der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) zu Mu’âdh sagte, nachdem er ihn einige der Gesetze des Islams lehrte:

„Soll ich dir nicht sagen, was das Fundament all dessen ist?“ Ich [Mu’âdh] sagte: „Natürlich, oh Gesandter Allâhs.“ Er ergriff seine Zunge und sagte: „Halte dies unter Kontrolle.“ Ich sagte: „O Gesandter Allâhs, werden wir für das, was wir damit sagen, zur
Rechenschaft gezogen?“ Er sagte: „Möge dir deine Mutter beraubt werden, oh Mu’âdh! Werden denn die Leute für etwas anderes mit ihren Gesichtern – oder er sagte Nasen – in die Hölle gestürzt werden, als die Ernte ihrer Zungen?“
(Von al-Albâni in Sahîh al-Tirmidhi (2110) als sahîh eingestuft.)

Der Hadîth befiehlt uns die Unterlassung dessen, sich speziellen Dingen hinzugeben, da dies etwas ist, was einer Person keinen Nutzen bringt, und in der Tat kann es jemandem in Bezug auf seine geistigen und weltlichen Angelegenheiten sehr viel Schaden zufügen.

Es wurde von Ibn Mas’ûd (Möge Allâh mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Prophet
(Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) sagte:

„Wenn meine Gefährten erwähnt werden, dann schweigt; wenn die Sterne erwähnt werden, dann schweigt; und wenn die Bestimmung Allâhs erwähnt wird, dann schweigt.“ (Berichtet von al-Tabarâni in al-Kabîr, 2/96. Von Sheikh al-Albâni in al-Silsilah al-Sahîhah (34) als sahîh eingestuft).

Dieser Hadîth zeigt, dass es einer Person nicht erlaubt ist, schlecht über die Gefährten des Propheten (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) zu sprechen und dass er über die Auseinandersetzungen, die zwischen ihnen vorkamen, schweigen sollte, weil die Tatsache, schlecht über sie zu reden oder sie zu kritisieren bedeutet, dass man verwirft,
was Allâh im Qur’ân über sie sagt, worin Er sie lobt, indem Er sagt (ungefähre Bedeutung):

„Die vorausgeeilten Ersten von den Auswanderern und den Helfern und diejenigen, die ihnen auf beste Weise gefolgt sind – Allâh hat Wohlgefallen an ihnen, und sie haben Wohlgefallen an Ihm. Und Er hat für sie Gärten bereitet, durcheilt von Bächen, ewig und auf immer darin zu bleiben; das ist der großartige Erfolg.“ [al-Taubah 9:100]

Und Allâh sagt (ungefähre Bedeutung):

„Muhammad ist der Gesandte Allâhs. Und diejenigen, die mit ihm sind, sind hart gegen die Ungläubigen, doch barmherzig zueinander. Du siehst sie sich (im Gebet) beugen, niederwerfen und Allahs Huld und Wohlgefallen erstreben. Ihre Merkmale befinden sich auf ihren Gesichtern: die Spuren der Niederwerfungen.“

[al-Fath 48:29]

So hat Allâh sie in Seinem Buch beschrieben, daher sind sie zweifellos von gerechtem Charakter und die Besten und Großartigsten der Menschheit. Daher hasst sie niemand außer einem Heuchler und niemand liebt sie außer einem Gläubigen.

Sheikh al-Islam Ibn Taymiyyah (möge Allâh barmherzig mit ihm sein) sagte:

„Einer der Grundsätze der Ahl al-Sunnah wa’l-Jamâ’ah ist, dass sie nichts denken und sagen, was die Gefährten des Gesandten Allâhs (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) kritisiert, so wie Allâh es uns in folgender Âyah darlegt, in der Er sagt (ungefähre
Bedeutung):

„Und diejenigen, die nach ihnen kamen, sagen: ‚Unser Herr, vergib uns und unseren Brüdern, die uns im Glauben vorangingen, und lass in unsere Herzen keinen Groll gegen die Gläubigen. Unser Herr! Du bist wahrlich Gütig, Barmherzig.’“ [al-Hashr 59:10]

Und sie folgen dem Befehl des Gesandten Allâhs (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm):
‚Beschimpft nicht meine Gefährten! Denn, bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist, wenn einer von euch soviel Gold wie der Berg von Uhud spenden würde, würde er nie
ein Mudd (arabische Maßeinheit, die dem Hohlraum beider Hände entspricht, wenn man sie zusammentut) an Leistung von einem von ihnen erreichen; auch nicht einmal die Hälfte davon!’

(Berichtet vonal-Bukhâri und Muslim)“

Majmû’ al-Fatâwa, 3/152

Abu Zar’ah (möge Allâh barmherzig mit ihm sein) sagte:

„Wenn du irgendjemanden siehst, der danach strebt, irgendeinen der Gefährten des Gesandten Allâhs zu kritisieren, dann wisse, dass er ein Häretiker (Zindiq) ist. Dies aufgrund dessen, weil für uns der Gesandte Allâhs und der Qur’ân wahrhaft sind. Und die Einzigen, die uns den Qur’ân und die Sunan (Plural von Sunnah) übermittelt haben, sind die Gefährten des Gesandten Allâhs. Sie wollen nur unsere Bezeugungen verunglimpfen und zerstören, damit sie das Buch und die Sunnah vernichten können, wobei sie es eher verdienen, verunglimpft zu werden, denn sie sind die Häretiker (Zanadiqah).“

Al-Sawâ’iq al-Muhriqah ‘ala Ahl al-Rafd wa’l-Dalâl wa’l-Zandaqah, 2/608

Bezüglich des zweiten Teils des Hadîths, der uns die Unterlassung des Sprechens über die Sterne befiehlt, worauf sich dies bezieht – und Allâh weiß es am besten – ist das Ersuchen von Rechtleitung durch die Sterne in Bezug auf verborgene Dinge, wie die Leute der Jâhiliyyah es mittels der Astrologie zu tun pflegten, z.B. durch die Verwendung der Bewegung der Himmelskörper, um vorauszusagen, wann bestimmte irdische Ereignisse geschehen werden, wie Sturm, Niederschlag, Kursänderungen und andere Dinge, von denen sie behaupteten, es anhand der Bewegungen der Gestirne errechnet zu
haben. Sie pflegten zu sagen, dass, wer unter diesem und jenem Stern heiratete, so würde mit ihm dieses und jenes geschehen, oder wer unter diesem und jenem Stern reiste, so würde ihm dieses und jenes widerfahren, und wer auch immer unter diesem und jenem Stern geboren wurde, wird Glück oder Unglück haben usw.

(Siehe Kitâb al-Tawhîd von Sheikh Sâlih al-Fawzân, Bâb Id’â’ ‘ilm al-Ghayb min Qirâ’at al-Kaff wa’l-Finjân wa ghayrihima.
Siehe auch Fatâwa al-‘Aqîdah, 2/185-186-187-190)
von Sheikh Ibn ‘Uthaymîn, wo er einige sehr nützliche Anmerkungen macht.)

Bezüglich des dritten Teils des Hadîths, der sich auf die Unterlassung des Sprechens über die Bestimmung Allâhs (al-Qadar) bezieht, sagte Abu Ja’far al-Tahhâwi (möge Allâh barmherzig mit ihm sein):

Die Bestimmung ist ein Geheimnis, das Allâh vor Seiner Schöpfung verborgen hat. Kein Engel, der Ihm nahe ist und kein Prophet, den Er sandte, verfügt über Wissen darüber. Das Verfolgen solcher Dinge führt nur zu Misserfolg und Entzug der Gnade Allâhs, und es
führt zu Ungerechtigkeit; daher hüte Dich davor, Nachforschungen darüber anzustellen, darüber nachzudenken und es zu hinterfragen. Allâh hat Seinen Dienern das Wissen über Seine Bestimmung vorenthalten und ihnen verboten, diese Sache zu verfolgen, denn Er
sagt in Seinem Buch (ungefähre Bedeutung):

„Er wird nicht befragt nach dem, was Er tut; sie aber werden befragt.“ [al- Anbiya’ 21:23]

"Wer also hinterfragt, was Allâh tut, hat die Anordnung des Buches abgelehnt, und wer auch immer die Anordnung des Buches ablehnt, ist ein Kâfir.“

Sharh al-‘Aqîdah al-Tahhâwiyyah, S. 276

Daher muss der Muslim Allâh in allen Dingen gehorchen und wissen, dass, was auch immer mit ihm geschieht, ihn nie verfehlt haben könnte, und was ihn verfehlt, ihm niemals geschehen wäre. Es gibt sehr Vieles, was zu diesem Thema gesagt werden kann.
Möge Allâh diejenigen segnen, die an das Schicksal und die Bestimmung Allâhs glauben, ohne sich philosophischen Diskussionen über diese Angelegenheiten hinzugeben.
Quelle: Islam-QA.com (Frage Nr. 9410)


Das Treffen mit Allah s.w.t.

Bismillah

Salam

Diesen Hadit muss man einfach Lesen.

Abu Sa`id Al-Khudriy, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete:

Einige Leute fragten zur Zeit des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm: O Gesandter Allahs, werden wir unseren Herrn am Tage der Auferstehung sehen? Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: Ja! Bezweifelt ihr, dass ihr die strahlende Sonne in einer wolkenlosen Mittagszeit sehen könnt? Und habt ihr Zweifel daran, dass ihr den strahlenden Mond in einer wolkenlosen Vollmondnacht sehen könnt? Die Leute antworteten: Nein, o Gesandter Allahs! Er sagte weiter: Ihr sollt also nicht bezweifeln, dass ihr Allah, Segensreich und Erhaben sei Er, am Tage der Auferstehung sehen werdet, genauso wie ihr nicht bezweifelt, dass ihr die Sonne oder den Mond sehen könnt.
Wenn es mit dem Tag der Auferstehung soweit ist, ergeht durch einen Rufer der Befehl, dass sich jede Gemeinde dem anschließen soll, dem sie göttliche Verehrung erwiesen haben. Es wird dann von denjenigen, die etwas außer Allah unter den Götzen und den Statuen angebetet hatten, keine mehr da sein, die nicht hintereinander ins Höllenfeuer hinabfallen werden. Danach werden nur diejenigen übrigbleiben, die Allah angebetet hatten; seien diese Wohltäter, Übeltäter oder die Späteren unter den Leuten der Schrift! Die Juden werden dann ausgerufen und gefragt: Wen habt ihr angebetet? Sie werden sagen: Wir haben `Uzair (Esra), den Sohn Allahs, angebetet! Die Antwort wird lauten: Ihr lügt! Allah hat Sich niemals eine Gefährtin oder einen Sohn genommen. Was wollt ihr denn? Die Juden werden sagen: Wir sind durstig, o unser Herr, gib uns etwas zum Trinken. Ihnen wird dann eine bestimmte Richtung gewiesen. Wenn sie dort gehen, werden sie ins Höllenfeuer getrieben, das einer Luftspiegelung gleicht, wobei der eine Teil davon den anderen zerschmettert. Ins Feuer werden sie dann hintereinander hinabfallen. Dann werden die Christen ausgerufen und gefragt: Wen habt ihr angebetet? Sie werden sagen: Wir haben Christus, den Sohn Allahs angebetet! Die Antwort wird lauten: Ihr lügt! Allah hat Sich niemals eine Gefährtin oder einen Sohn genommen. Was wollt ihr denn? Die Christen werden sagen: Wir sind durstig, o unser Herr, gib uns etwas zum Trinken! Ihnen wird dann eine bestimmte Richtung gewiesen. Wenn sie dort gehen, werden sie ins Höllenfeuer getrieben, das einer Luftspiegelung gleicht, wobei der eine Teil davon den anderen zerschmettert. Ins Feuer werden sie dann hintereinander hinabfallen.
Danach werden nur diejenigen übrigbleiben, die Allah angebetet hatten, seien sie Wohl- oder Übeltäter. Zu diesen wendet sich dann der Herr der Welten in einer unerkennbaren Form, und zwar einer Form anders als der, die sie zuvor wahrgenommen hatten. Zu ihnen wird dann gesagt: Was erwartet ihr? Jede Gemeinde soll dem folgen, was sie anzubeten pflegte! Sie werden sagen: Wir entfernten uns von den Menschen im irdischen Leben trotz unserem dringenden Bedarf an ihrer Hilfe und Freundschaft. Allah wird dann zu ihnen sagen: Ich bin euer Herr. Da werden sie sagen: Wir nehmen bei Allah Zuflucht vor dir. Wir stellen Allah niemals etwas zur Seite. Und sie werden diese Aussage zwei- oder dreimal wiederholen, bis einige von ihnen fast dabei waren, eine Kehrtwendung zu vollziehen. Allah wird dann sagen: Gibt es ein Zeichen zwischen euch und Ihm, durch das ihr Ihn erkennen könnt? Sie werden erwidern: Ja! Da wird die Wade entblößt. Es bleiben jetzt niemanden von denen übrig, die sich freiwillig vor Allah niederwarfen, ohne dass Allah ihm erlaubt, sich vor Ihm niederzuwerfen. Diejenigen, die sich niederwarfen aus Angst vor Menschen oder, um von ihnen angesehen zu werden, werden bestraft, indem Allah ihren Rücken zu einem nicht biegsamen Stück machen wird. Immer wieder wenn sie versuchen, sich niederzuwerfen, fallen sie nach hinten auf den Rücken hin. Dann werden sie ihre Köpfe heben und Allah sehen, der ihnen in jener Form erscheinen wird, in der sie Ihn erstmals gesehen haben. Er wird sagen: Ich bin euer Herr. Sie werden erwidern: Ja, Du bist unser Herr. Danach wird die Brücke über das Höllenfeuer gelegt und das Einlegen von Fürsprache wird erlaubt. Da werden sie sagen: O Allah, rette uns! Rette uns! Da fragte ein Mann: O Gesandter Allahs! Was ist diese Brücke? Der Prophet erwiderte: Diese ist aus schlüpfrigem Schlamm, auf der sich Haken, Zangen und Stacheln befinden. Ähnliche Stacheln sind in Nagd zu finden mit dem
Namen As-Sa`dan. Die Gläubigen werden passieren wie das Augenzwinkern, wie der Blitz, wie der Wind, wie die Vögel, wie die schnellen Pferde und wie andere Reittiere. Einige werden gerettet und in Sicherheit gebracht, andere werden zerkratzt und freigelassen und andere werden ins Höllenfeuer geworfen. Schließlich werden die Gläubigen vom Feuer gerettet. Bei Dem, in Dessen Hand mein Leben ist, es gibt niemanden unter euch, der Allah so eifrig für die Rechte seiner Brüder, die sich im Höllenfeuer befinden, anfleht, wie die Gläubigen am Tage der Auferstehung. Sie werden sagen: O unser Herr! Sie fasteten, beteten und vollzogen die Pilgerfahrt mit uns. Zu ihnen wird dann gesagt: Bringt diejenigen, die ihr kennt, (aus dem Höllenfeuer) heraus! So werden diese Leute dem Höllenfeuer verwehrt; und sie werden eine große Anzahl von Leuten herausbringen, die vom Feuer teilweise verzehrt wurden, einige bis zur Mitte ihrer Beine und einige bis zu ihren Knien. Die Gläubigen werden dann sagen: O unser Herr! Niemand ist übriggeblieben von denen, die Dein Befehl betrifft. Allah wird sagen: Kehrt zurück und bringt diejenigen heraus, die in ihren Herzen das Gewicht eines Dinars an Gutem haben! Sie werden viele Leute aus der Hölle herausbringen und sagen: O unser Herr, wir ließen niemanden übrigbleiben, den Dein Befehl betrifft. Darauf wird Allah sagen: Kehrt zurück und bringt diejenigen heraus, die in ihrem Herzen das Gewicht eines Halbdinars an Gutem haben! So werden sie viele Leute herausbringen und sagen: O unser Herr, wir ließen niemanden von denen übrigbleiben, die Dein Befehl betrifft. Allah wird dann sagen: Kehrt zurück und bringt heraus diejenigen, die in ihrem Herzen das Gewicht eines Stäubchens an Gutem haben. So bringen sie viele Leute heraus und sagen: O unser Herr, wir ließen niemanden darin, der in seinem Herzen Gutes hat. Abu Sa`id Al-Khudriy sagte: Wenn ihr mir nicht glaubt, dann lest – wenn ihr wollt – diesen Vers
Allah handelt ja nicht unrecht im Gewicht eines Sonnenstübchens, und wenn es eine gute Tat ist, vervielfacht Er sie und gibt von Sich aus gewaltige Belohnung.
(Der Prophet spricht weiterSmile Allah, Erhaben und Mächtig sei Er, wird dann sagen: Die Engeln, die Propheten und die Gläubigen haben ihre Fürsprache eingelegt. Nur der Barmherzigste der Barmherzigen hat das noch nicht getan. Und so greift Er eine Handvoll aus dem Feuer und bringt eine Gruppe von Leuten heraus, die nie etwas Gutes getan haben, und zu Aschen geworden sind. Allah wirft sie dann in einen Fluss im Paradies, den man (Fluss des Lebens) nennt. So werden sie wachsen wie die Samenkörner im Schlamm, den die Flut mitbrachte. Man kann sie in der Nähe von Steinen oder Bäumen sehen. Diese, die in der Sonne wachsen, sind gelb, und die, die im Schatten wachsen, sind weiß. Da sagten die Leute: O Gesandter Allahs, es sieht so aus, als wärst du als Hirt in der Wüste tätig! (Der Prophet spricht weiterSmile Sie sehen wie die Perlen aus, wenn sie herauskommen, und haben Siegelstempel auf ihren Hälsen. Die Paradiesbewohner werden sie (dadurch) erkennen und sagen: Diese sind diejenigen, die von Allah gerettet wurden. Allah lässt sie ins Paradies eintreten, obwohl sie nichts an Gutem vorausgeschickt haben. Allah wird dann sagen: Tretet ins Paradies ein! Was ihr darin seht, ist euch zuteil. Sie werden sagen: O unser Herr, Du hast uns gegeben, was Du keinem anderen auf der Welt gegeben hast. Allah sagt: Ich habe für euch noch etwas Besseres. Sie sagen: O unser Herr, und was ist es? Er wird erwidern: Mein Wohlgefallen; und Ich werde auf euch danach nie zornig werden. Sahih Muslim: 269

Ya Allah mach uns standhaft und leite uns den graden weg Amin
Frieden und Segen seien auf unserem Propheten Muhammed Sas

Salambox

Tod am Flughafen löst Debatte um Elektroschocker aus

Tod am Flughafen löst Debatte um Elektroschocker aus (Foto: dpa)

Foto: dpa

New York/Vancouver (dpa) – Der Tod eines polnischen Einwanderers am Flughafen von Vancouver hat in Kanada eine Debatte um den Einsatz von Elektroschockpistolen ausgelöst. Der verwirrte oder aufgeregte Mann war Mitte Oktober von der Polizei mit einem sogenannten Taser angeschossen worden und kurz darauf gestorben.

Video: Mann stirbt nach Taser-Einsatz

Ein erst jetzt veröffentlichtes Video zeigt, dass die Beamten die umstrittene Waffe schon 46 Sekunden nach ihrem Eintreffen einsetzten, obwohl sie nicht von dem Mann bedroht wurden.

US-Medienberichten vom Freitag zufolge fordert Amnesty International einen grundsätzlichen Verzicht auf die Waffe, der kanadische Sicherheitsminister Stockwell Day kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an. Seit Juli 2003 sind laut «New York Times» in Kanada 18 Menschen gestorben, nachdem sie von einem Schuss aus der Elektroschockpistole getroffen wurden, in den USA waren es 280 Fälle seit 2001.

Bilder: Tragischer Tod durch Elektroschock-Pistole

In Deutschland hat die Bundesinnenministerkonferenz im vergangenen Jahr empfohlen, in allen Bundesländern für die Spezialeinsatzkommandos der Polizei Taser anzuschaffen. Die Waffe, die dem Opfer mit Nadelelektroden einen kurzen, heftigen Elektroschock versetzt, gilt als nicht tödlich.

Zu dem Vorfall in Vancouver war es gekommen, weil der aus Polen kommende Mann nach einer zehnstündigen Einreise-Prozedur seine Mutter am Flughafen nicht mehr finden konnte. Er geriet in Panik, begann auf Polnisch zu schreien und warf am Schluss mit einem Stuhl um sich. Die herbeigerufenen Polizisten gaben dem Video zufolge mindestens zwei Schüsse ab, 68 Sekunden nach ihrem Eintreffen lag der Mann regungslos am Boden. Die Polizei hatte das von einem Mitreisenden gedrehte Video zunächst beschlagnahmt, nach der Androhung juristischer Schritte jedoch wieder herausgegeben.

Der Generalsekretär von Amnesty International in Kanada, Alex Neve, erklärte: «Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Taser früher benutzt wurde, als es die Situation erforderlich machte.» Nach einem Bericht der kanadischen Zeitung «Globe and Mail» hatte eine Mitreisende unmittelbar vorher noch versucht, den Mann zu beruhigen. «Alles, was der Mann brauchte, war ein Dolmetscher», sagte sie. «Er war für niemanden eine Gefahr.»

Dpa, 16.11.2007

Goethe war Muslim!

GOETHE WAR MUSLIM!!!
 
 
Der folgende Text beinhaltet ausschliesslich Teile aus einem Vortrag vom 30. April 1964, der von Dr. phil. habil. Katharina Mommsen, Privatdozentin an der Freien Universität Berlin und Mitglied der Goethe-Gesellschaft Stuttgart, auf Einladung der Ortsvereinigung Stuttgart gehalten wurde, ferner in Berlin, Kairo und Alexandria:

Das Verhältnis Goethes zum Islam und zu Mohammed [F.s.m.i.]*, seinem Begründer, hat so viel merkwürdig interessante Seiten, dass es sich sehr wohl lohnt, es genauer zu betrachten. Für den Islam hat Goethe eine ganz ungewöhnliche innere Anteilnahme gezeigt, mehr als für jede ausserchristliche Religion. Diese Anteilnahme bekundete sich zu den verschiedensten Zeiten seines Lebens. Schon als 23jähriger dichtete Goethe ein wundervolles Preislied auf den Propheten Mohammed (F.s.m.i.)*, und noch der 70jährige Dichter bekennt in aller Öffentlichkeit, dass er sich mit dem Gedanken trage, „ehrfurchtsvoll jene heilige Nacht zu feiern, wo der Koran vollständig dem Propheten von obenher gebracht ward". Dazwischen liegt ein langes Leben, in welchem der Dichter auf verschiedenartigste Weise dem Islam seine Verehrung bezeugt hat. Vor allem geschah dies in dem Werk, das uns heute, neben dem „Faust", als eins seiner wesentlichsten dichterischen Vermächtnisse gilt: im „West-östlichen Divan" . Eine von Goethe verfasste Ankündigung dieses Werkes enthält sogar den erstaunlichen Satz: der Verfasser des Buches lehne „den Verdacht nicht ab, dass er selbst ein Muselmann sei."[…] In Goethes Epoche zeichneten sich Bestrebungen ab, den Islam freier und unvoreingenommener zu betrachten. als es jahrhundertelang üblich gewesen war. […] Was aber Goethe betrifft, so bestimmte sich seine Einstellung zum Islam – und dies ist das Entscheidende – von Anfang an nicht allein, nicht ausschliesslich aus der Haltung einer fortschrittlichen Aufklärung mit ihren Toleranzbestrebungen und ihren Bemühungen, Fehlurteile der Vergangenheit auszuräumen. Goethe trat vielmehr zu Mohammed (F.s.m.i.)* und seiner Religion in ein viel persönlicheres Verhältnis. Darum gehen seine Äusserungen über den Islam in ihrer provokatorischen Gewagtheit weit über alles bisher in Deutschland Dagewesene hinaus. […] Schon früh erwachte in Goethe eine ausgeprägte Liebe für die Welt des Orients. Er suchte sich über diese zu informieren, soweit ihm das nur möglich war . Das erste uns erhaltene Zeugnis seiner Beschäftigung mit dem Islam stammt vom Juni 1772. Es findet sich in dem berühmten Brief an Herder […]. Am Ende […] steht dann der Satz: „Ich möchte beten wie Moses im Koran: Herr mache mir Raum in meiner engen Brust." Goethe zitiert damit die 20. Sure des Korans, was inhaltlich gemeint ist, wird verständlicher, wenn man die Fortsetzung jenes Spruches liesst, wie Goethe sie damals etwa gleichzeitig notierte in seinen Koran-Auszügen, von denen wir noch sprechen werden. Da heisst es: „O mein Herr mache mir Raum in meiner engen Brust. Mache mir auch mein Geschäft leicht. Löse auch das Band von meiner Zunge." […] Goethe hatte ein sehr starkes Empfinden für die sprachliche Schönheit des Korans. Noch in hohem Alter pries er die Schönheit in den Noten und Abhandlungen zum Divan, wo er sagt: „Der Stil des Koran ist … streng, gross, furchtbar, stellenweis wahrhaft erhaben." Wenn man Goethes Ausdrucksweise kennt, so weiss man, dass die Worte „wahrhaft erhaben" zu den höchsten Prädikaten gehören, mit denen er ein sprachliches Denkmal auszeichnen konnte. Dass der junge Goethe in jener Zeit den Koran gründlich studierte – er scheint damals auch erste Versuche in der Aneignung arabischer Sprache und Schrift unternommen zu haben – verraten uns eine Anzah1 von Blättern mit eigenhändigen Auszügen aus der Megerlinischen Übersetzung und aus dem lateinischen Koran des Maracci, die sich bis heute erhalten haben. Goethe schrieb hier eine grössere Anzahl von Versen nieder aus zehn verschiedenen Suren. Was er notiert, ist sehr aufschlussreich. Wir erkennen erstmals etwas von denjenigen Aspekten der islamischen Religionslehre, die Goethe als seinem eigenen Denken verwandt betrachtete. Zunächst ist hier zu erwähnen die ganz Goethesche Grundüberzeugung, dass Gott sich in der Natur offenbare. Zweifellos im Hinblick auf diese eigene Überzeugung notiert sich Goethe folgende Koran-Verse: „Gott gehöret der Aufgang und der Niedergang der Sonnen, und wohin ihr euch wendet, ist Gottes Angesicht da". „Er hat Zeichen genug seiner Einigkeit und Gütigkeit, vor die Völcker, so sie mit Aufmercksamkeit betrachten wollen." (Sure 2). In den letzten Worten spiegelt sich auch die Lehre von der Einheit Gottes wider, und vor allem dies ward nicht von ungefähr in Goethes Notizen festgehalten. Denn gerade das nachdrückliche Verkünden dieser Lehre hat der Dichter stets als ein besonderes Verdienst des Propheten Mohammed (F.s.m.i.)* angesehen. Davon werden wir noch zu sprechen haben.
Andere Verse des Korans, die Goethe sich damals aufschrieb, beziehen sich auf ein Thema, das vor allem den jungen Goethe viel beschäftigte: nämlich dass Gott nicht durch einen, sondern durch viele Mittler zur Menschheit gesprochen hat und weiter spricht. (Sure 3) „So ist auch Mahomed*** unter euch nichts als ein Gesandter, und sich auch schon viele Gesandte vor ihm gestorben. Wenn er nun auch sterben sollte: wolltet ihr desswegen auf euern Fersen zurücktreten?" „Gott ist auch nicht geneigt, dass er auch bekannt mache, was ein Geheimnis ist, sondern er erwählt einige von seinen Gesandten, welche er will: dass sie, (die Menschen), glauben und an seinen Gesandten."
Goethes Koranauszüge verraten aber des weiteren ein besonderes Interesse des Dichters an der Wirkungsweise Mohammeds [F.s.m.i.]* und an seiner Stellung innerhalb eines bestimmten Volkes. So notiert sich Goethe folgende Worte des Korans (aus Sure 29): „Zeichen stehen bey Gott, ich binn nur ein offenbaarer Prediger"; und aus Sure 13: „Weiter sagen einige Ungläubige von dir: Ist dann nicht ein Wunderzeichen von seinem Herrn über ihn herabgeschickt worden. Doch du bist nur ein Prediger und ist in einem jeden Volk sein Lehrer zur Unterweisung gegeben worden." Für diesen letzten Koran-Vers hat Goethe nachweislich zeitlebens eine besondere Vorliebe gehabt. Er zitiert ihn noch 1819 in einem Brief an einen jungen Gelehrten. „Es ist wahr, was Gott im Koran sagt: Wir haben keinem Volck einen Propheten geschickt, als in seiner Sprache!" Und in einem Brief an Carlyle vom Jahre 1827 wird abermals dies Koran-Zitat angeführt,wenn es dort heisst: „Der Koran sagt: Gott hat jedem Volcke einen Propheten gegeben in seiner eignen Sprache." Dieselben Worte wiederholt Goethe auch in einem Aufsatz aus dem Jahre 1828. […] Die Koranstudien des Jahres 1772 hatten nun aber eine ausserordentlich wichtige Folge. Sie inspirierten Goethe dazu, ein grosses Projekt zu einer Tragödie ins Auge. zu fassen, deren Titel „Mahomet" sein sollte. Dieser Tragödienplan ist zwar nicht zur Ausführung gekommen, doch hat Goethe einige Kernpartien niedergeschrieben, die wir noch heute besitzen. Schon bezüglich dieser Partien ist aber zu sagen, dass sie die bedeutsame Huldigung darstellen, die jemals ein Dichter in Deutschland dem Begründer des Islam dargebracht hat. Im Zusammenhang unserer Betrachtungen sind diese Tragödienfragmente von Wichtigkeit, weil bereits in ihnen Wesentliches wirklich sichtbar wird von dem, was Goethe persönlich am Islam so stark interessiert hat. Zwei Aspekte treten hier sehr deutlich hervor.
Einmal war es die Gestalt des Propheten Mohammed [F.s.m.i.] selbst, zum anderen eine der von ihm ausgesprochenen Lehren, wodurch Goethes Anteilnahme schon jetzt in der Jugend geweckt wurde.
[…] Innerhalb der erhaltenen Fragmente war es besonders das berühmte Preislied "Mahomets Gesang" (ursprünglich gedichtet als Wechselgesang zwischen Ali und Fatima), das die Anteilnahme an der Gestalt Mohammeds [F.s.m.i.] zum Ausdruck brachte. Goethe schrieb es im Frühjahr 1773 nieder, nachdem er alle nur erreichbare Literatur über Mohammed [F.s.m.i.] studiert hatte. In diesem Preislied stellt Goethe das Wesen des Religionsstifters, eines geistigen Führers der Menschheit, darunter dem Bilde des Stroms. Das Gleichnis dient ihm zur Schilderung der von kleinsten Anfängen ausgehenden, dann ins Riesenhafte wachsenden geistigen Macht, ihrer Ausweitung und Entfaltung, mit dem glorreichen Abschluss der Einmündung in den Ozean, der hier zum Symbol der Gottheit wird. Dabei liegt. dem Bild vor allem die Vorstellung zugrunde: der religiöse Genius nimmt die anderen Menschen als seine Brüder mit, er reisst sie mit sich fort, wie der grosse Strom die kleineren Bäche und Flüsse auf seinem Wege zum Meer mit sich führt. Gerade dies Motiv ist mit besonderem Nachdruck. ausgestattet.
[…] Auf die Lehre von der Einigkeit Gottes hat der Dichter immer den grössten Wert gelegt, und wenn wir von seinem Verhältnis zum Islam sprechen, so werden wir in der Einheitslehre einen Hauptpfeiler zu erkennen haben, auf dem seine Sympathie mit dem Islam beruhte.
[…] Halten wir fest: einmal die gesamte Gestalt des Propheten, zum anderen seine Lehre von der Einheit Gottes haben Goethe vor allem am Islam interessiert, seit er in der Jugend mit dem Plan einer Mahomet-Tragödie umging.
[…] „Alles was das Genie über die Menschen vermag" – diese Worte zeigen nochmals, wie sehr für Goethe das ihm wichtige Phänomen des geistigen Erziehers, des auf Menschen einwirkenden religiösen Führers mit der Persönlichkeit Mohammeds [F.s.m.i.] verbunden war.

 

[…] Ich möchte mich jetzt noch einem anderen Gebiet zuwenden, auf dem sich eine besonders enge Verknüpfung zwischen Goethes eigener Weltanschauung und dem Islam feststellen lässt.
Bekanntlich eignete Goethe eine starke Hinneigung zum Determinismus. Dies hatte zur Folge, dass er mit einer der Hauptlehren der muslimischen Religion übereinstimmte: der Lehre von dem eigentlichen "Islam", der Ergebung in den Willen Gottes. Der Muslim ja an die Vorherbestimmung seines Schicksals durch Gott, er erachtet es als ein Gebot der Frömmigkeit, sich nicht gegen den Willen Gottes aufzulehnen.
[…] Es lässt sich nun beobachten, dass Goethe, besonders in späteren Jahren, von seiner Schicksalsergebenheit gern sprach unter Berufung des Islam. Hierfür einige Beispiele.
Während des Feldzuges in Frankreich (1792), an dem Goethe auf Wunsch seines Landesherrn teilnahm, geriet er zuweilen in Lebensgefahr. Über sein Verhalten in solchen Situationen erzählt der Dichter in der „Campagne in Frankreich": „Mir stellte sich, sobald die Gefahr gross ward, der blindeste Fatalismus zur Hand, und ich habe bemerkt, dass Menschen, die ein durchaus gefährlich Metier treiben, sich durch denselben Glauben gestählt und gestärkt fühlen. Die Mohammedanische Religion gibt hievon den besten Beweis."
Als im Jahre 1820 Goethes Schwiegertochter gefährlich erkrankte, schrieb der Dichter an einen Freund aus der gleichen Haltung heraus: „Weiter kann ich nichts sagen, als ich auch hier mich im Islam zu halten suche." Ähnlich äussert sich Goethe, als im Jahre 1831 die Cholera um sich gegriffen hatte. Er schreibt einer Rat suchenden Freundin folgendermassen: "Hier kann niemand dem andern raten; beschliesse was tun ist jeder bei sich. Im Islam leben wir alle, unter welcher Form wir uns auch Mut machen."
Und vier Wochen vor seinem Tod noch schreibt der 82jährige Dichter – als wiederum die Cholera die Menschen erschreckt: Hier am Orte und im Lande ist man sehr gefasst, indem man das Übel abzuwehren für unmöglich hält. Alle dergleichen Anstalten sind aufgehoben. Besieht man es genauer, so haben sich die Menschen, um sich von der furchtbaren Angst zu befreien, durch einen heilsamen Leichtsinn in den Islam geworfen und vertrauen Gottes unerforschlichen Ratschlüssen."
Wir erkennen hier, dass Goethe bewusst nach einer der Grundlehren des islamischen Glaubens wirklich gelebt hat, und dass er seine Freunde ausdrücklich auf diese Lehren hinwies.
[…] In Eckermanns Gesprächssammlung begegnen wir einem besonders aufschlussreichen und ausführlichen Lob des Islam. Goethe stellt hier wiederum die Determinationslehre heraus, als das Bedeutsamste, geht dann aber noch – dies ist ganz singulär – auf die dialektische Schulung der Muslimi[e]n** ein, um auch an ihr die Vorzüge des Islam aufs höchste zu preisen.
[…] Lebendige Eindrücke während der Befreiungskriege gegen Napoleon trugen viel dazu bei, Goethe in seiner Achtung gegenüber der Muslimi[e]n** zu bestätigen und seine Gedanken auf eine mögliche Annäherung der Religionen zu lenken. Damals kamen unter den verbündeten russischen Truppen auch muslimische Soldaten und Offiziere nach Weimar. Goethe benutzte die Begegnung mit ihnen zu persönlichen Kontakten. Er freute sich, wie er an seinen Freund Trebra schreibt, ihrer „besonderen Gunst". Man tauschte Geschenke untereinander und wiederholt verzeichnet das Tagebuch muslimische Gäste in seinem Haus.
[…] Goethe nahm persönlich an einem muslimischen Gottesdienst in Weimar teil. Von diesem Gottesdienst ging nicht nur auf den Dichter, sondern auch auf viele Menschen in seiner Umgebung eine grosse Wirkung aus. Goethe berichtet, dass im Anschluss daran sich mehrere religiöse Damen von der Bibliothek den Koran erbaten. Über das Ereignis selbst schreibt er im Januar 1814 an Trebra: „Da ich von Weissagungen rede, so muss ich bemerken, dass zu unserer Zeit Dinge geschehen, welche man keinem Propheten auszusprechen erlaubt hätte. Wer durfte wohl vor einigen Jahren verkünden, dass in diesem Hörsaale unseres protestantischen Gymnasiums mahometanischer Gottesdienst werde gehalten und die Suren des Korans würden hergemurmelt werden, und doch ist es geschehen, wir haben der baschkirischen Andacht beigewohnt, ihren Mulla geschaut, und ihren Prinzen im Theater bewillkommt."
Goethe hatte sich gerade einige Monate zuvor wieder einmal mit dem Koran befasst, nachdem ihm Weimarische Soldaten aus dem Krieg in Spanien ein handschriftliches Blatt eines arabischen Kodex mitgebracht hatten. Er liess es sich von Lorsbach, einem Orientalisten der Universität Jena, übersetzen: es war die 114., die letzte Sure des Korans. Der Dichter versuchte. Das schöne Blatt zu kopieren. Mehrere solcher Versuche von seiner Hand sind erhalten geblieben.
Kurz darauf entstanden die ersten Gedichte des „West-östlichen Divan", des Werks, das nun ganz und gar hineingestellt ist, in die Gedankenwelt und die Atmosphäre des Islam. Es mag uns jetzt deutlich geworden sein, dass dies Werk gar nicht hätte entstehen können ohne jenes positive Verhältnis Goethes zum Islam, wie es sich seit den Jugendjahren des Dichters herausgebildet hatte.
[…] Im übrigen ist der „West-östliche Divan" auch unmittelbar sehr stark beeinflusst durch erneute Beschäftigung des Dichters mit der Persönlichkeit des Propheten.
Denn neben den vielen sonstigen orientalischen Quellenwerken, die Goethe zu seinen Gedichten anregten, stehen mit an vorderster Stelle: der Koran, die Sunna, d.h. die mündliche Überlieferung des Prophetenworts, sowie verschiedene Mohammed [F.s.m.i.]- biographien.

Einige Beispiele seien hier angeführt. Eine Stelle des Koran liegt dem folgenden, besonders bekannten Divan Vierzeiler zugrunde:
„Gottes ist der Orient!
Gottes ist der Occident!
Nord-südliches Gelände
Ruht im Frieden seine Hände."
Dies Gedicht leitet die Gruppe der „Talismane" ein, die im „Buch des Sängers" steht. Noch ein weiterer Vierzeiler dieser Gruppe beruht auf dem Koran, und zwar auf der 1. Sure:
„Mich verwirren will das Irren;
Doch du weisst mich zu entwirren.
Wenn ich handle, wenn ich dichte,
Gib Du meinem Weg die Richte."
Einen Vers aus der 16. Sure des Koran nachgebildet sit ein weiteres Spruchgedicht aus dem „Buch des Sängers":
„Er hat uns die Gestirne gesetzt
Als Leiter zu Land und See;
Damit ihr euch daran ergetzt,
Stets blickend in die Höh."
Aus allen diesen Gedichten klingt bereits mehr oder weniger offenkundig heraus das Thema von der Leitung unseres Schicksals durch den Willen Gottes, das für die Goethe eine so grosse Bedeutung für Goethe hatte, wie wir sahen. Immer wieder wird im „West-östlichen Divan" auf diese religiöse Überzeugung angespielt. So z.B. in den Versen eines Gedichts aus dem „Buch der Sprüche":
„Der Herr der Schöpfung hat alles bedacht.
ein Loos ist gefallen, verfolge die Weise,
Der Weg ist begonnen, vollende die Reise."

[…] Angeregt durch die 2. Sure des Koran sind die folgenden Verse, die wiederum einen Lieblingsgedanken Goethes ausdrücken: dass Gott sich in den Naturerscheinungen spiegele, dass er ihnen erkennbar sei:
„Sollt´ ich nicht ein Gleichnis brauchen
Wie es mir beliebt?
Da uns Gott des Lebens Gleichnis
In der Mücke gibt."
Das wird dann wiederum abgewandelt in:
„Sollt´ ich nicht ein Gleichnis brauchen
Wie es mir beliebt?
Da mir Gott in Liebchens Augen
Sich im Gleichnis gibt."
Im Vierzeiler aus dem „Buch des Sängers" wird Gott abermals als der Eine, Einzige gepriesen, sowie als der Schicksalbestimmende. Dann aber erscheint hier noch ein weiterer, für Goethe gleichfalls bedeutsamer Aspekt:
„Er der einzige Gerechte
Will für jedermann das Rechte.
Sei, von seinen Hundert Namen,
Dieser hochgelobet! Amen."
Kenner des Divan werden sich erinnern, dass auch eins der grossen Suleika-Gedichte mit einer Anspielung auf diese hundert Namen Allahs schliesst:
„Und wenn ich Allahs Namenhundert nenne,
Mit jedem klingt ein Name nach für dich."

[…] Ausser der Determinationslehre und der islamischen Gottesauffassung war es – so hätten wir festgestellt – die Persönlichkeit des Propheten Mohammed [F.s.m.i.] selbst, für die sich Goethe erwärmte. Auch dafür bietet der „West-östliche Divan" reichlich Zeugnisse. Hier wäre vor allem das gesamte „Buch des Paradieses" zu nennen, worin die Gestalt des Propheten ja in vielfältiger Weise beleuchtet wird.
Sehr ausgiebig befasste Goethe sich aber auch in den „Noten und Abhandlungen zu besserem Verständnis des West-östlichen Divans" mit Mohammed [F.s.m.i.]. Ähnlich wie schon in seiner Jugend beschäftigt ihn wiederum das Wesen des Religionsstifters, des Propheten als solchem. Ähnlich und doch ganz anders.
[…] Aber auch auf jene andere Lehre von der Ergebung in den Willen Gottes lenkt Goethe immer wieder die Aufmerksamkeit. Wenn er z.B. im Kapitel „Künftiger Divan" andeutet, wie er sein ihm noch „unvollkommen" erscheinendes Werk zu erweitern beabsichtigt, so charakterisiert er eine bestimmte noch zu beschreibende Gattung von Gedichten wie folgt: Sie sollten darstellen „die wunderbaren Führungen unf Fügungen, die aus erforschlichen Ratschlüssen Gottes hervorgehen; sie würden „lehren und bestätigen den eigentlichen Islam, die unbedingte Ergebung in den Willen Gottes, die Überzeugung, dass niemand seinem einmal bestimmten Loose ausweichen könne." Wir sehen: der Dichter hatte das Gefühl, von diesem ihm so lieben Thema des „eigentlichen Islam" noch zu wenig gesagt zu haben. Auf diesem Gebiet konnte er sich offenbar nie genug tun. […]
Weitere Beispiele zu diesem Thema finden wir in der Broschüre „War Goethe ein Muslim? – Unbekannte Überzeugung des deutschen Dichters", herausgegeben vom „Islamischen Zentrum für Da´wa und Information":
Gott ist nur Einer!: In Anlehnung an Sure 112 verneint Goethe in aller Klarheit die Sohnschaft Jesu [F.s.m.i.] und berührt den Glaubensinhalt des Qur´an, indem er schrieb:
„Gott ist nur Einer,
Ein einziger, reiner,
Hat nicht gezeugt,
Und ihn gezeugt hat keiner."
Die Allmacht Allahs: Goethe bekräftigt ebenfalls ohne Herumrederei den grossen Sinn des Qur´an Verses 42:49 (gelesen: Sure 42, Vers49) durch folgende wenige Worte (aus dem „Buch des Unmuts":
„Hätt´Allah mich bestimmt zum Wurm,
So hätt´er mich als Wurm geschaffen."

Das Buch der Bücher!: Auch folgende Zeilen zeigen deutlich, dass Goethe einen ziemlich weiten Überblick über den Qur´an hatte. In Übereinstimmung mit dem Qur´an-Vers 5:48 sagte er (in „das Schenkenbuch"):
„Ob der Koran von Ewigkeit sei?
Darnach frage ich nicht!…
Dass er das Buch der Bücher sei
Glaub´ ich aus Mosleminen-Pflicht."
Gottergebenheit:
Islam ist das arabische Wort für Gottergebenheit und ist in zahlreichen Suren anzutreffen.
Ob Goethe arabische Sprachkenntnisse oder ein klares Verständnis des Buches Allahs hatte, zeigen folgende gereimte Zeilen (aus dem „Buch der Sprüche":
„Närrisch, dass jeder in seinem Falle
Seine besondere Meinung preist!
Wenn Islam Gott ergeben heisst,
Im Islam leben und sterben wir alle."

Jesu Wille!:
Die qur´anischen Angaben betonen die menschliche Natur Jesu und seiner Mutter, Friede sei auf beiden. Im Sinne der beiden Qur´an-Verse 3:59 und 5:116 verfasste Goethe folgende Zeilen aus dem Nachlass- Gedicht „Süsses Kind, die Perlenreihen":
„Jesus fühlte rein und dachte
Nur den Einen Gott im Stillen;
Wer ihn selbst zum Gotte machte
Kränkte seinen heiligen Willen.

Und so muss das Rechte scheinen
Was auch Mahomet gelungen;
Nur durch den Begriff des Einen
Hat er alle Welt bezwungen."

Es gibt viel mehr Beispiele, um Goethes islamische Denken zu illustrieren. Dazu möchte ich einige Textstellen aus dem „West-östlichen Divan" zitieren. Im „Buch des Unmuts" finden wir in der letzten Strophe des Gedichts „Wanderers Gemütsruhe" folgende Worte":
„Sonst, wenn man den heiligen Koran citierte,
Nannte man die Sure, den Vers dazu,
und jeder Moslem, wie sich´s gebührte,
Fühlte sein Gewissen in Respekt und Ruh."

Erneut finden wir den Ausdruck „heiliger Koran". Das zeigt, dass Goethe den Qur´an als Wort Gottes akzeptiert hat. Mit diesem Gedicht schildert er die Vorgehensweise beim Qur´an-Zitat.
Zum Thema der zahlreichen Überlieferungen des Evangeliums schreibt der Dichter folgende Verse aus dem „Buch der Parabeln":
„Vom Himmel steigend Jesus bracht´
Des Evangeliums ewige Schrift,
Den Jüngern las er sie Tag und Nacht;
Ein göttlich Wort, es wirkt und trifft.
Er stieg zurück, nahm´s wieder mit;
Sie aber hatten´s gut gefühlt,
Und jeder schrieb, so Schritt vor Schritt,
Wie er´s in seinem Sinn behielt,
Verschieden."

* „Friede sei mit ihm" – arabische Lobpreisungsformel für Propheten. Die Muslime setzen diesen Kürzel hinter die Namen der Propheten.
** „Muslimien" ist der Plural von „Muslim"; die Autorin schreibt „Muslimin". Aber diese Schreibweise kann man mit der femininen Form „die Muslimin" verwechseln. Daher fügt der Redakteur ein „e" hinzu, um Missverständnisse zu unterbinden.
[…] wegen Platzgründen gekürzte Textstellen. Das Original der Rede ist um einiges umfangreicher.
***„Mahomet" ist die damals gebräuchliche frz. Form von „Muhammed".
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Die Menschen schlafen! Dann, wenn sie sterben, erwachen sie!