Category: Das Gebet


Das Totengebet ist für die Muslime ein Gemeinschaftsgebet.
Das bedeutet, dass man es nicht alleine verrichtet, sondern
mit einer Gruppe von Muslimen.

Ablauf des Gebetes

Das Gebet enthält vier Tekbir (Allahu akber – Allah ist der größte).
Dazu werden die Hände an die Ohren gehoben und der Tekbir gesprochen.
Das besondere beim Totengebet ist, dass es nur im Stehen verrichtet wird.
Man geht beim Totengebet nicht in die Ruku und Niederwerfung.

Die Leiche liegt aufgebahrt vor der Gemeinde.

Der Tote darf kein Schahid (Märtyer) sein.

Wenn der Vorbeter (Imam oder Hoca) den Tekbir spricht,
tut das die Gemeinde ihn nach. Nun liest jeder für sich die Al-Fatiha Sure.

Der Imam hebt danach die Hände und spricht den zweiten Tekbir.
Die Gemeinde folgt ihn dabei wieder.
Danach spricht jeder für sich die Segenswünsche (Dua) al-salavat.

Nun hebt der Imam zum dritten mal die Hände und spricht wieder mit lauter Stimme den dritten Tekbir. Die Gemeinde folgt ihn wieder.
Nun spricht jeder für sich ein Dua für den Toten.
Dieses Dua kann in etwa lauten, dass man Allah bittet, ER möge den Verstorbenen seine Sünden vergeben und
das ER ihn ins Paradies eingehen lässt.

Der Imam hebt danach zum vierten und letzten mal die Hände zu den Ohren und spricht den Tekbir. Die Gemeinde folgt ihn wieder dabei.
Nun spricht jeder für sich selber ein Dua,
dass aber für ihn selber und für die muslimische Gemeinde ist.

Nach der Dua wendet der Imam und die Gemeinde folgt ihm nach,
das Gesicht nach rechts und spricht dabei den Selam-Gruß.
Anschließend dreht er seinen Kopf nach links (die Gemeinde folgend)
und spricht wiederum den Selam-Gruß.
Das Totengebet ist nun beendet.

Das Totengebet:

Der Imam stellt sich mit dem Gesicht nach Mekka so am Sarg des verstorbenen Mannes hin, daß er etwa hinter der Mitte des Körpers steht, bei Frauen jedoch hinter dem Oberkörper. Die übrigen Gäste stellen sich wie bei allen Gebeten üblich in Reihen hinter den Imam.

Die Hände werden bis in Kopfhöhe erhoben:

Allahu Akbar
(Gott ist der Größte)
Aschhadu-alla ilaha
(Ich bezeuge, daß es keinen Gott gibt außer Gott)
illa-llah
(außer Gott)
Aschhadu-anna Muhammadan rasulu
(Ich bezeuge , daß Mohammed der Gesandte)
llah
(Gottes ist.)
Allahu Akbar
(Gott ist der Größte)
Allahumma salli ala Muhammadin
(O Gott, segne Muhammed und nimm)
wa ala alihi
(ihn in Dein Schutz)
Allahu Akbar
(Gott ist der Größte)
Allahumma-ghfir lillmuminina
(Unser Herr, verzeihe den Gläubigen,)
wa-l muminat
(Männern und Frauen.)
Allahu Akbar
(Gott ist der Größte)
Allahumma-ghfir
(Unser Gott)
lihada-l- majjit
(verzeihe diesem Toten.
lihadihil majjit
(verzeihe dieser Toten)
Allahu Akbar
(Gott ist der Größte)

http://www.iphpbb.com/foren-archiv/2/102400/102400/das-totengebet-im-islam-33655528-5855-178.html

´Aisha (r) berichtete: Der Gesandte Allahs sallallahu ´alayhi wa sallam sagte: „Es gibt keinen (guten) Verstorbenen,
für welchen eine Gemeinde von hundert (guten) Muslimen das Totengebet verrichtet und Allah um Vergebung für ihn bittet,
deren Fürbitte nicht erhört werden würde.“ (Muslim)

Abu Huraira berichtete, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte:
„Wer immer mit einem Beerdigungszug eines Muslims zieht – nur weil er gläubig ist und mit dem Lohn Allahs rechnet – und sich dort solange aufhält, bis das Totengebet verrichtet und die Beerdigung vollzogen worden sind, der kehrt zurück mit einem zweiteiligen Lohn, wobei jeder Teil davon soviel wie der Berg von Uhud ausmacht. Wer jedoch das Totengebet verrichtet und vor der Beerdigung umkehrt, kehrt nur mit einem Teil davon zurück. „(Bu)

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Aufsatz über sujud as-sahw (Zusätzliche Niederwerfung wegen Unaufmerksamkeit)

Verfasst von Scheikh Muhammad ibn Salah al-Uthaimin,

mِge Allah ihm barmherzig sein!

Teil 3

 

3. Der Zweifel: 

 Der Zweifel (shakk) ist das Zögern zwischen zwei Sachen, welche ist geschehen. Auf den Zweifel bei den Gottesdiensten wird in drei Fällen nicht geachtet:

1.       Wenn es um eine bloße Einbildung ohne klare Zeichen geht, wie im Falle teuflischer Einflüsterungen.

2.       Wenn es einer Person immer vorkommt, so dass sie keinen Gottesdienst verrichten kann, ohne dabei Zweifel zu haben.

3.       Wenn es nach dem Vollzug der Gottesdienste vorkommt, dann muss man darauf nicht achten, insbesondere wenn man nicht ganz sicher ist. Darauf handelt man nur danach, wessen er gewiss ist. Ein Beispiel dafür:

Jemand betet al-dhuhr, und nach dem Vollzug des Gebets zweifelt er, ob er drei oder vier rak’aas verrichtet hat. Hier muss man auf diesen Zweifel nicht achten, es sei denn, man wird dessen gewiss, dass man nur drei rak’aas verrichtet hat. Dann muss man, wenn dazwischen nicht viel Zeit vergangen ist, das Gebet wie Folgendes vollenden: Vierte rak’aa nachverrichten, taslim machen, sujud as-sahw verrichten und dann noch mal taslim. Ansonsten, wenn man sich erst nach langer zeit daran erinnert, dann muss man das Gebet wiederholen. [Reihenfolge: Vollenden mit taslim, sujiud as-sahw, nochmal taslim]

 Ansonsten wird der Zweifel in anderen Fällen als den o. g. Fällen berücksichtigt.

Der Zweifel am Gebet lässt sich in nur zwei Fällen zusammenfassen:

  1.  Es überwiegt eine der beiden Möglichkeiten. Hier handelt man nach der überwiegenden Möglichkeit, setzt das Gebet danach fort, macht taslim, verrichtet sujud as-sahw und dann noch mal taslim. [Reihenfolge: Vollenden mit taslim, sujiud as-sahw, nochmal taslim]

Ein Beispiel dafür: Jemand verrichtet al-dhuhr und zweifelt an einer rak’aa, ob sie die zweite oder die dritte ist. Aber es überwiegt, dass sie die dritte ist. Hier hält man sie für die dritte und verrichtet dann eine vierte rak’aa. Dann macht man taslim, verrichtet sujud as-sahw und noch mal taslim.

Der Beweis dafür ist, was in den beiden sahih-Hadith-Sammlungen von al-Bukhari und Muslim im Hadith von Abdullah ibn Mas’ud, Allahs Wohlgefallen auf ihm, steht:  

"Der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, sagte: Wenn einer von euch am Gebet zweifelt, dann soll er das Wahrscheinlichste herausfinden und darauf das Gebet vollenden. Dann soll taslim machen und zwei sujuds verrichten." [Version al-Bukharis]

  1. Es überwiegt keine Möglichkeit. Hier baut man auf die sichere Anzahl gebeteter rak’aas – welche die kleinere ist. Darauf vollendet man das Gebet und verrichtet sujud as-sahw vor dem taslim am Ende des Gebets. [Reihenfolge: sujiud as-sahw, erst dann taslim]

Ein Beispiel dafür: Man betet al-‚asr und zweifelt an einer rak’aa, ob sie die zweite oder die dritte ist. Dabei überwiegt keine Möglichkeit. Hier hält man sie für die zweite, verrichtet das erste tashahud, dann zwei rak’aa und sujud al-sahw vor dem taslim.

Der Beweis dafür ist, was Muslim über Abi Sa’id al-Khudri überliefert:

"Der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, sagte: Wenn einer von euch an seinem Gebet zweifelt und nicht weiß, ob er drei oder vier rak’aas gebetet hat, dann soll den Zweifel beiseite lassen und drauf bauen, wovon er sicher ist. Dann muss er zwei sujuds vor dem taslim verrichten. Wenn er (in der Wirklichkeit) dann fünf rak’aas gebetet hat, dann haben diese (zwei sujuds) es ihm korrigiert. Wenn er aber vier rak’aas verrichtet hat, dann sind die eine Erniedrigung für den Teufel gewesen."

Weitere Beispiele für den Zweifelfall:

·         Wenn jemand das Gebet erst erreicht, während der Imam am ruku‚ ist, dann muss man takbirat al-ihram im Stehen verrichten und dann sich verbeugen. In diesem Fall gibt es drei Möglichkeiten:

1.       Man ist dessen gewiss, das man den Imam beim ruku‚ erreichet hat, bevor dieser sich davon erhoben hat, dann hat man die rak’aa erreicht und fällt die Rezitation von al-fatiha aus.

2.       Man ist dessen gewiss, dass der Imam sich vom ruku‚ erhoben hat, bevor man ihn erreicht hat, dann hat man die rak’aa nicht erreicht.

3.       Man hat Zweifel daran, ob man den Imam beim ruku‚ erreicht hat oder nicht:
Wen eine Möglichkeit überwiegt, dann handelt man danach und vollendet sein Gebet, indem man taslim macht, sujud as-sahw verricht und noch mal taslim macht. Wenn er nichts vom Gebet verpasst hat, dann hat man kein sujud a-sahw zu verrichten.

Wenn aber keine Mِglichkeit überwiegt, dann nimmt man die sicherere Mِglichkeit (dass, die rak’aa verpasst worden ist) und baut darauf. Man setzt das Gebet fort, und macht sujud as-sahw vor dem taslim am Ende.

Bemerkung: Wenn man am Gebet zweifelt und die sicherere oder überwiegende Mِglichkeit, wie oben ausführlich erwنhnt, nimmt, aber dann wنhrend des Gebets feststellt, dass die genommene Mِglichkeit die richtige, d.h. die stattgefundene, ist, worauf das heiكt, dass man im Gebet nichts hinzugefügt noch ausgelassen hat, dann, nach der bekanntesten Meinung des hanbalitischen Rechtschule, fنllt hier sujud as-sahw aus, weil der Grund dafür, nنmlich der Zweifel, verschwunden ist.

Man ist aber einer anderen Meinung, dass sujud as-sahw nicht ausfنllt, weil man damit den Teufel erniedrigt, nach den Worten des Gesandten Allahs, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm: "Wenn er aber vier rak’aa gebetet hat, dann waren (die zwei sujuds vom sujud as-sahw) sie eine Erniedrigung für den Teufel.". Das ist auch deswegen, weil man einen Teil des Gebets mit Zweifel verrichtet hat. Darauf ist dies zweite Meinung, das sujud as-sahw nicht ausfنllt, die überwiegende.

Beispiel:

Jemand verrichtet das Gebet und hat daran Zweifel, ob er diese rak’aa die zweite oder die dritte ist; und keine Mِglichkeit ist überwiegend. Daraufhin nimmt man an, dass die die zweite ist und setzt danach sein Gebet fort. Im Laufe des Gebets stellt man fest, dass sie wirklich die zweite war, dann entweder fنllt sujud as-sahw, nach der bekanntesten Meinung der hanbalitischen Rechtsschule, aus oder man muss vor dem taslim am Ende des Gebets sujud as-sahw verrichten, welche Meinung wir bevorzugten.

Aufsatz über sujud as-sahw (Zusätzliche Niederwerfung wegen Unaufmerksamkeit)

Verfasst von Scheikh Muhammad ibn Salah al-Uthaimin,

möge Allah ihm barmherzig sein!

Teil 2

 

2. Das Auslassen:

1. Auslassen einer Säule des Gebets (rukn):

·         Die Säulen des Gebets sind:
1.      Das Aufstehen für das Gebet, wenn man dazu fähig ist.
2.      takbirat al-ihram (das Sagen "allahu akbar" und Aufheben beider Hände am Anfang des Gebets).
3.     Das Rezitieren von al-fatiha in jeder rak’aa.
4.      ruku (das Verbeugen).
5.      Das Aufstehen nach dem ruku.
6.      sujud auf den sieben Gliedmaßen (Stirn mit Nase, beide Hände, beide Knien und Zehenspitze von beiden Füßen).
7.      Das Erheben von sujud.
8.      Das Ruhesitzen zwischen beiden sujuds.
9.      Letztes tashahud (Bekenntnis vor dem Ende des Gebets).
10.  Das Sitzen für das letzte tashahud.
11.  Das Sagen von der Begrüßung des Gesandten Allahs, Allahs Wohlgefallen und Frieden auf ihm.
12.  Das Beenden des Gebets mit tsalim.
13.  Die Ruhe bei der Verrichtung aller Gebetssäule.
14.  Das Beachten der Reihenfolge aller Gebetssäule.

[Quelle: "as-salat" von Dr. Abdullah at-Tayar]

  • Wenn diese Säule takbirat al-ihram ist, dann ist das Gebet auf jeden Fall nicht gültig, egal ob man es mit oder ohne Absicht ausgelassen hat. (Man muss das Gebet wiederholen.)

  • Wenn es um eine andere Säule geht, dann gilt das Gebet nicht mehr, wenn man es mit Absicht ausgelassen hat. (Man muss das Gebet wiederholen)

  • Wenn man es aus Versehen ausgelassen hat, dann gilt Folgendes:

  •  Wenn man die gleiche Position, in der die Säule ausgelassen worden ist, in der nächsten rak’aa erreicht und erst hier sich an die fehlende Säule erinnert, dann schafft diese rak’aa die andere fehlerhafte rak’aa ab und nimmt ihre Rangordnung im Gebet: (z.B. in einem 4-rak’aa-Gebet: Wenn die erste rak’aa fehlerhaft ist und man sich dessen erst in der zweiten bewusst ist, dann gilt diese normalerweise zweite als erste und die normalerweise folgende dritte als zweite. Wenn die erste rak’aa fehlerhaft ist und man sich dessen erst in der dritten bewusst ist, dann gilt die normalerweise zweite als erste und die normalerweise dritte als zweite.) 

  • Wenn man die gleiche Position in der nächsten rak’aa noch nicht erreicht oder schon vollbracht hat, und sich an den Mangel erinnert, dann muss man zu der Position der mangelnden Säule sofort übergehen und diese vollbringen und dann das Gebet wie gewohnt fortsetzen.

In den beiden Fällen muss man nach dem taslim sujud as-sahw verrichten. (und nochmal taslim). [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

 

Beispiele für beide Fälle:

  • Jemand vergisst die zweite sajda der ersten rak’aa und erinnert sich daran erst in dem Ruhesitzen zwischen den beiden sujuds der zweiten rak’aa. In diesem Fall gilt die fehlerhafte rak’aa nicht mehr und man rechnet sie nicht mehr zum Gebet. Die zweite rak’aa gilt als erste. Man beendet das Gebet mit taslim, macht dann sujud as-shaw und noch mal taslim. [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

 

  • Jemand vergisst die zweite sajda und das Ruhesitzen der ersten rak’aa und erinnert sich erst daran, wenn er sich vom ruku in der zweiten rak’aa erhebt. In diesem Fall kehrt man zurück zum Stand der sajda und verrichtet das fehlende Ruhesitzen und die fehlende sajda. Dann setzt man das Gebet fort. Man beendet das Gebet mit taslim, macht dann sujud as-shaw und noch mal taslim. [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

 

2. Das Auslassen einer Pflicht (wajib):

  •   Die Pflichten des Gebets sind:
    1.      Alle takbirat außer takbirat al-ihram, die eine Säule ist.
    2.      Das Sagen "sami’a allah liman hamidah" beim Erheben vom ruku  im Falle eines Vorbetenden (imam) und eines Alleinbetenden (munfarid).
    3.      Das Sagen "rabban wa laka-hmad" im Falle eines Vorbetenden (imam), eines Nachbetenden (maamum) und eines Alleinbetenden.
    4.      Das Sagen "subhan rabbi al-‚adhim" beim ruku.
    5.      Das Sagen "subhan rabbi al-a’la" beim sujud.
    6.      Das Bitten Allah um Vergebung im Ruhesitzen zwischen beiden sujuds in allen rak’aas.
    7.      Das erste tashahud.
    8.      Das Sitzen für das erste tashahud.

[Quelle: "as-salat" von Dr. Abdullah at-Tayar]

  • Wenn der Betenden eine Pflicht absichtlich auslässt, gilt sein Gebet nicht mehr. (Man muss das Gebet wiederholen.)

  •   Wenn man sie aus Versehen ausgelassen und sich daran erinnert hat, bevor er zu einem anderen Gebetssنule übergeht, dann verrichtet man sie, ohne sujud as-sahw verrichten zu müssen.

  • Bemerkt man es erst beim Übergang zur folgenden Gebetssäule und bevor man die folgende Säule erreicht hat, dann darf man zurück zur fehlenden Pflicht, um sie nachzumachen. Dann setzt man sein Gebet vor, macht taslim, sujud as-sahw und nochmal taslim. [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

  •   Wenn man es erst nach dem Übergang zur folgenden Säule bemerkt, dann fällt die fehlende Pflicht aus, und man darf nicht zurück zu ihr. Man muss in diesem Fall sujud as-sahw vor dem taslim des Gebetsendes verrichten. [Reihenfolge: sujiud as-sahw, erst dann taslim]

Beispiele für diese Fälle:

  •  Jemand erhebt sich vom zweiten sujud in der zweiten rak’aa zur dritten rak’aa, ohne tashahud verrichtet zu haben, und erinnert sich daran, bevor man aufsteht, dann muss man sitzen und dann tashahud verrichten. Man hat kein sujud as-sahw zu verrichten.
     

  • Wenn man sich beim Aufstehen zur dritten rak’aa daran erinnert, dann muss man zurück zum Sitzen und tashahud verrichten. Man setzt dann das Gebet fort, macht taslim am Ende des Gebets, verrichtet sujud as-sahw und macht noch mal taslim. [Reihenfolge: taslim, sujiud as-sahw, nochmal taslim]
     

  • Bemerkt man es aber, erst wenn man schon zur dritten rak’aa aufgestanden ist, dann fällt das fehlende tashaud aus und man darf nicht zurück zum Sitzen. Man setzt das Gebet fort und macht sujus as-sahw vor dem taslim am Ende des Gebets. [Reihenfolge: sujiud as-sahw, erst dann taslim]

Der Beweis dafür ist, was al-Bukhari und andere Überlieferer über Abdullah ibn Buhaina:

"Der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, betete einmal al-dhuhr als Imam vor und stand nach der zweiten rak’aa auf ohne gesessen zu haben (er meinte für das tashahud). Die Nachbeter standen auch auf. Als er am Ende des Gebets war und die Nachbeter auf das taslim warteten, machte er takbir im Sitzen und verrichtete zwei sujuds, bevor er taslim machte, dann machte er taslim. "

 

Aufsatz über sujud as-sahw (Zusätzliche Niederwerfung wegen Unaufmerksamkeit)

Verfasst von Scheikh Muhammad ibn Salah al-Uthaimin,

möge Allah ihm barmherzig sein!

Teil 1 

 

Im Namen Allas, des Allerbarmers, des Barmherzigen; Lob sei Allah, dem Herrn aller Welten. Allahs Frieden und Wohlgefallen auf unserem Propheten, Muhammad, der die Botschaft deutlich mitgeteilt hat, auf seinen Verwandten, seinen Gefährten und ihren guten Nachfolgern bis zum Jüngsten Tag.

Viele Menschen kennen viele Regeln vom sujud as-sahw, der Niederwerfung wegen Unaufmerksamkeit, im Gebet nicht. Einige machen es nicht in Fällen, wo es Pflicht ist, andere machen es, wo es kein Bedarf dafür steht. Einige tun es vor dem taslim (dem Sagen von ‚as-salamu alaikum‚ am Ende des Gebets), wobei es richtig wäre, es danach zu verrichten, und andere verrichten es im Gebetesanschluss, wobei es richtig wäre, es davor zu tun. Deswegen sind seine Regeln sehr wichtig, vor allem für die Vorbetenden (Imame), die als Vorbild für die Menschen gelten und die die Verantwortung tragen, das Richtige in ihren Gebeten zu tun. Also wollte ich meinen Brüdern ein paar Regeln zu diesem Thema anbieten und bitte Allah darum, dass Er Seine gläubigen Diener daraus Nutzen ziehen lässt.

Hier sage ich, Allah um Hilfe und Richtigkeit bittend:

 

Definition von sujud as-sahw:

sujud as-sahw ist zwei Niederwerfungen, die der Betende verrichtet, um einen wegen Unaufmerksamkeit im Gebet gemachten Fehler zu korrigieren, sei es in der Form eines Hinzufügens (Mehrtuns), Auslassens (Wenigertuns) oder Zweifels.

 

1. Das Hinzufügen:

  • Wenn der Betende etwas, wie z.B. Aufstehen, Sitzen, Verbeugung oder Niederwerfung, zum Gebet mit Absicht hinzufügt bzw. mehr tut, dann ist das Gebet ungültig.

  • Wenn man aber dies aus Versehen macht und es erst nach der Verrichtung des Gebets merkt, dann ist sein Gebet richtig, und man muss sujud as-sahw nachverrichten.

  • Wenn man dies während des Gebets merkt, muss man dieses Hinzufügen unterlassen und sujud as-sahw verrichten. Sein Gebet ist dann richtig.

 

Beispiele:

·         Man macht im Mittagsgebet (al-dhuhr) 5 rak’aa. Er merkt dies erst beim taschahud (am Ende, wenn  man man sitzt), dann macht man weiter mit taschahud und beendet sein Gebet normal (also mit taslim). Dann muss man sujud as-sahw und noch mal taslim verrichteten. [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

·         Wenn man es aber nach dem taslim merkt, dann verrichtet man sujud as-sahw und noch mal taslim. (Gleiche Lösung). [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

·         Wenn man es während der 5. rak’aa merkt, sitzt man sofort, spricht das taschahud und beendet sein Gebet normal (also mit taslim). Dann verrichtet man sujud as-sahw und noch mal taslim. [Reihenfolge: taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

 

Der Beweis für diese Fälle:

Abdulllah Ibn Mas’ud, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete:

"Der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, betete das Mittagsgebet 5 rak’aa. Danach wurde er gefragt: Ist die Gebetsanzahl mehr geworden? Er fragte: Warum fragt ihr? Man sagte: Du hast 5 (rak’aa) gebetet. Darauf verrichtete der Prophet sujud as-sahw"

In einer anderen Version stand:

"Drauf faltete er seine Beine zusammen, wendete sich der qibla zu, warf sich zwei Mal nieder und abschließend machte taslim."

  • Wenn man taslim vor dem Vollbringen aller vorgeschriebenen rak’aa macht, dann gilt dies als zusنtzliches Hinzufügen zum Gebet. (Das gehört dazu, weil in diesem Fall ein taslim mehr getan wird)
  • Wenn der Betende dies absichtlich tut, dann gilt sein Gebet nicht mehr.
  • Wenn man es aber aus Versehen tut, aber sich daran erst nach langer Zeit erinnert, dann muss man dieses Gebet wiederholen.
  • Wenn man sich daran nach kurzer Zeit, z.B. einer oder zwei Minuten, erinnert, dann muss das Gebet mit taslim am Ende nachvollendet werden, und dann muss man sujud as-sahw mit nochmanl taslim machen. [Reihenfolge: Nachvollenden mit taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

 

Der Beweis dafür:

 

Abu Huraira überlieferte:

"Einmal betete der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, dhuhr oder asr vor, wobei nach der zweiten rak’aa taslim machte. Darauf gingen einige eilige Männer aus der Moschee und sagten: Das Gebet ist kürzer geworden. Der Prophet stand auf und stützte sich an den minbar und sah wütend aus. Da stand ein Mann auf und sagte: O Gesandter Allahs, hast Du etwa vergessen? oder ist das Gebet kürzer geworden? Der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, sagte: Weder habe ich vergessen, noch ist das Gebet kürzer geworden. Ein Mann sagte dann: Doch, Du hast vergessen! Der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, fragte die Gefährten: Ist es wahr, was er sagt? Sie antworteten: Ja. Daraufhin kehrte der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, zum Gebetsplatz zurück,  setzte das Gebet fort und beendet es mit taslim; danach warf er sich zwei Mal nieder und machte taslim."

Wenn der Imam das Gebet vor dem Vollbringen aller erforderlichen rak’aas beendet und unter den Nachbetenden einige sind, die das Gebet nicht am Anfang erreicht haben und daraufhin die fehlenden rak’aas nachbeten müssen, – aber dann sich der Imam seines Fehlers bewusst wird und das Gebet fortsetzen will -, dann haben die genannten Nachbetenden die Wahl,

entweder ihr Nachbeten fortzusetzen und erst dann sujud as-sahw zu machen. [Reihenfolge: allein Vollenden mit taslim, sujud as-sahw, nochmal taslim]

oder ihr Nachbeten zu unterlassen und dem Imam nachzubeten, bis er taslim macht, dann sollen sie sujud as-sahw des Imams nicht mitmachen, sondern erst die fehlenden rak’aas nachbeten und dann sujud as-sahw machen. Die zweite Lösung wäre besser und sicherer. [Reihenfolge: mit dem Imam bis zum taslim wiederbeten , die fehlenden rakaas verrichten, sujud as-sahw, nochmal taslim]

 Quelle: http://www.as-sunnah.de/modules.php?name=News&file=article&sid=183

Teil II Wie man sich im Gebet konzentrieren sollte

Al Qasim Ibn Muhammad (rahimahullah) sagte: „Eines Tages ging ich hinaus und wann immer
ich hinaus ging, pflegte ich bei Aischah (radhiallahu anha) vorbeizugehen und ihr den Salam zu
geben. Als ich diesmal hinaus ging und Aischah auffand, sah ich, wie sie das Duha Gebet verrichtete
und dabei diese Verse Allahs immer wieder rezitierte.“
[(und) sie sagen: "Wahrlich, früher bei unseren Angehörigen waren wir ängstlich, doch Allah ist uns
Gnädig gewesen und hat uns vor der Pein des sengenden Windes bewahrt.] [QS. 52:26-27]

Sie weinte und flehte Allah – subhana wa ta`ala – an und wiederholte die Verse. Ich stand da und
wartete, bis ich müde wurde. Sie verblieb so, wie ich sie aufgefunden hatte. Als ich dies sah, sagte
ich zu mir selbst: „Lass mich zum Markt gehen, meine Angelegenheiten erledigen und zurückkommen.“
ls ich auf dem Markt meine Angelegenheiten erledigt hatte, kam ich zurück zu Aischah (radhiallahu anha).
Sie war immer noch so wie ich sie verlassen hatte, diese Verse wiederholend, Allah anflehend und weinend.

Wie sollen wir uns im Gebet konzentrieren? Aus der Sunnah lehrte uns der ProphetSas (sallallahu aleyhi wa sallam) folgendes:

1. Komm schon vor dem Gebet und bereite dich vor, um konzentriert zu sein.
Wiederhole für dich mit dem Mu`adhdhin den Adhan und sage nach dem Adhan das dafür bestimmte Bittgebet auf. Spreche ein Bittgebet zwischen dem Adhan und der Iqamah. Vollziehe den Wudhu angemessen, reinige deinen Mund und trage deine schönste Kleidung.

2. Beabsichtige die vollständige Belohnung deines Gebets zu erlangen.
Abu Bakr Ibn Iyasch sagte: „Ich sah Habib Ibn Thabit in der Niederwerfung. Wenn ihr ihn gesehen hättet, so hättet ihr gedacht, er sei tot (wegen seiner langen sujuud)“

3. Betrachte die Ayat und Adhkar, welche während dem Gebet rezitiert werden.
Denke über die Bedeutungen der Verse nach, welche du rezitierst. Ist es nicht entmutigend, dass jemand das Gebet für zwei Jahrzehnte verrichtet – Tag für Tag – ohne zu wissen, was er während des Gebets sagt?
Der Quran wurde offenbart, damit über ihn nachgedacht wird. Allah offenbarte: „Es ist ein Buch voll des Segens, das Wir zu dir herab gesandt haben, auf dass sie über seine Verse nachdenken, und auf das diejenigen ermahnt werden mögen, die verständig sind.“ [QS. 38:29]

4. Bete in der Gemeinschaft. Allah subhana wa ta`ala befiehlt: “Und verrichtet das Gebet und entrichtet die Zakah und verneigt euch mit den Sich-Verneigenden.“ [QS. 2:43]

5. Versäume nie deine Nawafil Salah (freiwilligen Gebete) – besonders jene, welche der ProphetSas (sallallahu aleyhi wa sallam) ständig betete. Besonders Witr und die Sunnah vor Fadschr.

6. Sei nicht hastig in deinem Gebet. Nimm dir Zeit und lass dein Gebet nicht zu der am wenigsten vergoltenen Tat deines Tages werden.

Ibn Wahb sagte: „Ich sah Ath Thauri an der Ka`bah. Nach dem Maghrib-Gebet stand er zum Gebet auf und warf sich dann im Gebet nieder. Er stand von dieser Niederwerfung bis zum Adhan des Ischa-Gebets nicht auf.“

7. Wisse, dass Allah dir auf dein Gebet antwortet.
Der ProphetSas (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte: „Allah der Segensreiche und Erhabene hat gesagt: „Ich habe das Gebet zwischen Mir und Meinem Diener in zwei Hälften geteilt: eine Hälfte davon ist für Mich und die andere Hälfte ist für Meinen Diener und Mein Diener soll bekommen, wonach er gefragt hat.“ Dann sagte der Gesandte Allahs Sas(sallallahu aleyhi wa sallam): Rezitiere! Der Diener sagt: „Preis sei Allah, dem Herrn der Welten.“ Allah der Erhabene sagt: „Mein Diener hat Mich gepriesen.“ Der Diener sagt: „Der Allerbarmer, der Barmherzige.“ Allah sagt: „Mein Diener hat Mich gelobt.“ Der Diener sagt: „Der Herrscher am Tage des Gerichts.“ Allah sagt: „Mein Diener hat Mich verherrlicht.“ Der Diener sagt: „Dich allein beten wir an und Dich allein bitten wir um Hilfe.“ (Er sagt): „Dies ist zwischen Mir und Meinem Diener und mein Diener soll erhalten, wonach er gefragt hat.“ Der Diener sagt: „Führe uns den geraden Weg, den Weg derer, denen Du gnädig bist, nicht den Weg derer, denen Du zürnst und nicht den Weg der Irregehenden.“ (Er sagt): „All dies ist für Meinen Diener und Mein Diener soll erhalten wonach er gefragt hat.“ – Muslim, Abu Awanah und Malik.

8. Bete mit einer Absperrung (Sutrah) vor dir und bete nah an dieser. Eine andere Sache, welche dabei helfen wird im Gebet Khuschu zu haben ist, eine Sutrah zu haben und nah an ihr zu beten, da es dein Blickfeld einschränkt, dich vor dem Schaytan schützt und die Menschen davon abhält, vor dir zu gehen, was wiederum zu einer Ablenkung führt und dabei die Belohnung für das Gebet verringert.

Der ProphetSas (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte: „Wenn jemand von euch betet, so soll er dabei in die Richtung einer Sutrah beten und nah bei ihr sein.“ [Berichtet von Abu Dawud Nr. 695 1/446 und Sahih Al Dschami von Al Albani Nr. 651]

9. Bei Allah vor dem Schaytan Zuflucht suchen.
Der ProphetSas (sallallahu aleyhi wa sallam) lehrte uns Methoden, um die Einflüsterungen des Schaytans zu bekämpfen.

Abul Aas ®(radhiallahu anhu) berichtete, dass er sagte: „Oh Gesandter Allahs, der Schaytan unterbricht mich, wenn ich bete und ich komme mit meiner Rezitation durcheinander. Der Gesandte Allahs Sas(sallallahu aleyhi wa sallam) sagte: „Dies ist ein Schaytan, dessen Name Khanzab ist. Wenn du seine Anwesenheit spürst, suche Zuflucht bei Allah vor ihm und spucke (trocken) dreimal auf deine linke Seite.“ (Abul Aas) sagte: „Ich tat dies und Allah nahm ihn (den Schaytan) hinweg von mir.“ [Berichtet von Muslim Nr. 2203]

Wasalam

Die Wichtigkeit des Gebets‏ 1

Bismillah

Salam

Alles Lob gebührt Allah(t), Ihn lobpreisen wir, Ihn bitten wir um Hilfe und Vergebung.
Wir suchen Zuflucht bei ihm vor dem Schlechten in uns und dem Schlechten unserer
Taten. Und ich bezeuge, dass es keine ilâh (arabisch: Gottheit) gibt, außer Allah(subhanahu ua Ta’ala)
und das Muhammad Sas(sall – Allahu alayhi was sallam) sein Diener und Gesandter ist.

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.

Während der Nacht, als Abu Lu´lu Al Madschusi sich in den Schatten versteckte,
bereitete er sich für das Fadschr Gebet vor, bei dem er seine satanische Mission
ausführen würde: Den Führer der Gläubigen, Umar Ibn Al Khattab ®(radhiallahu anhu),
zu töten.

Umar ® führte das Fadschr Gebet mit einer langen Surah, um der Gemeinschaft die
nötige Zeit zu geben, das Gemeinschaftsgebet zu erreichen. Während er das Gebet
leitete, trat Abu Lu`lu mit einem vergifteten Dolch, welchen er in seinem Ärmel
versteckt hatte, hinter einer dunklen Säule hervor. Er sprang vor Umar ®
(radhiallahu anhu) und riss dessen Bauch mit dem Dolch auf. Abu Lu`lu versuchte
darauf hin durch die betende Gemeinschaft zu entkommen, während er nach links
und rechts stach und dabei auf seinem Weg viele andere ermordete.

Einer der Gefährten warf ein Kleidungsstück über ihn und Abu Lu`lu tötete sich selbst,
als ihm klar wurde, dass er gefangen war. Umar vollendete das Fadschr Gebet und
schied später in seinem Bett davon. Möge Allah zufrieden mit ihm sein.

Die Wichtigkeit des Gebets im Islam darf nicht unterschätzt werden. Es ist der erste
Grundpfeiler des Islam, welchen der ProphetSas (sallallahu aleyhi wa sallam) nach dem
Glaubensbekenntnis erwähnte, durch welches man erst zum Muslim wird. Es wurde
allen Propheten und allen Menschen als Pflicht auferlegt. Allah hat dessen
obligatorischen Status stets unter erhabenen Umständen verkündet.

Zum Beispiel sagte Allah, als Er direkt zu Musa sprach: „Und Ich habe dich erwählt;
so höre denn auf das, was offenbart wird. Wahrlich, Ich bin Allah. Es ist kein illah außer
Mir; darum diene Mir und verrichte das Gebet zu Meinem Gedenken.“ [QS. 20 :13-14]

Genauso wurde das Gebet dem Propheten Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam)
während seiner Nachtreise in die Himmel zur Pflicht gemacht. Darüber hinaus ist eines
der ersten Beschreibungen, mit denen Allah die Gläubigen am Anfang der Surah
Al Mu`minun lobt, ihr Festhalten am Gebet:
„Wahrlich, erfolgreich sind die Gläubigen,
die in ihren Gebeten voller Demut sind.“ [QS. 23:1-2]

Die Wichtigkeit des Gebets, wird durch viele Aussagen des Propheten demonstriert.
Als Beispiel sagte der ProphetSas (sallallahu aleyhi wa sallam): „Die erste Sache, über
die der Diener am Tage der Auferstehung Rechenschaft abgeben wird, ist das Gebet.
Wenn es gut ist, so werden die restlichen Taten ebenfalls gut sein. Und wenn es schlecht
ist, so werden die restlichen Taten schlecht sein.
[Berichtet von At Tabarani. Nach Al
Albani ist dieser Hadith authentisch. Al Albani in Sahih Al Dschami Band 1 S. 503]

In Wirklichkeit wird das Gebet, wenn es richtig verrichtet wurde – mit wahrer Erinnerung
an Allah und Vergebung suchender Hingabe – eine nachhaltige Auswirkung auf die
Person haben. Nachdem er das Gebet beendet hat, wird sein Herz von der Erinnerung
an Allah erfüllt sein. Er wird Allah sowohl fürchten, als auch auf Ihn hoffen. Nach diesem
Erlebnis wird er es nicht wollen, diesen erhabenen Zustand zu verlassen, um
abzurutschen in den Ungehorsam gegenüber Allah. Allah erwähnt diesen Gesichtspunkt
des Gebets:
„Verlies, was dir von dem Buche offenbart wurde, und verrichte das Gebet.
Wahrlich, das Gebet hält von schändlichen und abscheulichen Dingen ab; und Allahs zu
gedenken, ist gewiss das Höchste. Und Allah weiß, was ihr begeht.“ [QS. 29:45]

Jedoch sehen wir in unserer Gemeinschaft der Musallin (Betenden) einige unangemessene
Handlungen, auf die wir unser Augenmerk richten sollten.

Einige konzentrieren sich nicht auf das, was sie gerade sagen.
Einige beeilen sich im Gebet.
Einige wandern während dem Gebet mit ihren Blicken umher.
Die Anzahl der verrichteten Rak`at wird ständig vergessen.
Bei einigen beherrscht die Dunya ihre Herzen während dem Gebet und verhüllt ihre Gedanken.
Auch gibt es Welche, die beim Gemeinschaftsgebet schon die nächste Niederwerfung ausführen,
bevor der Imam Allahu Akbar sagt.

Vergleiche dies mit jenen, die vor uns lebten: Einige Leute hielten Ar Rabi bin Khaytham für blind,
da er ständig seinen Blick und seinen Kopf im Gebet senkte. Er lebte zwanzig Jahre lang hinter
dem Haus von Abdullah Ibn Mas’ud, und wenn dessen Dienstmädchen ihn (Ar Rabi) sah, pflegte
sie zu sagen: Dein blinder Freund kommt und Abdullah pflegte über ihre Worte zu lachen.

Von Buchary und Muslim wird von Abu Hurayrah ® (radhiallahu anhu) berichtet, dass der Gesandte
Allahs Sas(sallallahu aleyhi wa sallam) die Moschee betrat und nach ihm kam ein Mann herein und betete.
Danach grüßte dieser den Propheten Sas(sallallahu aleyhi wa sallam) mit dem Salam; der Prophet erwiderte
den Salam und sagte zu ihm: „Gehe zurück und bete, denn du hast nicht gebetet!" Der Mann ging zurück
und betete genauso, wie er zuvor gebetet hatte.

Anschließend kam er zum Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) und grüßte ihn mit dem Salam;
der Prophet erwiderte den Salam und sagte zu ihm: „Gehe zurück und bete, denn du hast nicht gebetet!"
(Und der Prophet wiederholte es dreimal).Der Mann sagte: „Bei Dem, Der dich mit der Wahrheit entsandt
hat: ich weiß nicht, wie ich es Besseres tun kann als dies. Belehre mich also!"

Darauf sagte der ProphetSas: "Wenn du dich zum Gebet hinstellst, eröffne das Gebet mit dem Takbir, dann
rezitiere einige Verse aus dem Qur’an, die du auswendig gelernt hast, dann verbeuge dich in der Weise,
dass du dies ruhig bis zum Ende ausführst, dann erhebe deinen Oberkörper in der Weise, dass dieser
aufrecht wird, dann werfe dich in der Weise nieder, dass du die Niederwerfung bis zum Ende ruhig ausführst,
dann richte deinen Oberkörper in der Weise auf, dass du die Sitzlage ruhig einnimmst und dies machst du
im ganzen Gebet weiter!" – Buchary.
Lasst uns zurückgehen und unser Gebet noch einmal verrichten. Dies ist unser Thema heute.

Wieso kommen wir zur Moschee, wieso beten wir? Wir tun es aufgrund des Befehls unseres Schöpfers
– Subhana wa ta`ala. Wieso sollten wir, aufgrund eines wandernden Herzens und einer juckenden Hand,
die Segnungen und Belohnungen verlieren? Die Konzentration ist die Seele unseres Gebets. Konzentration
ist die Frucht des Iman. Trotz dieses Verständnises, verlassen einige Leute ihr Gebet und aufgrund der
Unvollständigkeit wird ihnen nur ein kleiner Anteil davon gutgeschrieben.

Der Prophet (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte: „Wahrlich ein Mann wird es (das Gebet) verlassen
und nur ein Zehntel seines Gebets wird ihm gutgeschrieben, ein Neuntel, ein Achtel, ein Siebentel,
ein Sechstel, ein Fünftel, ein Viertel, die Hälfte.“ [Berichtet von Abu Dawud und Tirmidhi]

Uthman Ibn Abi Dahschah® sagte: „Ich habe nie ein Gebet verrichtet, indem ich Allah subhana
wa ta`ala nicht darum gebeten habe, mir meine Fehltritte im Gebet zu vergeben.“

Jemand, der sein Gebet abkürzt, ist ein Dieb. Der ProphetSas (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte: „Der
übelste Dieb ist derjenige, welcher von seinem Gebet stiehlt.“ Sie fragten: „Oh Gesandter Allahs,
ie stiehlt er von seinem Gebet?“ Er (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte: „Indem er seine Verbeugung
und Niederwerfung nicht vollständig ausführt.“ Der Hadith ist authentisch.

Aufgrund der Hast, welche einige in ihrem Gebet haben, ist es, als ob sie wie ein Vogel auf und
abpicken würden. Es wird von Ahmad, Abu Dawud und anderen berichtet, dass der Prophet
(sallallahu aleyhi wa sallam) es untersagte, dass man (im Gebet) wie eine Krähe pickt…“

Umar ® (radhiallahu anhu) stand einmal auf dem Mimbar und sprach mit einer lauten und kräftigen
Stimme: „Ein Mann kann im Islam alt werden, jedoch kein einziges Gebet für Allah vervollständigt
haben.“ Sie fragten: „Wie kann das sein?“ Er sagte: „Indem er weder seine Konzentration, noch
seine Demut, noch seine Aufmerksamkeit an Allah – Azza wa dschall – vervollständigt.“

Einmal stand Ma`ruf Al Karkhi (rahimahullah) zwischen einigen seiner Schüler und einer sagte
um anderen: „Bitte leite das Ischa Gebet.“ Der erste Schüler akzeptierte die Bitte, sagte jedoch:
„Ich leite das Ischa Gebet unter der Voraussetzung, dass du das Fadschr Gebet leitest und nicht ich.“
Ma`ruf Al Karkhi war über diese Aussage erschrocken und kommentierte es mit: „Bei Allah,
wenn du glaubst, dass du zum Fadschr noch leben wirst – bei Allah – so hast du dein Gebet
immer noch nicht vervollständigt.“

 Wasalam

 
DIE WICHTIGKEIT DES GEBETS
 
 
Bismillah
Salam

ein Thema mit dem auch ich mich mal näher befasst habe. Man kennt ja leider soooo viele Brüder und Schwestern die garnicht beten. Für diese habe ich eine kleine Sammlung an Qur´an-Versen und Hadithen zusammengestellt…in der Hoffnung das sie sich wieder auf den richtigen (geraden) Weg begeben.
In folgender Reihenfolge…

So ermahne, wo die Ermahnung nützt!
Mahnen lassen wird sich derjenige, der gottesfürchtig ist ;
Ermahnung meiden wird der Unselige ,
der im größten Feuer brennt ,
und in ihm wird er weder sterben noch leben.
Erfolgreich ist wahrlich derjenige, der sich rein hält
und des Namens seines Herrn gedenkt (und) alsdann betet.
Doch ihr zieht das irdische Leben vor ,
wo doch das Jenseits besser und dauerhafter ist.
Dies stand wahrlich in den ersten Schriften ,
den Schriften Abrahams und Moses‘.
Sure 87Vers9-19

Abû Huraira ® berichtete:
Der Prophet (s) war eines Tages zu den Leuten hinausgegangen, als ein Mann zu ihm kam und sagte:
"Was ist îmân?."
Er sagte:
"Îmân ist, dass du an Allâh glaubst, an Seine Engel, an das Zusammentreffen mit Ihm und an Seine Gesandten und an die Auferstehung."
Er fragte:
"Was ist Islâm?"
Er sagte:
"Islâm ist, dass du Allâh dienst, Ihm nichts beigesellst, das Gebet einhälst, die Zakât zahlst und den (Monat) Ramadân (hindurch) fastest."
Er fragte:
"Was ist Ihsân?"
Er sagte:
"Dass du Allâh dienst, als ob du Ihn siehst. Denn selbst wenn du Ihn nicht siehst, so sieht Er dich doch."
(Bukhârî)

„Das Erste, wonach man am Jüngsten Tag gefragt wird , ist das Gebet. Wenn das Gebet in Ordnung ist, sind es die anderen Taten auch. Wenn nicht sind es die anderen Taten auch nicht.“ (Tabarani)

"Dann aber kamen nach Ihnen Nachfahren, die das Gebet vernachlässigten und Ihren Begierden folgten.
So gehen Sie nun Sicher dem Untergang."
Sure19Vers59

"Wehe nun den Betenden, denjenigen , die auf ihre Gebete nicht achten, denjenigen, die dabei (nur) gesehen werden wollen."
Sure107Vers4-6

„Bereuen sie aber und verrichten sie das Gebet und entrichten sie die Zakat, so sind sie eure Brüder im Glauben. Und Wir machen die Zeichen für die wissenden Leute.“ (Surat A-Tauba, 9:11)

`Uthmân ® berichtete:
Allâhs Gesandter (s) hat gesagt:
"Wenn ein Gläubiger seine Gebetswaschung vollzieht und demütig das Gebet verrichtet, sobald die Gebetszeit angebrochen ist, wird das als Sühne für seine Sünden, mit Ausnahme der großen Sünden, angesehen. Und das sein ganzes Leben lang!"
(Muslim, Abû Dâwûd, Ahmad Ibn Hanbal)

`Alî ® berichtete:
Allâhs Gesandter (s) hat gesagt:
"Drei Dinge sollten nicht aufgeschoben werden:
das Gebet, wenn die Zeit dafür gekommen ist,
die Beerdigung, wenn alles vorbereitet ist
und die Vermählung, wenn der/die Passende®* gefunden ist."
* kufuw (arab.)= passend, ebenbürtig, gleichgesinnt
(Tirmîdhî, Ahmad Ibn Hanbal)

"Zwischen dem Menschen und dem Unglauben, ist das Unterlassen des Gebets" (Ahmad, Muslim, Abu Dawud, Tirmidhi)

„Der Vertrag zwischen uns und denen, ist das Gebet. Wer es unterlässt, wird zum kafir (Glaubensverweigerer).“ (Ahmad)

Für die folgenden Aussagen habe ich leider keine Quellen/Beweise.
Inscha´allah darf ich sie trotzdem stehen lassen. Wenn nicht dann entferne ich sie wieder.

Das sagen die Rechtsschulen:
Nach Imam Ahmad verlässt so einer den Islam, indem er das Gebet unterlässt. Falls dieser nicht bereut, wird er nach fiqh von Ahmad getötet.
Imam Malik und Schafi meinen, dass wer das Gebet unterlässt, den Islam nicht verlässt, sondern er wird dadurch zu einem schweren Sünder, von welchem man verlangt tawba (Reue) zu machen. Sollte er dies ablehnen, wird er getötet.
Imam Abu Hanifa dagegen ist der Meinung, dass man so eine Person bestrafen und inhaftieren muss, und zwar solange, bis sie anfängt zu beten.
(Dieses habe ich aus dem Internet, leider habe ich die URL verloren)

Wasalam
Yahya

 

 

Ist es mustahab über den Nacken zu streichen während des wudu’?

Da ich in letzter Zeit Diskussionen mit einigen Brüdern hatte, welche das Streichen des Nackens während des wudu‘ betrifft, habe ich mal eine fataawa übersetzt. Insha Allah hat diese fataawa auch für andere Geschwister einen Nutzen:

_____________________________________

Frage:

Ist es mustahab über den Nacken zu streichen während des wudu’?

Antwort:

Gepriesen sei Allah.

Es ist nicht mustahab über den Nacken zu streichen während des wudu’, weil es keinen Beweis dafür gibt vom Propheten (Friede und Segen auf ihm).

Sheikh al-Islam Ibn Taymiyah sagte:

Es gibt keinen sahih (authentischen) Bericht vom Propheten (Friede und Segen auf ihm), welcher Besagt, dass er über seinen Nacken strich während des wudu’, um genau zu sein wurde diese Sache in keinem sahih hadith überliefert. Noch in den sahih ahadith, welche den wudu’ des Propheten (Friede und Segen auf ihm) beschreiben, wurde erwähnt, dass er über seinen Nacken strich. Folglich sah die Mehrheit der Gelehrten, wie Malik, al-Shafi’i und Ahmed es nicht als mustahab an. Jene, welche sagen, dass es mustahab ist, vertrauen auf eine Überlieferung, berichtet von Abu Hurairah (möge Allah mit ihm Zufrieden sein) oder einen da’if (schwachen) hadith, welcher besagt, dass er über den Kopf strich, bis er seinen Hinterkopf erreichte. Auf solche Berichte kann man sich nicht stützen und sie widersprechen nicht dem, was von stichhaltigen ahadith beinhaltet wird. Wer immer nicht über seinen Nacken streicht, dessen wudu’ ist gültig im Einklang des Konsens der Gelehrten. Ende des Zitats.

Majmu’ al-Fataawa 21/127

Dieser hadith: “Er (Friede und Segen auf ihm) strich über seinen Kopf bis er seinen Hinterkopf erreicht hat (welche der Anfang des Hinterkopfs ist)“, wurde von Abu Dawud (132) berichtet und wurde von Sheikh al-Albani, in Da’if Abi Dawud, als da’if klassifiziert.

In al-Majmu’ (1/489) erwähnte al-Nawawi eine abweichende Meinung unter den Gefährten von al-Shafi’i (möge Allah ihm Barmherzig sein) hinsichtlich des Streichens des Nackens im wudu’. Dann sagte er: „Dies ist eine Zusammenfassung dessen, was sie sagten und sie hatten vier Ansichten bezüglich dieser Angelegenheit. Eine ist, dass es sunnah ist den Nacken mit neuem Wasser zu streichen. Die Zweite ist es, dass es mustahab ist und es nicht als sunnah angesehen werden kann. Die Dritte besagt, dass es mustahab ist das Wasser zu nutzen, welches von Streichen über den Kopf und den Ohren übrig blieb. Die Vierte ist, dass es weder sunnah noch mustahab ist. Die vierte Ansicht ist die korrekte. Somit erwähnte al-Shafi’i (möge Allah ihm Barmherzig sein) dies nicht, noch taten es unsere früheren Gefährten. Es wurde von den meisten Gelehrten nicht erwähnt. Es gibt keinen Beweis dafür vom Propheten (Friede und Segen auf ihm).

Es ist bewiesen in Sahih Muslim und an anderen Stellen, dass der Prophet (Friede und Segen auf ihm) sagte: „Die schlimmsten der Angelegenheiten sind jene, welche neu eingeführt wurden und jede Neuerung führt in die Irre.“

In al-Sahihayn wird berichtet, dass der Prophet (Friede und Segen auf ihm) sagte: „Wer immer etwas Neues in unsere Religion einführt, was nicht Teil von ihr ist, wird zurückgewiesen.“ Hinsichtlich einer Version bei Muslim: „Wer immer eine Handlung begeht, welche nicht im Einklang mit unsere Angelegenheit ist, wird zurückgewiesen.“

Mit Bezug auf die Überlieferung, welche von Talhah ibn Musarraf, von seinem Vater, von seinem Großvater, berichtet wurde, welcher sagte, dass er den Propheten (Friede und Segen auf ihm) sah, wie er über seinen Kopf strich, bis er den Hinterkopf erreichte und den ersten Teil des Nackens, so ist dies ein hadith, welcher da’if (schwach) ist, hinsichtlich des Konsens der Gelehrten.

In Bezug auf die Worte von al-Ghazali: Über den Nacken zu streichen ist sunnah, weil der Prophet (Friede und Segen auf ihm) sagte: „Über den Nacken zu streichen ist ein Schutz von den Fesseln/Ketten (al-ghull).“ Dies ist ein Fehler, weil dies nicht die Worte des Propheten (Friede und Segen auf ihm) sind. Ende Zitat.

Al-ghull (pl. al-aghlal) bezieht sich auf die Fesseln/Ketten, welche am Nacken plaziert sind. Allah sagt (in der ungefähren Bedeutung):

Das sind diejenigen, die ihren Herrn verleugnen; das sind diejenigen, die Fesseln um ihre Hälse haben; (13:5)

Und Wir werden die Fesseln um die Hälse derjenigen legen, die ungläubig waren. (34:33)

Ibn al-Qayyim sagte in Zad al-Ma’ad (1/195):

Es gibt überhaupt keinen sahih hadith vom Propheten (Friede und Segen auf ihm) über das Streichen über den Nacken. Ende Zitat.

Sheikh Ibn Baz sagte:

Es ist nicht mustahab oder vorgeschrieben in der shari’ah über den Nacken zu streichen, vielmehr über den Kopf und die Ohren ist zu streichen, wie es im Qur’an und der Sunnah beinhaltet ist. Ende Zitat.

Majmu’ Fatawa Ibn Baz, 10/103.

Islam-QA

Besondere Gebete

 

Besondere Gebete

das Witr-Gebet
= eine Ungerade Anzahl von Rakaat, die nach dem Nacht- und vor dem Morgengebet zu verrichten sind – besonders gemocht ist das letzte Drittel der Nacht. Als vorzüglichste Anzahl gelten 3 Rakaat.
Dabei ist es Sunna in der ersten Rakaa die Sura "Al Ála", in der zweiten Rakaa "Al Kafirun" und in der letzten Rakaa "Al Ihlas", "Al Falaq" und "Al Nas" zu lesen.
Ein weiteres Merkmal ist ein spezielles Du´a – das sogenannte Du´a al qunut*, welches vor oder nach dem Rukú der letzten Rakaa gesprochen wird. (nach manchen Rechtsschulen wird dieses Du´a auch beim Morgengebet gesprochen)

 

das Qiyam-Layl-Gebet
betet man vor dem Witr-Gebet (gerade Anzahl von Rakaa).

das Gebet um richtige Eingebung (Salatul istihara)
Der Prophet (s.a.s.) hat die Sahaba (r.a.) Alistichara für alle Belangen ans Herz gelegt . Der Muslim bittet ALLAH (t.) ihm das Gute zukommen zu lassen und von ihm das schlechte abzuwenden. Dieses Gebet besteht aus zwei Rakaa und einem Du´a:

اللَّهُمَّ إِنِّي أَسْتَخِيرُكَ بِعِلْمِكَ
Allah
umma inni astachiruka bi ílmika,
0 Allah, ich bitte Dich um die Eingebung der richtigen Entscheidung aufgrund Deines Wissens

وَأَسْتَقْدِرُكَ بِقُدْرَتِكَ
wa astaqdiruka bi qudratika
und ich bitte Dich um Kraft (zur Durchführung des Vorhabens) durch Deine Macht

وَأَسْأَلُكَ مِنْ فَضْلِكَ الْعَظِيمِ
wa as aluka min fazhlika l áz
im.
und ich bitte Dich um Deine unermessliche Gunst.

فَإِنَّكَ تَقْدِرُ وَلَا أَقْدِرُ
fa innaka taqdiru wala aqdir,
Wenn Du hast die Macht (dazu) und ich nicht

وَتَعْلَمُ وَلَا أَعْلَمُ
wa tálamu wala álam,
und Du weißt (alles), und ich weiß nicht(s)

وَأَنْتَ عَلَّامُ الْغُيُوبِ
wa anta államu-l-r
uyub.
und nur Du kennst das Verborgene!

اللَّهُمَّ إِنْ كُنْتَ تَعْلَمُ أَنَّ هَذَا الْأَمْرَ خَيْرٌ لِي فِي دِينِي وَمَعَاشِي وَعَاقِبَةِ أَمْرِي أَوْ قَالَ عَاجِلِ أَمْرِي وَآجِلِهِ
Allahumma in kunta tálamu anna hadha l amra chairun li fi diyni wa máaschi wa áaqibati amri (áajili amri wa áajilih
i)
0 Allah! Wenn Du weißt, daß diese Angelegenheit gut ist für mich, für meinen Glauben, für meine Lebensführung und für mein Ende (oder sag: für mein dieseitiges und jenseitiges Leben)

فَاقْدُرْهُ لِي وَيَسِّرْهُ لِي
faqdurhu li wa yassirh
u li
so bestimme sie mir und erleichtere sie mir, sie zu erreichen!

ثُمَّ بَارِكْ لِي فِيهِ
th
umma barik lifiyh
Und gib mir dann Deinen Segen dazu!

وَإِنْ كُنْتَ تَعْلَمُ أَنَّ هَذَا الْأَمْرَ شَرٌّ لِي فِي دِينِي وَمَعَاشِي وَعَاقِبَةِ أَمْرِي أَوْ قَالَ فِي عَاجِلِ أَمْرِي وَآجِلِهِ
wa inn kunta tálamu anna hadha lamra scharrun li fi diyni wa máaschi wa áaqibati amri (fi áajili amri wa áajilih
i)
Weißt Du aber, daß diese Angelegenheit schlecht ist, für mich, für meinen Glauben, für meine Lebensführung und für mein Ende
(oder sag: für mein dieseitiges und jenseitiges Leben)

فَاصْرِفْهُ عَنِّي وَاصْرِفْنِي عَنْهُ
fazrifhu ánni wazrifni anh
u
wende sie von mir ab und halte mich von ihr fern!

وَاقْدُرْ لِيَ الْخَيْرَ حَيْثُ كَانَ ثُمَّ أَرْضِنِي
waqdur liya lchaira haithu kana, thumma arzh
ini
Bestimme mir Gutes, wo immer dies auch sei, und mache mich dann zufrieden damit!
(Al-Buchari)

Anstelle von "hada-l-amra" (diese Angelegenheit) nennt der Betende genau, was ihn bedrückt. Er schließt das Bittgebet mit dem Lob Allahs (Al-hamdu li-llah) und der Bitte um Segen und Heil für den Propheten (s.a.s.). Eine Wiederholung des Istihara-Gebets für dieselbe Angelegenheit ist nicht nötig. Der Betende darf nach dem Gebet jedoch nicht die Maßnahmen ergreifen, denen er selbst zuneigt, sondern muß die Entscheidung ganz Allah (t.) überlassen. Hat Allah (t.) ihm dann die richtige Entscheidung eingegeben, so muß er sich auch an sie halten.
Wer dieses Dua nicht auswendig weiß, kann es auch ablesen.

das Gebet in einer Notlage (Salatul haaja)
besteht aus zwei Rakaa mit folgendem Du´a:

لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ الْحَلِيمُ الْكَرِيمُ
La ilaha illa-llah
u-l-Haliymu-l-Kariym,
Es ist kein Gott außer Allah, dem Milden, dem Edlen.

سُبْحَانَ اللَّهِ رَبِّ الْعَرْشِ الْعَظِيمِ
subhana-llahi rabbi-l-árschil-ázim
Gepriesen sei Allah, der Herr des gewaltigen Throns.

الْحَمْدُ لِلَّهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ
al-hamdu li-llahi rabbi-l-álamiyn.

Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten.

اللَّهُمَّ إِنِّي أَسْأَلُكَ مُوجِبَاتِ رَحْمَتِكَ وَعَزَائِمَ مَغْفِرَتِكَ
Allahumma inni as-aluka mujibati rahmatik, wa-áßaima marfiratik,
Ich suche alle Wege Deine Barmherzigkeit und Vergebung zu erlangen,

وَالْغَنِيمَةَ مِنْ كُلِّ بِرٍّ وَالسَّلَامَةَ مِنْ كُلِّ إِثْمٍ
wal-ranimata min kulli birr, wa-ssalamata min kulli ithm;
die Bereicherung durch jede gute Tat und die Rettung vor jeder Sünde.

أَسْأَلُكَ أَلَّا تَدَعَ لِي ذَنْبًا إِلَّا غَفَرْتَهُ وَلَا هَمًّا إِلَّا فَرَّجْتَهُ
as-aluka ala tadá li dhanban illa rafartahu wala hamman illa farrajtah,
Laß keine Sünde unvergeben, keine Sorge unbeseitigt,

وَلَا حَاجَةً هِيَ لَكَ رِضًا إِلَّا قَضَيْتَهَا لِي
wala hajatan hiya laka rizhan illa qazhaiytaha liy
und kein Bedürfnis, dass Deinem Wohlgefallen entspricht, unerfüllt.

(Ibn Maaja)
Danach bittet man Allah (t.) um das eigentliche Anliegen.

das Gebet der Reue (Salatul tauba)
zwei Rakaa die man in aufrichtiger Reue betet und damit um Vergebung bittet. Wichtig ist auch, dass man sich dabei vornimmt, das Vergehen nicht zu wiederholen.

 

Die Niederwerfung bei der Quran-Rezitation (Sujud-ut-Tilawa)
Rezitiert jemand einen Quran-Vers mit einer Stelle, zu der man sich niederwerfen soll, oder hört, wie sie von jemand anderem rezitiert wird, so ist es erwünscht und Sunna, daß, sowohl der Hörende als auch der Rezitierende "Allahu akbar" sagen, sich einmal niederwerfen und dann, wenn sie sich ins Sitzen erheben, nochmals "Allahu akbar" sagen.
Diese vom Propheten (a.s.s.) und seinen Gefährten überlieferte Niederwerfung wird "Sugudu-t-Tilawa" genannt, und sie besitzt weder Tasahhud noch Taslim.
Von Abu Huraira (r) wird überliefert, daß der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm sagte:
"Wenn der Adamssohn eine Sagda rezitiert und sich dabei niederwirft, zieht sich Satan weinend zurück und spricht: "O weh. Es wurde ihm (dem Menschen von Allah) befohlen, sich niederzuwerfen, und da tut er es auch. Dafür kommt er ins Paradies. Auch mir wurde befohlen, mich niederzuwerfen, doch ich war ungehorsam (und tat es nicht). Dafür komme ich ins Höllenfeuer".
* vgl. Quran 2:34; 38:70 -74
Diese Niederwerfung führt man jedes Mal dann durch, wenn man bei der Quran-Rezitation an bestimmte Stellen kommt. Es gibt davon fünfzehn, und sie sind in den meisten Quran-Ausgaben mit dem Wort Sagda (Niederwerfung), am Rande des Textes gekennzeichnet. Man wirft sich immer nach Beendigung eines ganzen Quran-Verses nieder, nie mitten im Vers. Die Mehrzahl der Gelehrten setzt für die Niederwerfung bei der Rezitation dieselben Bedingungen wie für das Gebet (Salah) voraus, also die rituelle Reinheit (Tuhur), das Einnehmen der Gebetsrichtung (Qibla) und das Bedecken der Blöße.
Außer den üblichen Worten für den Sujud (dreimal "subhana rabbiya-l-ála") kann man auch folgenden Dua sprechen:

اللَّهُمَّ لَكَ سَجَدْتُ وَبِكَ آمَنْتُ وَلَكَ أَسْلَمْتُ
Allahumma laka sajadtu wa bika amant wa laka aslamt

Allah für Dich werfe ich mich nieder und an Dich glaube ich und Dir bin ich ergeben

 سَجَدَ وَجْهِي لِلَّذِي خَلَقَهُ وَصَوَّرَهُ
Sajada wajhi li-lladhi chalaqahu wa-sauwarahu

Mein Gesicht wirft sich nieder vor Dem Der es erschaffen und gestaltet

وَشَقَّ سَمْعَهُ وَبَصَرَهُ
wa-schaqqa samáhu wa-bazarahu

und ihm Gehör und Augen eingepflanzt hat.

تَبَارَكَ اللَّهُ أَحْسَنُ الْخَالِقِينَ
tabaraka-llahu ahsanu-l-chaliqiyn.
Vollen Segens ist darum Allah, der beste Schöpfer.
(Muslim)

Auch beim Gebet kann es vorkommen, daß man einen Quran- Vers rezitiert, der eine Sagda enthält, bei dem man sich also niederwerfen muß – sei es als einzeln Betender oder als Imam, bei hörbarer oder lautloser Rezitation. Beim Gemeinschaftsgebet werfen sich dann die Gläubigen mit dem Imam nieder und stehen wieder auf, wenn er aufsteht, um die Rezitation fortzusetzen.
Rezitiert man selbst oder hört man ein und dieselbe Stelle mit einer Sagda mehrmals hintereinander, so genügt es, sich ein einziges Mal nach Beendigung der Rezitation niederzuwerfen. Die Mehrzahl der Gelehrten sind der Ansicht, daß es wünschenswert ist, eine Niederwerfung nachzuholen, wenn man sie versäumt hat, solange nach dem Rezitieren oder Anhören der Quran-Stelle mit einer Sagda noch nicht viel Zeit verstrichen ist.

 
 

Salatul-Istichara (Das Gebet um richtige Eingebung)

Jabir Ibn ŽAbdullah berichtet:
>>Der Prophet (saws) lehrt seinen Gefährten, wie man Istichara für alle Angelegenheiten betet, genauso, wie er ihnen eine Sûrah aus dem Qur’ân lehrte. Er (saws) sagte: "Wenn jemand von Euch eine Sache unternehmen will, dann betet 2 freiwillige Einheiten (2 RakŽat nâfilah) und sprecht anschließend folgendes Bittgebet:

➡ allahumma ‚inni astachiruka bi-3ilmika oua ‚astaq-diruka biqud-ratika oua ‚as-‚aluka min faDlikal-3aDHim(i) fa-‚innaka taqdiru oua la ‚aqdir(u), oua ta3lamu oua la ‚a3lam(u), oua ‚anta 3allamul-ghuyub(i). allahumma ‚in kunta ta3lamu ‚anna hadhal-‚amra [hier die Angelegenheit erwähnen, wofür man die richtige Entscheidung wissen will] cheirun li fi dini oua ma3aschi oua 3aqibati ‚amri faq-durhu li oua yas-sirhu li, thumma barik li fih(i), oua ‚in kunta ta3lamu ‚anna hadhal-‚amra scharrun li fi dini oua ma3aschi oua 3aqibati ‚amri, faS-rifhu 3anni ouaS-rifni 3anhu ouaqdir lil-cheira 7eithu kan(a), thumma ‚arDini-bih(i).

O Allah, ich bitte Dich um die Eingebung der richtigen Entscheidung aufgrund Deines Wissens und ich bitte Dich um Kraft (zur Durchführung des Vorhabens) durch Deine Macht, und ich bitte Dich um Deine unermeßliche Gunst.
Denn Du hast die Macht (dazu) und ich nicht, und Du weißt (alles), und ich weiß nicht(s); und nur Du kennst das Verborgene! O Allah! Wenn Du weißt, daß diese Angelegenheit [hier die Angelegenheit erwähnen, wofür man die richtige Entscheidung wissen will] gut für mich ist, für meinen Glauben, für meine Lebensführung und für mein Ende, so bestimme sie mir und erleichtere sie mir, sie zu erreichen. Und gib mir dann Deinen Segen dazu. Und wenn Du weißt, daß diese Angelegenheit schlecht für mich ist, für meinen Glauben, für meine Lebensführung und für mein Ende, so wende sie von mir ab und halte mich von ihr fern! Bestimme mir Gutes, wo immer dies auch sein mag, und mache mich dann damit zufrieden.

Wer seinen Schöpfer um die richtige Eingebung bittet und seine Mitgläubigen zu Rate zieht, und dann standhaft in seinem Anliegen bleibt, wird es nicht bereuen, denn Allâh swt sagt im Qur’ân:

➡ oua schaouirhum fîl-‚amri fa’idha 3azamta fataouak-kal 3ala-llah(i)

und ziehe sie in den Angelegenheiten zu Rate. Und wenn du dich entschlossen hast, dann verlasse dich auf Allah!